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„Mach et joot, Kardinal – mer spingkse wat kütt! - so überschreibt das Domradio sein Riesenposter, dass man heute zum Abschied von Kardinal Meissner am Kölner Domforum gehisst hat. Das Fassadenposter zeigt ein Bild von Alterzbischof Joachim Kardinal Meisner und dem amtierenden Kölner Dreigestirn Prinz Björn I., Bauer Michael, Jungfrau Hermia. Der Schnappschuss entstand im Kölner Priesterseminar. Das Fassadenposter wird dort noch bis zum Morgen des Aschermittwoch, 05.03.2014, zu sehen sein.

Kardinal Meisner im Ruhestand - Prälat Dr. Stefan Heße leitet kommissarisch das Erzbistum

Köln | aktualisiert | Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Erzbischof Joachim Kardinal Meisner angenommen. Dies teilte soeben das Erzbistum mit. Meisner war am 12. Februar 1989 in sein Amt eingeführt worden und gibt mit 80 Jahren sein Amt auf. Für wenige Stunden leitete Weihbischof Melzer das Erzbistum. Vor wenigen Minuten  wählte das Metropolitankapitel Prälat Dr. Stefan Heße zum Diözesanadministrator, der nun bis ein neuer Erzbischof gefunden ist, das Bistum leiten wird, ohne allerdings grundlegende Entscheidungen treffen zu können. Zudem hat das Metropolitankapitel eine Umfrage unter 270 katholischen Persönlichkeiten zur Wahl des neuen Erzbischof gestartet. Die ersten Stimmen, unter ihnen auch Oberbürgermeister Jürgen Roters, würdigen den Kirchenmann Meisner. Zudem fragte report-k.de Passanten auf der Domplatte zur Emeritierung von Kardinal Meissner.

„Ich bin unserem Heiligen Vater Papst Franziskus dankbar, dass er mir angesichts meines Alters die Last der Verantwortung für das Erzbistum Köln abgenommen hat“, teilte Kardinal Meisner zur Emeritierung mit. „Seit nun fast vier Jahrzehnten bin ich Bischof, davon 25 Jahre in Köln. In meinem ganzen Leben als Priester und Bischof ist es mir stets darum gegangen, in der Treue zum Evangelium und zur Kirche Christus berührbar zu machen. Ich danke Gott, der mich in diesem apostolischen Dienst gestärkt hat, und ich danke herzlich allen, die mich auf diesem Weg auf vielfache Weise begleitet haben, nicht zuletzt im Gebet. So Gott will und es meine Kräfte zulassen, will ich zukünftig gern seelsorglich dort für die Menschen da sein, wo ich gebraucht werde, allerdings befreit von der Verantwortung für das Erzbistum.“

Weihbischof Melzer leitete für wenige Stunden das Erzbistum kommissarisch

Mit der Emeritierung des Diözesanbischofs geht die Leitung des Erzbistums gemäß can. 419 des kirchlichen Gesetzbuches automatisch an den dienstältesten Weihbischof über. In Köln ist dies Weihbischof Manfred Melzer, der seit 1995 Weihbischof in Köln ist und zudem am heutigen Freitag sein 70. Lebensjahr vollendet. Melzer leitet das Erzbistum, bis das Domkapitel einen Diözesanadministrator gewählt hat. Gemäß Kirchenrecht wählt das Domkapitel innerhalb von acht Tagen nach der Emeritierung des Erzbischofs einen Diözesanadministrator, falls nicht der Papst selbst einen Apostolischen Administrator ernannt hat. Der Diözesanadministrator muss mindestens 35 Jahre alt und Priester sein. Er leitet das Bistum bis zum Zeitpunkt der Inbesitznahme des Bistums durch einen neuen Bischof. Dann endet sein Amt automatisch, es sei denn er wurde selbst zum neuen Bischof ernannt.

Metropolitankapitel Köln startet Umfrage

Das Kölner Metropolitankapitel hat nach Eintritt der Vakanz im Erzbistum Köln 270 Personen um eine persönliche Stellungnahme zur bevorstehenden Wahl des neuen Erzbischofs gebeten. Dieses Verfahren, so Dompropst Dr. h.c. Norbert Feldhoff hatte man vor der Wahl des neuen Erzbischofs auch in der Vakanz 1987 angewandt.
Um diese Stellungnahme wurden gebeten:
- Die Mitglieder der Beratungs- und Beschlussgremien im Erzbistum Köln (z.B. Priesterrat, Pastoralrat, Vorstand Diözesanrat)
- Vertreterinnen und Vertreter von katholischen Verbänden und Vereinigungen und der Laiengremien auf Stadt- und Kreisebene
- Vertreterinnen und Vertreter von Frauen- und Männerorden im Erzbistum Köln sowie der geistlichen Gemeinschaften
- Katholische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Erzbistum Köln (z.B. aus Politik, Kultur, Medien)
Alle Befragten werden gebeten, kurz und präzise fünf Herausforderungen zu benennen, die auf den neuen Erzbischof von Köln zukommen, und darüber hinaus mitzuteilen, was sie persönlich dem Metropolitankapitel für die Wahl mit auf den Weg geben. Schon am 7. Mai 2013 hatte das Domkapitel entschieden diese Umfrage durchzuführen.

Prälat Heße leitet das Erzbistum in der Zeit der Vakanz

15:01 Uhr > Das Kölner Metropolitankapitel hat nach Eintritt der Vakanz im Erzbistum Köln den bisherigen Generalvikar des Erzbischofs von Köln, Prälat Dr. Stefan Heße, zum Diözesanadministrator gewählt. Die Wahl fand heute Nachmittag. Gemäß den Bestimmungen des Kirchenrechts leitet der Diözesanadministrator das Erzbistum bis zur Neuwahl und Amtseinführung eines neuen Erzbischofs.
Stefan Heße wurde am 7. August 1966 in Köln geboren. Nach dem 1986 absolvierten Abitur studierte er Philosophie und Theologie in Bonn und Regensburg. 1993 wurde er im Hohen Dom zu Köln durch Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zum Priester geweiht und war anschließend als Kaplan in Bergheim an der Erft tätig. 1997 wurde er Repetent am Erzbischöflichen Theologenkonvikt Collegium Albertinum in Bonn. 2001 promovierte er zum Doktor der Theologie mit einer Arbeit über die Theologie der Berufung bei Hans Urs von Balthasar. Seit 2003 arbeitet er im Generalvikariat, zunächst als Abteilungsleiter in der Hauptabteilung Seelsorge-Personal, deren Leitung er 2006 übernahm. Seitdem war er auch stellvertretender Generalvikar. Im gleichen Jahr wurde er Diözesanbeauftragter für Hörfunk und Fernsehen. 2011 wurde er in das Kölner Domkapitel berufen. Am 16. März 2012 übernahm er das Amt des Generalvikars.
Laut Kirchenrecht muss der Diözesanadministrator dem Nuntius, dem ständigen Vertreter des Papstes in einem Land, einen „ausführlichen und sorgfältigen Bericht über den Stand und die Erfordernisse der Diözese“ liefern. Der Administrator darf in seiner Amtszeit keine grundlegenden Entscheidungen treffen, zum Beispiel Pfarrer ernennen. Im Kirchenrecht gilt der Grundsatz: „Sede vacante nihil innovetur“ („Während der Bischofsstuhl leer ist, darf nichts verändert werden.“) Ansonsten hat der Diözesan­administrator die gleichen Rechte und Pflichten wie ein Diözesanbischof.

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STIMMEN:

Rheinische Kirche würdigt Kölner Erzbischof Kardinal Meisner

Als einen Mann mit klarem Kompass hat Präses Manfred Rekowski den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner gewürdigt. Anlässlich der heutigen  Ruhestandsversetzung Meisners erklärte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Ich habe ihn als katholischen Christen mit klarem Kompass kennengelernt. Als einen, für den Jesus Christus Herr des Lebens und Herr der Welt ist, und der sich deshalb nicht vor den Herren der Welt beugt. Unsere Meinungen und Einstellungen sind insbesondere in ethischen Fragen oft sehr unterschiedlich. Als Gegenüber im Dialog der Konfessionen war Kardinal Meisner verlässlich.“ Gleichwohl hätten ihn manche Äußerungen des Erzbischofs „irritiert“. Zugleich erinnerte der rheinische Präses aber auch an gute ökumenische Erfahrungen. „Dabei denke ich an die große Gastfreundschaft der katholischen Gemeinden in Köln anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentags im Jahr 2007, die uns mit großer geschwisterlicher Offenheit begegnet sind. Geschwisterliche Offenheit und ökumenische Sehnsucht wurden am Ende auch im Gottesdienst im Kölner Dom spürbar, den Kardinal Meisner und mein Vorgänger Nikolaus Schneider miteinander gefeiert haben.“
Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Ökumene-Chefin der Evangelischen Kirche im Rheinland, dankte Meisner für den ehrlichen und offenen Austausch und vor allem für die gemeinsamen Gottesdienste, die seit vielen Jahren vor Passions- und Adventszeit ökumenisch gefeiert werden. „Auch nach seinem Ausscheiden wird jetzt mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp die Ökumenische Feier am 8. März in der Düsseldorfer Johanneskirche stattfinden. Das ist ein gutes Zeichen der Verbundenheit!“ Kardinal Meisner wünsche die rheinische Kirche einen erfüllten Ruhestand. Mit dem Erzbistum hoffe sie auf einen neuen Erzbischof, mit dem weitere ökumenische Schritte gegangen werden können, sagte Rudolph.

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Oberbürgermeister Jürgen Roters sagte zum Ruhestand von Kardinal Meisner

„Kardinal Meisner hat mit seinen Auffassungen kontroverse Diskussionen hervorgerufen. Dies hat dazu geführt, dass wir uns in unserer Gesellschaft mit den religiösen, aber auch gesellschaftlichen Themen des Katholizismus intensiv auseinandergesetzt haben. Sicher ist, dass Kardinal Meisner seine Standpunkte konsequent vertreten hat. Man wusste bei ihm, woran man war.“

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BDKJ: "Danke Herr Kardinal"

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in der Stadt Köln (BDKJ Stadt Köln) sagt Joachim Kardinal Meisner Danke für sein Wirken in Köln. 25 Jahre hat sich Kardinal Meisner als Erzbischof von Köln für die Belange der Jugend eingesetzt. „Der Kölner Jugend war Kardinal Meißner ein guter Hirte. Der BDKJ Köln sagt Danke!", hebt der Kölner BDKJ-Vorsitzende Christoph Klausing die Leistungen Kardinal Meißners für Köln in den vergangenen 25 Jahren hervor. Zu den größten Leistungen Meißners zählt die Durchführung des Weltjugendtages 2005, bei dem 1,2 Millionen junge Katholiken aus der ganzen Welt zu Gast in Köln waren. Darüber hinaus wurde mit der Einrichtung des
Jugendpastoralen Zentrums CRUX ein wichtiger Treffpunkt für junge Katholiken in der Stadt Köln geschaffen.

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Kölner Weihbischof Puff: Kardinal Meisner hat mich sehr geprägt

Weihbischof Ansgar Puff betonte gegenüber Report-k.de, er habe dem scheidenden Kardinal Meisner viel zu verdanken. Meisner habe ihn sehr geprägt. Immerhin sei Meisner 25 Jahre Kölner Erzbischof gewesen, er, Puff, sei seit 26 Jahren im Priesteramt. Was viele nicht wüssten, sei, wie sehr sich Meisner für die Familien in seiner Diözese engagiert habe, dass er auch zahlreiche Hausbesuche gemacht habe. Der Kardinal sei im Herzen immer ein Apostole gewesen, so Puff. Auch kirchenpolitisch habe Meisner viel bewegt. Zu möglichen Nachfolgern wollte Puff sich nicht äußern und fasste den Spruch den aktuellen Karnvals-Session auf: „Wir spingksen, was kommt“, so Puff.

Stimmen von der Domplatte

Report-k befragte kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung aus dem Vatikan Passanten auf der Kölner Domplatte nach ihrer Meinung zu Meisner und zu ihren Wünschen an einen Nachfolger:

Manfred S.: Als jemand, der der Katholischen Kirche nicht nahe steht, war mir vieles, was er vertreten hat, schwer verständlich. Und das, was er vertrat, hat meiner Meinung nach nicht dazu geführt, dass zahlreiche Menschen in die Katholische Kirche eingetreten sind. Aber vielleicht hat sich der liebe Gott auch gedacht: Welche Stadt kann einen solchen Kardinal aushalten, wenn nicht Köln.

Ingeborg T.: Er war nie ein Kölner und wird nie einer werden. Er ist all die Jahre nicht mit den Kölnern warm geworden und sie auch nicht mit ihm. Für die Zukunft wünsche ich mir einen Kölner Erzbischof, der weltoffener ist. Etwa jemanden wie Kardinal Lehmann.

Frank M.: Aus meiner Sicht war Kardinal Meisner immer recht konservativ. Ich finde, die Kirche hat grundsätzlich das Recht, sich auf ihre Werte zu berufen und muss auch Leitlinien vertreten. Innerkirchlich kann sie dies meiner Meinung auch in vollem Umfang tun, nach Außen hin darf sie sich jedoch nicht vor Neuem verschließen, sonst wird sie nicht überleben. Für Köln wünsche ich mir keinen übermäßig progressiven Erzbischof. Köln ist eine sehr liberal eingestellte, offene Stadt. Da ist es manchmal ganz gut, wenn es ein Gegengewicht gibt. Denn ich finde auch, dass in Deutschland allgemein der Trend zu beobachten ist, das Kind mit dem Bade auszuschütten, wenn es um Tradition geht.

Lisa R.: Als Meisner-Nachfolger wünsche ich mir einen offeneren, progressiveren Kölner Erzbischof. Jemanden ,der etwas nach vorne bringt. In der Vergangenheit hat Meisner Leute verdrängt, die offener gegenüber Veränderung waren. Solche Leute brauchen wir jetzt.

Infobox

Joachim Meisner wurde am 25. Dezember 1933 in Breslau-Lissa geboren. Nach der kriegsbedingten Flucht nach Thüringen wurde er am 22. Dezember 1962 in Erfurt zum Priester und am 17. Mai 1975 zum Weihbischof im damaligen Bischöflichen Amt Erfurt/Meiningen geweiht. Am 17. Mai 1980 wurde Meisner Bischof im geteilten Bistum Berlin. Den Kardinalspurpur erhielt er am 2. Februar 1983. Die Ernennung zum Erzbischof von Köln erfolgte am 20. Dezember 1988, seine Einführung in Köln am 12. Februar 1989. Bereits mit Erreichen des 75. Lebensjahres 2008 hatte Meisner der kirchlichen Ordnung entsprechend seinen Rücktritt angeboten, war aber von Papst Benedikt XVI. gebeten worden, bis auf weiteres im Amt zu bleiben

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