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Das 21. trifft im Zoo auf das 19. Jahrhundert

Das denkmalgeschützte Südamerikahaus wird für acht Millionen Euro zum begehbaren Regenwald umgebaut.

Köln | Das Südamerikahaus im Kölner Zoo gehört neben der 1860 im klassizistischen Stil erbauten Direktorenvilla und dem kurz darauf im maurischen Stil errichteten Giraffen- und Antilopenhaus zu den ältesten, erhaltenen Gebäuden im Kölner Zoo. 1899 wurde es zunächst als Vogelhaus entworfen, später beheimatete es verschiedenen Affenarten. Zuletzt hatten dort Rote Brüllaffen ihr Zuhause. Diese leben jetzt im in direkter Nachbarschaft liegenden kleinen Südamerikahaus.

Dessen großer, denkmalgeschützter Nachbar wird seit rund vier Wochen umfangreich umgebaut. Bis 2020/21 soll dort ein für Besucher begehbarer Regenwald entstehen, in dem sich neue Bewohner wie Affen, Vögel und Faultiere frei bewegen können. Außerdem sind für die Anlage noch Tiere wie Piranhas und Salzkatzen vorgesehen. Über Infotafeln am großen Holzzaun der Baustelle können Besucher mehr über das neue Zooprojekt erfahren.

Die Kosten für das Projekt liegen bei acht Millionen Euro. 200.000 Euro übernimmt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die bislang in NRW 460 Projekte fördern und so erhalten konnte. Eingesetzt wird das Geld für die Restaurierung der Türme und der Außenhülle des Südamerikahauses, das in seiner alten Farbigkeit erstrahlen soll. Weitere Geldgeber sind die Stadt Köln und die NRW-Stiftung. Zu Ehren seines Großspenders wird das Gebäude künftig Arnulf-Reichert-Haus heißen.

Das von Bäumen umsäumte Gebäude ist in seinen Formen einer russisch-orthodoxen Kirche nachempfunden. Der in Gelb und Weiß gehaltene Bau besteht aus einem Mittelschiff mit Apsis, zwei Seitenschiffen und vier flankierenden Ecktürmen auf quadratischen Grundrissen. Die beiden Nordtürme sind schlanker als die wuchtigen Südtürme. Kielbogige Blendgiebel leiten zu achteckigen Turmaufbauten über, die im Norden als durchfensterte Tambours und im Süden massiv gestaltet sind. Gestreckte Kuppeln mit Laternen und bekrönende Zwiebeldächer schließen die Türme ab. Lisenen und Bögen gliedern die Fassaden.

Das äußere Erscheinungsbild des Südamerikahauses hat sich weitgehend erhalten und soll auch beim Umbau erhalten bleiben, sodass im Gebäude das 19. Jahrhundert der Fassade künftig auf das moderne Innenleben des 21. Jahrhunderts trifft. Der Innenraum und das Hauptdach mussten aufgrund von Kriegsschäden schon früher verändert werden. Das alte schwere Glasdach wird künftig durch eine leichte Folieneindeckung ersetzt. Die historischen Fachwerkträger bleiben erhalten.

Der Kölner Zoo ist der drittälteste in Deutschland. Er wurde 1860 als Aktiengesellschaft unter großem bürgerlichen Engagement eröffnet. Der Garten sollte die Kenntnisse der Naturwissenschaften, insbesondere der Zoologie und der Botanik, fördern. Heute ziehen die 10.000 Tiere aus 750 Arten jährlich über 1,5 Millionen Besucher an.

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