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OB Henriette Reker hält die Messingplombe, die dann in den Grundstein gesetzt wird. Petra Rinnenburger füllt sie mit Zeitdokumenten.

Grundstein für neues Stadtarchiv gelegt

Köln | Ein „Kölnpfennig“, ein Satz aktueller Euro, die Kölner Tageszeitungen vom Tage, Baupläne, zwei historische Fotos aus dem Rheinischen Bildarchiv und etwas Schutt des eingestürzten Archivs: Das ist der Inhalt der Messingplombe, die am Freitag, 17. März, in den Grundstein für das neue Stadtarchiv eingemauert wurde. Oberbürgermeisterin (OB) Henriette Reker eröffnete die Zeremonie.

Anwesend waren zahlreiche Vertreter aus Verwaltung, Politik und Kultur. Darunter auch ein sichtlich gerührter Stefan Neuhoff. Der ehemalige Chef der Kölner Berufsfeuerwehr leitete damals die Aufräumarbeiten und die Bergung der Archivalien. Reker dankte auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die bei der Bergung und „Ersten Hilfe“ für die Dokumente geholfen hatten, und den Mitarbeitern der Stiftung Stadtgedächtnis.

Unter einem blauen Zelt auf dem Betonfundament durften Reker, Neuhoff, Petra Rinnenburger (Leiterin der städtischen Gebäudewirtschaft), Bettina Schmidt-Czaja (Archivdirektorin), Johanna Gummlich (Leiterin Rheinisches Bildarchiv) und Architekt Felix Waechter nach Füllung der Metallhülse mit einer Kelle Mörtel die Schließung des Grundsteins vorbereiten. Anschließend klopften alle mit einem Maurerhammer die Platte fest – hier machte dann auch Baudezernent Franz-Josef Höing mit.

Ungewohnt schnell entschied sich der Stadtrat für den neuen Standort

Acht Jahre nach dem Einsturz am Waidmarkt, der zwei Todesopfer forderte, beginnen im April endlich die Bauarbeiten für das eigentliche Gebäude auf dem Eckgrundstück Eifelwall/Luxemburger Straße. Schon sechs Monate nach der Katastrophe hatte sich der Rat für den neuen Standort entschieden. So schnell sei man das eigentlich in Köln nicht gewöhnt, meinte Reker.

2011 gewann das Darmstädter Architektenbüro Waechter + Waecheter den Wettbewerb für den Neubau, „das modernste kommunale Archiv in Europa“, so Reker. Archäologische Funde, die Entdeckung einer unbekannte KVB-Stromleitung und Auseinandersetzungen um die Räumung des Geländes verzögerten den Baubeginn für Baugrube und Fundament. Rund 80,5 Millionen Euro soll das neue Archiv kosten, Architekt Felix Waechter verspricht die Eröffnung für Ende 2020.

Eine „Schatzkammer“ wird das Bild des künftigen Stadtarchivs prägen

Der Entwurf sieht als Mittelpunkt eine „Schatzkammer“ vor: quadratisch, sechsgeschossig, mit einer dunklen fensterlosen Fassade. Hier sollen die historischen Dokumente aus 1000 Jahren Stadtgeschichte – 95 Prozent des Bestandes konnten nach dem Einsturz geborgen werden – aufbewahrt werden. Neben diesem Turm werden zwei Innenhöfe liegen. Alles wird von einem dreigeschossigen Gebäude mit einer Fensterfassade umgeben. Hier liegen Foyer, Lese- und Vorträgssäle, Büros, Werkstätten und Labore für die 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Haus wird energieeffizient sein.

Auf insgesamt etwa 14.500 Quadratmetern Nutzfläche werden rund 58 Regalkilometer und 460 Planschränke für die Dokumente stehen. Weil auch das Rheinische Bildarchiv – bislang am Kattenbug – hier seinen neuen Standort findet, stehen ihm Platz für 2,2 Regalkilometer zur Verfügung.

Reker ermunterte Alle Kölner, das Archiv etwa zur Erforschung ihrer Familiengeschichte zu nutzen und es so zu einem „Bürgerarchiv“ zu machen.

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Foto: ehu | Blick von Süden in die Baugrube – das Grundstück ist 9.250 Quadratmeter groß. Rechts die Häuser am Eifelwall.

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