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Wieder glücklich in Köln: Dogan Akhanli (Mitte) zwischen OB Henriette Reker und seinem Rechtsanwalt Illias Uyar.

Dogan Akhanli: Nach der Rückkehr aus Spanien unter Polizeischutz

Köln | Seit heute steht der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli als „gefährdete Persönlichkeit“ unter Polizeischutz. Bei seiner Rückkehr aus Spanien war er am Donnerstag auf dem Düsseldorfer Flughafen bedroht worden. Ein Mann beschimpfte den Deutsch-Türken auf Türkisch als „Landesverräter“ und drohte „Du bist hier nicht sicher“.

Akhanlis Verteidiger Ilias Uyar hält den Störer für einen Man mit engen Verbindungen zu türkischen Behörden. „Er wusste wann wir ankommen, wo wir stehen und was er sagen muss“. Er habe professionell für Unsicherheit sorgen sollen. Wer in der Türkei zum Volksverräter erklärt werde, der sei vogelfrei.

Der Kölner Schriftsteller wurde in Spanien auf Antrag der Türkei verhaftet

Akhanli war am 19. August während seines Urlaubs in Spanien auf Grund eines Interpol-Haftbefehls zunächst festgenommen, dann aber wieder freigelassen und mit einem Ausreiseverbot belegt worden. Die Türkei warf ihm – „gefährlich, bewaffnet und flüchtig“ – Beteiligung an einem Raubmord vor, schob später noch den Vorwurf der Vergewaltigung nach. Dies offensichtlich, um davon abzulenken, dass der Haftbefehl politisch begründet war.

Letztlich entschieden spanische Regierung und Justiz dann aber, Akhanli nicht in die Türkei auszuliefern. Eine breite Welle der Solidarität hatte dies im Vorfeld gefordert. Auch die Bundesregierung stand dafür in engem Kontakt mit Madrid.

Am Freitag, einen Tag nach seiner Rückkehr, gab es einen kleinen Empfang von OB Henriette Reker im Rathaus. Anschließend stellte sich Akhanli, der sich durch kritische Bücher zur türkischen Geschichte wie dem Völkermord an den Armeniern einen ANmen gemacht hat, den Fragen der Presse.

Schon 2010 von den gleichen Vorwürfen in der Türkei freigesprochen

„Ein schönes Gefühl, wieder in Köln zu sein“, sagte er und verwies auf eine ähnliche Erfahrung im Jahr 2010. Damals war er, um seinen todkranken Vater zu besuchen, in die Türkei gereist. Auf dem Flughafen wurde er unter dem Vorwurf des Terrorismus und

Die Zeit in Spanien habe er genutzt, um sein Biografie zu beenden – das habe er nach 2010 nicht gekonnt (Sie erscheint unter dem Titel „Verhaftung in Granada oder Treibt die Türkei in die Diktatur?“ bei Kiepenheuer & Witsch). Spätestens seit dem Putschversuch von 2016 sei die Türkei unberechenbar geworden, keiner könne mehr sicher sein. Sie sei kein Rechtsstaat mehr mit einer unabhängigen Justiz. Er warnte davor, in die Türkei zu reisen: „Früher gab der deutsche Pass Sicherheit, jetzt ist es eher umgekehrt.“. Und er selber fühlt sich auch in Deutschland nicht mehr sicher, sei aber bereit, selbst mit türkischen Nationalisten zu reden.

Rechtsanwalt: Deutsche Behörden informierten nicht über Auslieferungsgesuch

Akhanlis Anwalt Ilias Uyar begrüßte, dass sich die deutsche und die spanische Regierung für Akhanli eingesetzt hätten, auch dass die EU-Mitglieder begännen, ihr Verhältnis zur Türkei grundsätzlich und auch mit blick auf die Zeit nach Erdogan zu überdenken. Dies könne aber nur der Anfang sein, war er sich mit Akhanli einig. Dabei müsse man auch an die Menschen in der Türkei denken, vor allem Akademiker und Frauen fürchteten um ihren laizistischen Lebensstil.

Harte Kritik übte Uyar an deutscher Justiz und Sicherheitsbehörden. So habe das Oberlandesgericht zweimal über ein Auslieferungsgesuch der Türkei verhandelt. Dies sei zwar abgelehnt worden, seinen Mandanten aber man darüber aber nicht informiert: „Ein großes Versäumnis.“.

Auch jetzt sei Akhanli nicht außer Gefahr. Der Interpol-Haftbefehl bestehe weiter, sowohl in EU-Ländern als auch außereuropäisch. Belgien immerhin habe es abgelehnt, daraufhin tätig zu werden. Uray forderte Verhandlungen mit Interpol, um den Haftbefehl zu streichen.

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