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Dieses Bild der betroffenen Anlage zeigte das Unternehmen Currenta am Tag nach dem Störfall. | Screenshot: PK Currenta

Explosion in Bürrig: BUND wirft LANUV Verharmlosung vor

Köln | Am 27. Juli ereignete sich im Entsorgungszentrum des Chemparks in Leverkusen eine Explosion in der Sondermüllverbrennungsanlage und einem Tanklager. Anschließend brach ein Feuer mit starker Rauchentwicklung aus. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt sich kritisch zum Umgang mit der Katastrophe und verheerenden Störfalls und fordert eine transparente, umfassende und schonungslose Aufklärung.

Der BUND spricht von einer einzigen Wischprobe die durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) bislang untersucht worden sei. In den Rußpartikeln und der einen Wischprobe sind keine oder nur sehr geringe Mengen an Dioxin, PCBs oder PAKs gefunden worden. Paul Kröfges, Sprecher der Regionalgruppe Köln des BUND: "Das ist nur scheinbar eine halbwegs gute Nachricht, die mit 3 plus 1 Proben und der untersuchten Schadstoffpalette angesichts der Art der Ausgangsstoffe, des Explosionsgeschehens, der Qualm- und Rußverteilung, des gesamten Schadensausmaßes und der betroffenen Fläche auf noch sehr schwachen Füßen steht." Der BUND fordert eine Ausweitung der Beprobung und umfassende non-target Untersuchungen. Die Kosten, so der BUND, müsse der Verursacher, also der Betreiber des Chemparks und des Entsorgungszentrums tragen, also Currenta.

Scharf kritisiert der BUND die Aussage des LANUV, dass die Rußflocken für Kinder völlig unkritisch seien, selbst wenn diese so einen Brand-Rückstand verschlucken sollten und zitiert hier U. Quaß des LANUV. Positiv bewertet der BUND diese Aussagen des LANUV:

• es ist unklar, ob weitere unbekannte Stoffe abgegeben wurden
• es wird weiter der Verzicht auf Verzehr von Obst und Gemüse empfohlen
• verunreinigte Flächen sollten nicht angefasst und selbst gereinigt werden
• es läuft ein Screening Programm zur Untersuchung von Boden- und Pflanzenproben

Umfangreiche Untersuchungen gefordert

Das immer noch nicht bekannt sei, welche Stoffe verbrannt seien, wertet der BUND als unzureichend. Die Beschreibung „flüssige Reststoffe aus der Produktion von Chemikalien für die Landwirtschaft“ und die Hauptbestandteile seien „phosphor- und schwefelhaltige Chemikalien“ reiche nicht aus. Kröfges: "Das bedeutet aber eine große Palette von giftigsten Stoffen, die einerseits durch die Explosion in die Umgebung verdriftet sein können, andererseits wohl auch eine bisher unbekannte Zahl und Menge an Verbrennungs- und Reaktionsprodukten mit wahrscheinlich hoher Toxizität die hierbei entstanden und weiträumig verteilt werden konnten. Dies kann derzeit niemand abschätzen und ausschließen. Die ersten LANUV Untersuchungen haben sich korrekterweise auf klassische Verbrennungsprodukte chlorhaltiger organischer Abfälle mit hohem Giftpotenzial bezogen, jetzt muss aber mit modernsten Verfahren und an wesentlich mehr Proben aus allen Umweltmedien nach den Giftstoffen des gesamten Spektrums (Ausgangsstoffe und Reaktionsprodukte) hin untersucht werden. Hierbei müssen auch umfassend non-target Untersuchungen zum Einsatz kommen, wie dies z.B. in den letzten Jahren am Rhein der Fall war. Dabei werden auch bisher nicht analysierte Substanzen sichtbar. Dies ist aus Vorsorgegründen gegenüber der Gesundheit von Hundertausenden betroffenen Menschen unvermeidlich, die Kosten hierfür sind in vollem Umfang vom Verursacher zu tragen."

Fragen nach der Kontrolle

Der BUND bezweifelt, dass die Bezirksregierung regelmäßig und intensiv kontrolliert habe. Kröfges: "Gefordert ist jetzt eine transparente, umfassende und schonungslose Aufklärung. Auf Grund der Bedeutung dieses Störfalles und der erneuten Hinweise auf lückenhafte Überwachung durch die zuständige Bezirksregierung fordert der BUND daher die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses des Landtages um solche Versäumnisse aufzuarbeiten und künftig zu vermeiden."

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