Köln Nachrichten Köln Nachrichten

ueberall_PR_DJV_anja_Cord_18012017

Akkreditierung für den AfD-Bundesparteitag: "Pressefeindliche Linie" - Interview mit DJV-Vorsitzenden Frank Überall

Köln | Am 22. und 23. April wird im Kölner Maritim Hotel der Bundesparteitag der AfD stattfinden. Report-K fragte über das Akkreditierungsformular auf der dafür vorgesehenen Website der AfD um eine Akkreditierung nach. Diese wurde abgelehnt. Report-K bat Frank Überall den Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) um eine Einschätzung, der in diesem Verhalten der AfD eine pressefeindliche Linie erkennt.

Vorbemerkung: Kölns Internetzeitung akkreditierte sich für den Bundesparteitag der AfD. Die Akkreditierung wurde mit dem Hinweis, nicht genügend Plätze für Journalisten zu haben und wegen zahlreicher Sicherheitsbeschränkungen abgelehnt. Report-K berichtet seit mehr als einem Jahrzehnt aus Köln, Deutschland und der Welt. Bei bisher in Köln stattfindenden Bundesparteitagen, etwa von CDU und FDP wurde report-K immer anstandslos akkreditiert. Der AfD Bundesparteitag spielt mit angekündigten Demonstrationen mit mehr als 50.000 Teilnehmern eine wichtige Rolle für das Stadtleben in Köln und ist daher auch schon länger Schwerpunkt der Berichterstattung bei report-K. Prof. Dr. Frank Überall ist Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV).

Herr Überall, wie werten Sie eine solche Absage der AfD?

Frank Überall: Report-k.de ist ein anerkanntes journalistisches Medium, das auch in der Vergangenheit über Bundesparteitage berichtet hat. Dass die Kollegen jetzt nicht zugelassen werden, liegt auf der pressefeindlichen Linie, die die AfD seit langem verfolgt: Unliebsame Medien werden ausgesperrt, die Pressefreiheit wird mit Füßen getreten. Für mich ist das undemokratisch."

Können Sie die vorgebrachten "Sicherheitsbedenken" nachvollziehen?

Ich kann nachvollziehen, dass alleine aus Gründen des Feuerschutzes eine bestimmte Personenzahl in einem Saal nicht überschritten werden darf. Andere Sicherheitsbedenken kann es aus meiner Sicht nicht geben. Die AfD musste aber - wie jede andere Partei auch - damit rechnen, dass es ein großes Medieninteresse gibt. Parteitage mit Angela Merkel oder Martin Schulz sind ebenfalls sehr medienrelevant, und auch diese Parteien müssen dafür sorgen, hinreichend große Säle anzumieten."

Wie wichtig ist es für den demokratischen Prozess, dass alle Medien - unabhängig von ihrer Größe - Zugang zu einem Parteitag einer Partei erhalten, die an Landtags- und Bundestagswahlen teilnimmt?

Es gehört aber zum demokratischen Diskurs, dass professionelle Medien über solche Parteitage berichten können. Dazu gehört es zwingend, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen und mit Menschen sprechen zu können. Indem ausgewählten Redaktionen der Zugang verwehrt wird, entzieht sich die AfD demokratischen Gepflogenheiten und verrät einen gesellschaftlichen Konsens."

Mit einer Akkreditierungsabsage verweigert die AfD report-K letztlich auch die Möglichkeit zur ausgewogenen Berichterstattung und Nachfrage, etwa zu Vorkommnissen rund um die Demonstrationen. Aus den Reihen der AfD ist immer wieder der Vorwurf zu hören, dass über deren Position nur einseitig berichtet werde. Wie können Medien ausgewogen berichten, wenn man Ihnen die Möglichkeit dazu gar nicht gibt?

Es darf niemals Aufgabe einer Partei sein zu entscheiden, wer ausgewogen berichtet und wer nicht. Nicht umsonst verbietet das Grundgesetz jede Art von Zensur. Im übrigen ist Ausgewogenheit nicht nach einzelnen Medien oder gar Berichten zu beurteilen. Es geht doch gerade darum, dass eine plurale Medienlandschaft mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen zur Herstellung von Öffentlichkeit beiträgt. Die Bürgerinnen und Bürger können sich nur dann ein Bild von der Realität machen, wenn Medien unabhängig berichten. Mit Aussperrung einzelner Redaktionen versucht die AfD, eine gelenkte Berichterstattung zu organisieren. Dafür dürfen sich Journalisten nicht hergeben.

Herr Überall wir danken für das Gespräch.

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

doganakhanli_ehu_20_09_17

Köln | 53.000 Personen appellieren an die spanische Justiz und Regierung sowie an das deutsche Außenministerium, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit Doğan Akhanlı nicht an die türkischen Behörden ausgeliefert wird. Eine von ihnen unterschriebene Petition wurde heute übermittelt.

nachklick_20_09_17

Köln | NACHKLICK 19. - 20. September 2017, 17-17 Uhr | Der report-K Rückblick auf die Nachrichten der vergangenen 24 Stunden aus Köln, Deutschland und der Welt | Sonderprüfung der Severinsbrücke nach Brand. Brief- und Direktwahl - alle Fristen im Überblick. Im Porträt Dieter Maretzky - ein engagierter Kölner aus Rodenkirchen. Wahlprogramme Bundestagswahl - Die SPD verspricht „Mehr Gerechtigkeit“. Bericht: Berlin plant Zahlung von fast 80 Millionen Euro an Ankara. Dobrindt will Tegel offen halten. Schulz geht um 10 Uhr wählen, Merkel erst 14:30 Uhr. Zwei weitere Festnahmen nach Anschlag in London. Protest Messe-City Köln - IG Bau fordert faire Löhne in der Bauwirtschaft. Starkes Erdbeben in Mexiko - Mehr als 40 Tote. Historische Fotos von Kölns Häfen: Jahreskalender des Stadtarchivs ist erschienen.

maretzky_20092017

Köln | "Hallo Herr Maretzky" ruft eine junge Frau und viele Menschen grüßen Dieter Maretzky, wenn man mit ihm in Rodenkirchen auf der Hauptstraße unterwegs ist. Und er kennt jeden Einzelnen von Ihnen, weiß sofort wer ihn grüßt oder anspricht. Dieter Maretzky ist Vorsitzender der Bürgervereinigung Rodenkirchen, engagiert sich im Vorstand des EL-DE-Hauses und war lange Jahre im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und zuvor in der Stadtbibliothek tätig. Gleich zweifach wurde Dieter Maretzky jetzt ausgezeichnet. Im Interview spricht er über das Ehrenamt, was in Rodenkirchen besser laufen könnte und warum Vernetzung viel bringt.

Köln Livestream

report_K_live2017

report-K.de Livestream

21.9. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz auf dem Kölner Heumarkt
ab 18 Uhr live vom Heumarkt: Die Kölner SPD-Bundestagskandidaten
ab 19 Uhr Martin Schulz live

--- --- ---

Die Wahlnacht im Kölner Rathaus am 24. September

Ab 17:45 Uhr live aus dem Kölner Rathaus: Impressionen von den Wahlparties der Parteien, Stimmen, Interviews, Emotionen live bei report-K

Bundestagswahl 2017

bundestagswahl_2017_button

Bundestagswahl 2017 in Köln

Zum Spezial von report-K / Internetzeitung Köln >

--- --- ---

kandidaten_koeln_13092017

Report-K interviewte die Direktkandidaten - die Videointerviews finden Sie hier, sortiert nach

Nach Partei >

Nach Wahlkreisen >

Theater Köln - Premieren 2017

theaterkritik_kasten300px_neu

Diese Theaterstücke feierten in Köln aktuell Premiere. Die Kritiken:

Theater der Keller startet mit Houellebecqs „Unterwerfung“ in die neue Spielzeit

--- --- ---

KARNEVAL NACHRICHTEN

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Bildungsmesse

bildungsmesse_02092017kl

Kölner Bildungsmesse 2017 im Gürzenich

Report-K berichtete von der Kölner Bildungsmesse - Sehen Sie hier spannende Interviews mit Ausstellern zu neuen beruflichen Möglichkeiten und Chancen

Bundestagswahl 2017

Am 24. September finden die Wahlen zum 19. Deutschen Bundestag statt. Im Spezial von report-K finden Sie aktuelle Informationen, Hintergründe, Wahlprogramm zur Bundestagswahl in Köln und in Deutschland. Hier geht es zum report-K Bundestagswahl 2017 Spezial >

Hinweis der Redaktion: Am 24. September ab 17:30 Uhr bieten wir wieder einen Livestream aus dem Kölner Rathaus zur Bundestagswahl 2017 an.