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Dieter Overath, Monika Flocke, Miriam Soria Gonzales und Andreas Wolter auf dem Weihnachtsmarkt der Herzen am Kölner Dom. Am Stand 139 gibt es fair gehandelten Kaffee.

Das letzte Schild hängt – Köln ist „Hauptstadt des Fairen Handels 2017“

Köln | Bereits 15 Schilder in Köln weisen auf die Auszeichnung hin. Heute wurde das 16 am Alter Markt vor dem Kölner Rathaus angebracht, denn seit September darf sich die Stadt Köln als „Hauptstadt des Fairen Handels“ nennen. Ausgezeichnet wurde die Stadt von dem Verein TransFair, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Aber nicht nur die Stadt, sondern auch ihre Weihnachtsmärkte sollen die Kriterien des Fairen Handels berücksichtigen. Der Weihnachtsmarkt der Herzen am Kölner Dom soll die Kriterien besonders gut umgesetzt haben.

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Schild Nummer 16 hängt am Alter Markt vor dem Kölner Rathaus. Andreas Wolter und Dieter Overath. 

Köln ist seit November 2011 „Fair Trade Town“ und habe sich zur Förderung des Fairen Handels verpflichtet. Das bedeutet, dass auch auf allen Kölner Weihnachtsmärkten sichergestellt werden muss, dass die Waren, die aus Übersee stammen, den Kriterien des Fairen Handels entsprechen, erklärt Johanna Pulheim, Ansprechpartnerin im Referat der Stadt Köln für Internationale Angelegenheiten. Das bedeutet: Die Händler müssen Siegel, eidesstattliche Erklärungen oder andere Nachweise darüber erbringen, dass die nicht regionalen Erzeugnisse nach den Kriterien des Fairen Handels, also ohne ausbeuterische Kinderarbeit und ohne Menschenrechtsverletzungen, herstellt wurden.

Weihnachtsmarkt der Herzen am Kölner Dom ist der „fairste“ Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom habe die Kriterien des Fairen Handelns besonders gut umgesetzt, erklärt Bürgermeister Andreas Wolter. Wie zum Beispiel der Stand 88 von Miriam Soria Gonzales aus Peru, die in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt am Dom ist. Gonzales ist auf Einladung der Stadt Köln und der Kölner Weihnachtsgesellschaft noch bis zum 19. Dezember in Köln. Dort werden Handwerksarbeiten indigener Völker aus Peru angeboten, mit denen Köln in diesem Jahr eine Klimapartnerschaft eingegangen ist. Gonzales ist die Präsidentin einer Organisation von 40 indigenen Frauen in Peru, die Handwerksarbeiten, Kleidung, Dekoration und Gebrauchsgegenstände mit traditionellem Design herstellen. Sie verwenden ausschließlich natürliche Materialien.

Vielfalt und Vielzahl überzeugten von Köln

Der bundesweite Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ wird alle zwei Jahre von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Köln war in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei. Mit insgesamt 35 Partnern und 55 Projekten bewarb sich Köln bei dem Wettbewerb und schaffte es sich gegen 100 Städte durchzusetzen. Mit dem Preis verbunden ist in diesem Jahr ein Preisgeld von 60.000 Euro, dass die Stadt zur Förderung von Projekten zum Fairen Handel in Schulen und Vereinen und zur Stärkung des fairen öffentlichen Einkaufs nutzen will, so Bürgermeister Wolter. Ein Viertel des Preisgeldes soll die Stadtverwaltung, für faire Beschaffungen von neuer Dienstkleidung sowie generell beim Einkauf, bekommen, sagt Pulheim. Der größte Anteil fließe jedoch zurück an die beteiligten Zivilgesellschaften, darunter Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Vereine, das Schokoladenmuseum und der Kölner Zoo, ergänzt Pulheim.

Für Köln sprach der Einsatz zahlreicher Bürgerinitiativen, von Organisationen und Vereinen, aber auch das Engagement einiger Kölner Schulen, die das Thema „Fairer Handel“ in ihren Schulalltag aufgenommen haben, betont Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair. Ausschlaggebend für Köln sollen vor allem die Ideen gewesen sein, die in die Breite wirken, sagt Overath. Als Beispiele nennt er die „Fair Trade Night“, die öffentliche Ausschreibung der Weihnachtsmärkte für faire und biologische Produkte, ein Theater zum Thema seltene Erden im Theater am Bauturm.

Über TransFair e.V.

Vor 25 Jahren wurde der TransFair von Dieter Overath mit dem Ziel gegründet, durch fairere Handelsbedingungen die Lebens- und Arbeitsqualität von Kleinbauern und Beschäftigten auf Plantagen im globalen Süden zu verbessern, fair gehandelte Produkte aus der Nische zu holen und im klassischen Lebensmitteleinzelhandel einer breiten Verbraucherschicht anzubieten. Der Verein wird von 31 Mitgliedsorganisationen aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit, Kirche, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen, Bildung, Politik und Umwelt getragen. Daneben unterstützen zivilgesellschaftliche Akteure den fairen Handel durch die Teilnahme an Kampagnen und Aktionen.

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