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Der Künstler Mischa Kuball an der Einsturzstelle

Gedenken an den Archiveinsturz vor sieben Jahren

Köln | Zum siebten Jahrestag der Zerstörung des Kölner Stadtarchivs, nahm sich die Bürgerplattform „Köln kann auch anders“ (K²A²) zum Anlass, nicht nur den Opfer zu gedenken, sondern auch den Blick nach vorne zu richten. Dafür trafen heute Stadtdirektor Guido Kahlen und K²A²-Sprecher Frank Deja am Unglücksort zusammen. Kahlen sprach über den Stand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die nächsten Schritte der Stadt. Deja über die Forderungen von K²A².

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Fotostrecke: Gedenken an den Archiveinsturz vor sieben Jahren

Der Einsturz des historischen Archivs der Stadt Köln – vor genau sieben Jahren – war in der Öffentlichkeit wahrnehmbar, als eine kulturelle Katastrophe von unvergleichlichem Ausmaß. Stadtdirektor Guido Kahlen und K²A²-Sprecher Frank Deja trafen an der Einsturzstelle zusammen. Die Versammlung an der Einsturzstelle wurde musikalisch begleitet. Deja appellierte an die neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker sich für die Überwindung des 'Kölner Grundübels' einzusetzen: „Machen Sie ernst mit ihrem Versprechen, an dem 'Kölner Grundübel' etwas zu tun. Und machen Sie die Bürgerinnen und Bürger dabei zu Ihren Verbündeten“, so Deja.

Die Zerstörung des Stadtarchivs wird von K²A² nicht nur als schmerzhafteste Folge von Versäumnissen und Organisationsmängeln in den Spitzen von Politik gesehen, sondern auch als Versagen der Verwaltung und der kommunalen Betriebe. Sie alle seien ein Teil des 'Kölner Grundübel', denn niemand wolle die Verantwortung übernehmen. Die Folgen seien dabei von alle Kölner Bürgern unfreiwillig zu tragen: Verlust von urbaner Lebensqualität, Verschwendung der Steuergelder, und im Fall des Stadtarchivs sogar der Verlust von Menschenleben.

„Als Frau Reker nach der Silvesternacht sagte 'Ich habe schon den Eindruck, dass Leute nach Köln kommen, die denken, man könne sich hier so schlecht benehmen, wie man will', dann habe ich den Eindruck, dass es nicht nur für kriminelle Banden aus dem Maghreb sondern auch für Baufirmen mit teilweise kriminellem Geschäftsmodell, die wittern, dass sie sich hier auf Kosten der Allgemeinheit bereichern können“, erläuterte Deja.

„Wir ziehen jetzt die Konsequenzen“, sagte Kahlen und fügte hinzu: „wir müssen noch mehr Nachdenken, aber vor allem Vordenken, damit sich so etwas in unserer Stadt nicht wiederholen muss. Wir müssen die Risiken analysieren und diese transparent machen, um weitere Katastrophen dieser Art zu verhindern.“

Nach Abschluss der Ansprachen von Kahlen und Deja und der gemeinsamen Schweigeminute, wurde von der Initiative ArchivKomplex, ein auf den Katastrophenort bezogenes Kunstwerk, für den öffentlichen Raum enthüllt. Das Kunstwerk ist ein Geschenk an die Stadt Köln, dass die Bedeutung des Ereignisses vom 3. März 2009 für die Entwicklung der Stadt auf eindrucksvolle Weise herausstellen soll. Es ist die Arbeit des international bekannten Künstlers Mischa Kuball. Kuball ist seit 2007 Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln.

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