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Die Alternative Kölner Ehrenbürgerin Irene Franken

Irene Franken mit Alternativer Kölner Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet

Köln | Das Bürgerkomitee Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft hat heute im Gürzenich Irene Franken mit der Alternativen Kölner Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet. Irene Franken freute sich nicht nur über die Auszeichnung, sondern auch über 6.000 Euro, die das Bürgerkomitee gesammelt hat, um ihre Arbeit zu unterstützen. Franken macht in Köln Frauengeschichte sichtbar und hat noch ein paar Wünsche an die Stadt und Stadtgesellschaft.

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Eindrucksvoll zeigte Franken in ihrer Dankesrede im Marsiliussaal an der Immobilie Gürzenich auf, was so gerne vergessen wird: Für den Gürzenich musste ein Beginenkonvent weichen, war lange Zeit im Erdgeschoss ein Kaufhaus für Drogeriewaren, die vor allem von Frauen angeboten wurden und 1820 erlebte im Gürzenich Annette von Droste-Hülshoff romantischen Karneval bei einer Redoute mit Masken. Die deutsche Politikerin, Pädagogin und Frauenrechtlerin Helene Lange hielt 1894 einen Vortrag im Gürzenich, der zur Gründung bürgerlicher Vereine von Frauen führte, die unter anderem Kneipen ohne Alkohol forderten, da alkoholisierte Männer ihren Frauen und Familien Gewalt antaten. In der Nazizeit fanden im Gürzenich Veranstaltungen des Bund deutscher Mädchen und der NS-Frauenschaft statt. Franken erinnert auch an Gertraut Müller und die Gruppe Aktion 218 die 1972 im Gürzenich ein bundesweites Tribunal organisiert hatten, auf dem Ina Deter auftrat. Allein der Ausschnitt aus der Aufzählung von Franken zum Thema Frauen und Gürzenich zeigt auf eindrucksvolle Art die Arbeit der Geehrten, der Gründerin des Kölner Frauengeschichtsvereins und Streiterin für die Sichtbarkeit von Frauen im städtischen Geschehen.

Franken äußerte auch Wünsche. Mehr Sichtbarkeit für die Geschichte der Frauen in Kölner Museen, wie etwa dem Kölnischen Stadtmuseum, über die Rolle der Frauen im 30-jährigen Krieg oder dem Ersten Weltkrieg. Nur das NS-Dokumentationszentrum bilde hier eine rühmliche Ausnahme, lobt die Geehrte. Franken fordert eine Markierung von Orten in der Stadt mit lila QR-Codes, wo Frauen Geschichte in Köln geschrieben haben und machte deutlich, dass es vielleicht keine Utopie bleiben müsse, Räume für ein Frauengeschichtszentrum in der Stadt zu erhalten.

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Volker Beck, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die Ausgezeichnete Irene Franken und Pfarrer Franz Meurer, der erste Alternative Kölner Ehrenbürger.

Die, die Franken lobten stellten deutlich heraus, was sie als Historikerin an Aufklärungsarbeit geleistet hat. Exemplarisch wurde mehrfach auf die Klarstellungen zum Seidenmachergäßchen oder Rathausturm durch den Frauengeschichtsverein hingewiesen. Franken lebe Frauengeschichte, so Muriel Gonzales Athenas, die feststellte, dass die Ausgezeichnete dabei auch immer Position bezogen habe.

Volker Beck merkte an, dass schwule Männer, Frauen wie Franken viel zu verdanken haben und die Kriegsgewinnler des Geschlechterkampfes seien. Franken und der Frauengeschichtsverein machten keine Orchideenarbeit, sondern klärten den Kern der Verhältnisse in unserer Gesellschaft, lobte Beck. Dr. Kerstin Wolff, Laudatorin vom Archiv der Deutschen Frauenbewegung, verdeutlichte eindrucksvoll, welchen Schwierigkeiten und Widerständen sich Historikerinnen ausgesetzt sehen, die die Geschichte von Frauen erforschen. Nicht nur, weil zu Frauen Archivare nichts bis wenig gesammelt haben, sondern weil man der Frauengeschichte zu wenig Relevanz zusprach und zuspricht. Daher sei es klar gewesen, dass Frauen selbst archivieren und sammeln müssen und daher Archive gründeten und das über die gesamte Bundesrepublik. Auch sei den Historikerinnen damals entgegengebracht worden: „Frauengeschichte sei durch mangelnde Quellen nicht möglich“. Welch Trugschluss, wie Irene Franken alleine mit ihren gesammelten Daten über den Gürzenich widerlegt. Heute, so Wolff, habe sich das geändert und in allen akademischen Disziplinen werden die Geschlechterrollen berücksichtigt.

Dennoch warnten viele der Redner vor aktuellen Tendenzen und Strömungen des Neofaschismus, einer neuen autoritären Grundhaltung und Homophobie, die sich breit mache. Eine Forderung, vor allem im akademischen Betrieb ist, dass die Universitäten „Orte des Widerspenstigen“ bleiben, wie Muriel Gonzales Athenas formulierte. An der Verleihung nahm auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker teil.

Den Initiatoren der Auszeichnung - dem Bürgerkomitee Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft - ging es von Anfang an um solche Persönlichkeiten, auf die wahrscheinlich nie die offizielle Wahl des Rates fällt, auch wenn sie Entscheidendes für die Stadt gleistet haben. Sie haben sich um Köln verdient gemacht, aber nicht an der Stadt verdient. Das unterscheidet die alternative von der amtlichen Ehrenbürgerschaft.

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