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Ausgelegtes Kondolenzbuch für Ehrenbürger Norbert Burger in der Piazetta im Historischen Rathaus Köln

Ehrenbürger Norbert Burger verstorben

Köln | Der frühere Kölner Oberbürgermeister und Ehrenbürger Norbert Burger ist tot. Der SPD-Politiker starb am Mittwoch nach einer langen Krebserkrankung im Alter von 79 Jahren. Im Rathaus liegt ein Kondolenzbuch aus.

"Den Menschen im Blick"

„Mit Norbert Burger verliert Köln eine ihrer herausragenden Führungspersönlichkeiten, ohne die unsere Stadt nicht das geworden wäre, was sie heute ausmacht. Bei all seinen Initiativen und Entscheidungen behielt er immer den Menschen im Blick“, sagte Kölns oberbürgermeister Jürgen Roters. Er ordnete Trauerbeflaggung an und lässt im Rathaus ein Kondolenzbuch auslegen. „Alle gesellschaftlichen Gruppen, die Wirtschaft, die Verbände, die Kirchen, die Menschen in den Veedeln und die Politik, sie brachte er zusammen, um Kölns Entwicklung menschenfreundlich, modern und zukunftssicher zu gestalten. Die Stadt Köln ist Norbert Burger zu großem Dank verpflichtet. Seine innere Haltung und sein Wirken waren und sind heute noch beispielhaft. Köln und seine Bürger werden ihrem früheren Oberbürgermeister Norbert Burger ein ehrendes Angedenken bewahren", so Roters weiter.
Burger war von 1980 bis 1999 Stadtoberhaupt. In seiner langjährigen Amtszeit prägte Burger die Kölner Stadtgeschichte maßgeblich. Mit einer Dienstzeit von 19 Jahren war er der am längsten amtierende Kölner Oberbürgermeister des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1985 und 2000 saß Burger zudem im Landtag. Die Stadt Köln legte am Mittwoch ein Kondolenzbuch aus und ordnete Trauerbeflaggung für das Historische Rathaus an. Als Mann des Ausgleichs wollte der studierte Jurist die alten Gräben zwischen den Rheinmetropolen Düsseldorf, Köln und Bonn überwinden. Besonders nach dem Bonner Umzugsbeschluss legte er den Fokus auf eine gemeinsame Zukunft der Region. Er setzte sich dafür ein, dass sich mehr Unternehmen ansiedelten und die Medienwirtschaft in der Kölner Region einen Platz fand. International engagierte er sich für Palästina, in dem er in seiner Amtszeit eine Städtepartnerschaft mit Bethlehem auf den Weg brachte. Angeblich war es die erste Partnerschaft zwischen einer deutschen Kommune und einer palästinensischen Stadt. Zwischen 1993 und 1995 stand Burger als Präsident an der Spitze des Deutschen Städtetages. Der Städtetag würdigte Burgers "große Verdienste" in der internationalen Zusammenarbeit der Kommunen.

In Spendenaffäre geraten

Nach seinem Ausscheiden als Oberbürgermeister geriet Burger in den Sumpf einer Parteispendenaffäre. 2002 wurde sein Haus von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Er hatte eine fingierte Spendenquittung über 5.000 Mark beim Finanzamt geltend gemacht, beteuerte jedoch, von dem Beleg nichts gewusst zu haben, weil seine Sekretärin sich um die Sammlung der Unterlagen für das Finanzamt gekümmert habe. Vier Jahre später wurde das Verfahren gegen ihn und weitere SPD-Mitglieder gegen Geldauflagen zwischen 7.000 und 30.000 Euro eingestellt. Burger kam am 24. November 1932 im Kölner Stadtteil Ehrenfeld zur Welt. Zu diesem Zeitpunkt war der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer Stadtoberhaupt. Nach dem Abitur und einem Jurastudium durchlief Burger mehrere Verwaltungsstationen. Unter anderem war er im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig. In die SPD trat er 1957 ein. Burger hinterlässt drei Kinder.

Stimmen aus der Kölner Poliitk zum Tode Norbert Burgers:

Das Kondolenzschreiben der Kölner Grünen im Wortlaut: „Wir trauern um Norbert BurgerNach schwerer Krankheit ist Norbert Burger, ehemaliger Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Köln, verstorben. Sein Tod lässt uns traurig und bestürzt zurück. Während seiner Amtszeit engagierte er sich weit über Köln hinaus. Als Präsident des Deutschen Städtetags setzte er sich mit Leidenschaft für die Belange der Städte ein. Auch engagierte er sich für die internationale Zusammenarbeit der Städte und trieb mit Erfolg die Gründung von internationalen Städtepartnerschaften für Köln voran, darunter 1987 mit Peking, 1988 mit Corinto/El Realejo in Nicaragua und 1996 mit Bethlehem. Köln war damals die erste deutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer palästinensischen Stadt als aktiven Beitrag zur Förderung des Friedensprozesses im Nahen Osten auf kommunaler Ebene aufgenommen hat.

Norbert Burger war der erste „Offizielle“ dieser Stadt, der in den 1980er Jahren auf uns GRÜNE zuging und das offene Gespräch suchte. Nachdem die GRÜNEN 1984 erstmals in den Kölner Rat eingezogen waren, machte er einen ehrlich gemeinten Antrittsbesuch bei der grünen Ratsfraktion in unserem damaligen Fraktionsdomizil, dem „roten Haus“ neben dem Rathausturm. Als Vorsitzender des Rates achtete er die Rechte aller Ratsmitglieder. Da wir als damalige Opposition einer großen Koalition gegenüberstanden haben wir seine Fairness in der Sitzungsführung sehr geschätzt. Den Sozialdemokraten Norbert Burger erlebten und schätzten wir immer als interessanten, streitbaren aber zugleich konstruktiven und humorvollen politischen Gesprächspartner. Sein ausgeprägtes Engagement für die kommunale Selbstverwaltung und seine Empathie für Köln machen ihn unvergessen. Wir werden ihn sehr vermissen.“

Anne Lütkes, Katharina Dröge Barbara Moritz und Jörg Frank für den Kreisverband und die Ratsfraktion

CDU-Fraktion trauert um Norbert Burger: "Mit großer Betroffenheit hat die CDU-Fraktion die Nachricht vom Tod Dr. h. c. Norbert Burgers aufgenommen. Winrich Granitzka, Vorsitzender der CDU-Fraktion, erklärt: „Norbert Burger und ich haben lange Jahre vertrauensvoll in unterschiedlichen Funktionen zusammengearbeitet. Uns verband eine freundschaftliche Beziehung und sein Tod macht mich sehr traurig.“ Granitzka betont, Köln habe mit Norbert Burger einen jener großen Politiker verloren, die eine Stadt durch ihr Wirken nachhaltig geprägt hätten. „Aber Norbert Burgers Wirkungskreis beschränkte sich nicht auf Köln. So hat er sich unter anderem sein Leben lang für eine Aussöhnung zwischen Israel und Palästina eingesetzt und hier viel bewirkt.“ Winrich Granitzka spricht der Familie des Verstorbenen sein Beileid aus und versichert, die CDU-Fraktion werde Norbert Burger stets ein ehrendes Andenken bewahren."

Die Jusos Köln trauern um Dr. h.c. Norbert Burger: "In stiller Trauer gedenken wir des langjährigen OB Dr. h.c. Norbert Burger. „Mit Norbert Burger verliert Köln eine ihrer herausragenden Führungspersönlichkeiten, ohne die unsere Stadt nicht das geworden wäre, was sie heute ausmacht. Bei all seinen Initiativen und Entscheidungen behielt er immer den Menschen im Blick“. In Erinnerung bleiben wird der denkwürdige und emotionale Besuch Norbert Burgers auf der Jubiliäumsfeier der Jusos Köln im vergangenen November. „Sein authentischer Politikstil, mit dem er jahrzehntelang die Jusos, die Sozialdemokratie und die Stadt Köln geprägt hat, ist uns allen ein Vorbild“, so Nikolai Dahlmanns, Vorsitzender der Jusos Köln."

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