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Viele leere Stühle beim Abschlussgottesdienst im Rheinenergiestadion

Eucharistischer Kongress: Abschlussgottesdienst - Viele leere Stühle im Rheinenergiestadion

Köln | Mit einem Gottesdienst im Rheinenergiestadion ist heute der Eucharistische Kongress zu Ende gegangen. Der Veranstalter, die deutsche Bischofskonferenz, allen voran deren Vorsitzender Erzbischof Zollitsch jubelt und spricht von einem vollen Erfolg. Betrachtet man die nüchternen Zahlen und Fakten zeigen diese ein anderes Bild von Kirchenoberen, deren Ruf weniger als die Hälfte der katholischen Schäfchen folgten, die sonst den alle zwei Jahre katholischen Kirchentag besuchen.

Der eucharistische Kongress war eine Herzensangelegenheit des Ende 2013 aus dem Amt scheidenden Kardinal Meisner. Der machte nie einen Hehl daraus, dass ihm die Laienveranstaltung der katholische Kirchentag, nie wirklich gefallen hat, weil dort zu viel diskutiert statt gebetet werde. Veranstalter des eucharistischen Kongresses, war die deutsche Bischofskonferenz, die eine Art rein auf Glaubensfragen konzentrierte Gegenveranstaltung zum Kirchentag zum ersten Mal auflegte. Monsignore Klein, der die Veranstaltung organisierte, legte heute seine offiziellen Zahlen vor. Gekommen seien 45.000-48.000 Menschen an den fünf Tagen insgesamt. Selbst Radio Vatikan spricht nur von 40.000 Besuchern. Zahlen die man nicht nachprüfen kann. Darunter 6.500 Schüler und 2.000 Jugendliche. Allerdings waren die Schülerinnen und Schüler der erzbischöflichen Schulen zwangsverpflichtet. 600 Helfer, 800 Geistliche, 72 Bischöfe und Kardinäle und 570 Ordensschwestern. Am Abschlussgottesdienst hätten über 20.000 Menschen teilgenommen, darunter 200 Kommunionkinder und über 1.200 Messdiener. Die meisten Stühle blieben leer. Zum Fest des Glaubens in die Lanxess Arena konnte man 5.000 Menschen, zur Nacht der Lichter 2.600 und zum Eröffnungsgottesdienst 6.000 Menschen zählen. Auf den ersten Blick beeindruckende Zahlen des Veranstalters, auf den zweiten Blick allerdings ernüchternde. Auch wenn man die Zahlen nicht wirklich vergleichen kann, alleine am indisch angehauchten Holifestival nahmen am gestrigen Samstag zum ersten Mal in Leverkusen rund 9.000 Menschen teil und zum Nürburgring pilgerten 85.000 Menschen zu Rock am Ring.

Alleine das Erzbistum Köln hat über zwei Millionen Mitglieder, 544 Pfarreien, 1326 Priester und Diakone und annähernd 2.000 Ordensbrüder und Schwestern. Im gesamten Bundesgebiet leben rund 24,5 Millionen Katholiken. Übrigens leben in Deutschland über 27 Millionen Menschen ohne Konfession. Über 100.000 Menschen sind in Deutschland in Diensten der Kirche. So haben am Abschlussgottesdienst, immerhin auch ein Event in einem Fußballstadion, der ja auch neugierig macht, gerade mal 0,96 Prozent der Katholiken aus dem Erzbistum, also einem Umkreis von rund 50-100 km, und aus Deutschland nur 0,08 Prozent teilgenommen. Der Katholikentag, getragen vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken sprach bei seiner letzten Veranstaltung 2012 in Mannheim von 80.000 Menschen, darunter 33.000 Dauerbesuchern. Bezogen auf den Abschlussgottesdienst erreichten die Bischöfe mit ihrer eigenen, manche sprachen auch von einer Gegenveranstaltung, nur ein Viertel der Katholikentagbesucher.

Kritiker des Kongresses sprechen von einer Veranstaltung aus dem 19. Jahrhundert, die heute nicht mehr zeitgemäß sei. Wer von außen auf den Kongress sieht, dem drängen die Weihrauchnebel wieder die Fragen ins Gewissen, auf die die katholische Kirche und ganz besonders das Erzbistum Köln unter Meisner keine Antworten, oder nur unvollständige liefert und die Diskussion verweigert: Die Missbrauchsfälle aus dem Jahr 2010, Meisner hatte den „geistlichen Gesprächsprozess“ mit Verweis auf die Ausrichtung des eucharistischen Kongresses und der damit verbundenen vielen Arbeit abgesagt, die Verwehrung der Aufnahme einer jungen Frau die vergewaltigt wurde in katholischen Krankenhäusern des Erzbistums, die ungeklärte Frage nach der Rolle der Frau in der Kirche oder der Umgang der Kirche mit dem Arbeitsrecht um nur einige Themen zu nennen. Hier verlangt die Gesellschaft zu Recht offene innerkirchliche Diskussion und Antworten, als nur die Anbetung einer Monstranz. Und eine Frage muss nach dem eucharistischen Kongress 2013 auch die Gesellschaft diskutieren: Welchen Einfluss will und muss Sie in Zukunft einer Amtskirche einräumen, die selbst in den eigenen Reihen so wenig Widerhall findet?

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