Köln Nachrichten Köln Nachrichten

17082018_Archiv1

v.l.n.r.: Petra Rinnenburger, Felix Wächter und Markus Greitemann stellten am heutigen Freitag das Fassadenkonzept am Historischen Archiv vor. Bild: Stadt Köln

Historisches Archiv bekommt „Brise soleil“

Köln | Am heutigen Freitag haben die Verantwortlichen für den Neubau des Historischen Archivs Details zur zukünftigen Fassade des Gebäudes erläutert. Die „Brise soleil“ soll die Räumlichkeiten im Inneren vor allzu viel Lichteinfall und zu hohen Temperaturen schützen.

Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Hitzewelle ist es von überragender Bedeutung, dass bei Neubauten wie dem Historischen Archiv die starke Sonneneinstrahlung nicht dazu führt, dass zugleich auch die Kosten für Klima und Kühlung in die Höhe schießen. Die Lösung ist eine aus vielen Lamellen bestehende „Brise soleil“, die zugleich auch Schatten an Sonnentagen spendet. Die Lamellen sind dabei vor der äußeren Fassade des Gebäudes angebracht. Sommer wie Winter sorgen sie somit für einen optimalen Lichteinfall, wie Architekt Prof. Felix Waechter beim heutigen Pressetermin erläuterte.

Die tiefen, außenseitig vor die Fassaden gehängten Lamellen rund um den Mantelbau haben aber nicht nur eine technische Funktion, sondern sind im Entwurf des Architekturbüros „Waechter + Waechter Architekten" ein wesentliches Gestaltungsmerkmal des Hauses. Die Lamellen erzeugen ein ständig wechselndes Licht- und Schattenspiel auf der Fassade und symbolisieren zugleich Offenheit und Transparenz.

Die gesamte Gebäudehülle soll durch die changierende Farbigkeit der Baubronze „eine lebendige und mit schöner Patina alternde Anmutung" erzielen, betonte Waechter. Die Fassade erscheint, je nach Blickwinkel, offen und geschlossen zugleich. „Sie verkörpert so nach außen den Anspruch und das Selbstverständnis des Stadtarchivs als Speicher und Schatzhaus der Geschichte sowie zugleich als einladender, anziehender Mittelpunkt der Geschichtsvermittlung und des -austauschs."

Das Klimakonzept

Je mehr ein Gebäude vor Sonneneinstrahlung geschützt ist, desto weniger Energie muss aufgewendet werden, die Räume herunter zu kühlen. Je mehr Licht im Winter einfällt, desto weniger muss Kunstlicht zugeschaltet werden. Durch die weitgehend natürliche Verschattung trägt die Fassadenkonstruktion wesentlich zur Erfüllung der hohen energetischen und konservatorischen Anforderungen bei. Direkte Sonneneinstrahlung in den Werkstatt- und Büroräumen wird hingegen im Sommer weitgehend verhindert.

In den Wintermonaten sieht das anders aus. Dann fällt wegen der tiefer stehenden Sonne das dann gewünschte Tageslicht ins Haus. An den nach Süden und Westen ausgerichteten Fassaden sind darüber hinaus außenliegende, senkrechtgeführte Textilrollos (Screens) vorgesehen, deren Führungsschienen in die Lamellen integriert werden. Die geplante Fassadenkonstruktion ermöglicht es somit, die hohen Anforderungen an das Raumklima einzuhalten und den haustechnischen Aufwand zu reduzieren. Sie ist damit im besten Sinn nachhaltig und wirtschaftlich. Damit dient die „Brise soleil" auch dem Energiesparen.

Das Klimakonzept wird zwei Anforderungen gerecht: den „geschlossenen", tresor-ähnlichen Archivbereichen zur Aufbewahrung beschädigter Archivalien, Fotografien und Büchern einerseits sowie den „offenen" Flächen wie Ausstellungs- und Vortragsräumlichkeiten, Büros, Labor-, Werkstatt- und Leseräumen andererseits. Zum Konzept gehören neben einer raumlufttechnischen Klimaanlage (RLT), die die neun Klimazonen im Gebäude für die unterschiedlichen sensiblen Archivalien und Fotografien sicherstellt, auch eine Wärmepumpenanlage, eine Photovoltaikanlage sowie eine neu gebaute Brunnenanlage und ein Eisspeicher auf dem Grundstück des Neubaus.

Archivneubau – ein Gebäude mit Superlativen

Die Fassade des dreigeschossigen Mantelbaus setzt sich aus rund 1.030 einzelnen Fensterelementen zusammen. Diese haben jeweils eine Breite von 90 Zentimetern und eine Höhe von etwa 3,40 Metern (Obergeschosse) bis 3,80 Metern (Erdgeschoss). Alle Lamellen zusammen haben eine Länge von etwa 4.500 Metern. Zum Vergleich: Die Hohenzollernbrücke hat eine Länge von rund 410 Metern.

17082018_Archiv2

Die Bauarbeiten für den Neubau sind schon weit vorangeschritten. Bild: Rheinisches Bildarchiv Köln/Michael Albers

Die Fassade des dreigeschossigen Mantelbaus (nur diese verfügt über die „Brise soleil" genannten feststehenden Sonnschutzlamellen) hat eine Fläche von rund 2.400 Quadratmetern. Hinzu kommen rund 1.500 Quadratmeter Glasfassade der Höfe und ungefähr 2.100 Quadratmeter geschlossene Metallfassade des Magazinbaus. Insgesamt verfügt das Gebäude damit über eine Fassadenfläche von etwa 6.000 Quadratmetern.

Der Archivneubau ist 126 Meter lang und 45 Meter breit. Der Mantelbau hat eine Höhe von rund elf Metern, der zentrale Magazinbau, das sogenannte „Schatzhaus", etwa 20 Meter. Die Grundfläche von 4.470 Quadratmetern ist ungefähr halb so groß wie die des Kölner Doms.

Der Neubau wird Europas modernstes kommunales Archiv

Am Eifelwall errichtet die Stadt Köln Europas modernstes kommunales Archiv, in dem das Historische Archiv der Stadt Köln und das Rheinische Bildarchiv ihren neuen Platz finden. Bauherrin ist die städtische Gebäudewirtschaft. Gebaut wird nach den Plänen des Architekturbüros „Waechter + Waechter Architekten" aus Darmstadt eine dreigeschossige Mantelbebauung, in dessen Mitte sich das so genannte Schatzhaus erhebt, das mit seinen Magazinen die Archivalien und Fotografien schützt.

Auf einer Gesamtfläche von etwa 22.580 Quadratmetern stehen rund 58 Regalkilometer und 460 Planschränke für das Archivgut zur Verfügung. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Es bietet gleichzeitig rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Platz. Im Lesesaal stehen 45 Plätze für die Arbeit mit Archivgut zur Verfügung. Der Neubau Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv ist mit Gesamtkosten in Höhe von 75,9 Millionen Euro (zuzüglich 10 Prozent Risikoreserve) veranschlagt. Die funktionsfähige Übergabe an die Nutzer ist für 2020 geplant.

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

ecosign_fastfashion_ehu_16012018

Köln | Die Ausstellung „Fast Fashion“ im Rautenstrauch-Joest-Museum zeigt die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, mit den vor allem in Asien Billig-Textilien für Europa produziert werden. Gezeigt werden auch Gegenmodelle, entwickelt von Studentinnen und Studenten der Design-Akademie ecosign. Die Besucher dürfen noch bis Ausstellungsende am 24. Februar ihre „Slow Fashion“-Liebling wählen. Jetzt wurden die drei aktuellen Spitzenreiter vorgestellt.

Köln | Es ist der 19. Januar 2001 als gegen 7 Uhr morgens in der Probsteigasse die damals 19 Jahre alte Tochter des Geschäftsmannes den Deckel einer Stollendose anhebt, die zwischen dem 18. und 21. Dezember 2000 in dem kleinen Laden der Familie „vergessen“ wurde. Der darin verborgene Sprengsatz explodiert. Der Generalbundesanwalt legt den Sprengstoffanschlag den mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zur Last. Diese Theorie ziehen auch heute noch viele Menschen in Zweifel. Am 17. Januar um 19 Uhr gedenkt die Initiative „Keupstrasse ist überall“ dem 18. Jahrestag des Anschlags.

Köln | 211 Spitzahorne, Vogelkirschen und Stieleichen werden von der Stadt Köln im Zeitraum zwischen 21. Januar und 15. März an der Verlängerung der Industriestraße in Köln Fühlingen gepflanzt. Dies teilte die Stadt Köln heute mit. Die Bäume werden am Fuß der Böschung und hinter den Lärmschutzwällen gesetzt.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN

Studierende beleuchten Europawahl 2019

europawahl2019_studentengruppe01

Studierende der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) beschäftigten sich im November 2018 mit europäischen Themen, wie Flüchtlings- oder Umweltpolitk sowie regionalen Förderprogrammen oder dem "Erasmus+"-Programm der EU. Am 26. Mai 2019 wählt Europa ein neues Parlament.

Hier gehts zum Spezial: Kölner Studierende blicken auf die Europawahl 2019 >