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Grossklaerwerk_stammheim

Das Großklärwerk der StEB in Stammheim. Nun haben sich Köln und zwei weitere Partner zu einer neuen Kooperation zusammengeschlossen.

Kläranlagenbetreiber in der Region schließen Kooperation

Köln | Die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe, der Wasserverband Eifel-Rur und der Erftverband haben am heutigen Dienstag eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Zukünftig wolle man gemeinsam an Konzepten zur Verwertung und Phosphorrückgewinnung arbeiten.

Wie die Kölner StEB nach der Unterzeichnung bekannt gab, ist die heute beschlossene Vereinbarung ausgesprochen langfristig angelegt. Die drei Kläranlagenbetreiber werden zukünftig eng zusammenarbeiten, um neue Konzepte zur Klärschlammverwertung und Phosphorrückgewinnung umzusetzen. Im Mittelpunkt steht derzeit die Errichtung einer gemeinsamen, eigenen Monoverbrennungsanlage.

„Die Zeit drängt. Die neue Klärschlammverordnung verpflichtet die Betreiber größerer Kläranlagen künftig, den im Klärschlamm vorhandenen Phosphor zurückzugewinnen. Bis eine neue Verbrennungsanlage betriebsbereit ist, rechnen wir mit einigen Jahren für Planung, Genehmigung und Bau. Wir müssen jetzt mit unseren Maßnahmen beginnen, um die vom Gesetzgeber vorgesehene Übergangsfrist bis 2029 einzuhalten“, betonte Otto Schaaf, Vorstand der StEB.

Gemeinsame Anlage könnte in Düren stehen

Die Vereinbarung sieht die Gründung eines öffentlich-rechtlich getragenen Gemeinschaftsunternehmens vor, der die Monoverbrennungsanlage betreiben soll. „Unsere ersten Planungen zeigen, dass der Bau der Anlage am Standort der Kläranlage Düren möglich wäre. Im nächsten Schritt werden wir weitere Standortalternativen prüfen. Auch die Nutzung von Standorten mit Verbrennungsanlagen Dritter schließen wir bei unseren Überlegungen nicht aus“, so Dr. Joachim Reichert, Vorstand des Wasserverbandes Eifel-Rur.

Die Monoverbrennungsanlage soll über eine Verwertungskapazität von ca. 70.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm pro Jahr verfügen. Dies entspricht dem gemeinsamen Klärschlammanfall der Kooperationspartner.

„Trotz bestehender Verträge wird es für uns immer schwieriger und teurer, den Klärschlamm aus unseren Kläranlagen in konventionellen Verbrennungsanlagen mitverbrennen zu lassen. Daher haben wir uns schon früh mit Alternativen zur derzeitigen Klärschlammmitverbrennung auseinandergesetzt. Die Klärschlammmengen der einzelnen Partner reichen jeweils für sich betrachtet nicht aus, um eine Monoverbrennungsanlage wirtschaftlich zu betreiben. Zusammen haben wir aber genug Material, um eine eigene Monoverbrennungsanlage wirtschaftlich betreiben zu können“, ergänzte Norbert Engelhardt, Vorstand des Erftverbandes.

Drohende Phosphorknappheit zwingt zum Umdenken

Bislang wird der Klärschlamm, der nach der Abwasserreinigung übrig bleibt, zumeist in konventionellen Verbrennungsanlagen Dritter mitverbrannt. Der im Schlamm enthaltene Phosphor geht dadurch dem Stoffkreislauf verloren. Doch dieser wichtige Nährstoff ist nicht unbegrenzt verfügbar. Daher hat der Gesetzgeber im vergangenen Jahr eine neue Klärschlammverordnung verabschiedet, die eine grundsätzliche Phosphorrückgewinnung vorsieht. Betreiber von Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 50.000 Einwohnerwerten haben Zeit bis 2032 und mit einer Ausbaugröße von mehr als 100.000 Einwohnerwerten bis 2029, um die Klärschlammverwertung neu zu organisieren.

In der Vorbereitung dieser Kooperation war ursprünglich auch die Bundesstadt Bonn beteiligt. Dort wurde noch nicht abschließend über den Beitritt zur Kooperation bzw. die Umsetzung einer lokalen Lösung entschieden. Die Kooperationspartner sind weiterhin an einer Zusammenarbeit mit Bonn interessiert. Sollte sich der Bonner Rat in seiner Sitzung Ende September für den Beitritt zur Kooperation entscheiden, sind die Partner dazu bereit. Die operative Umsetzung der Kooperationsvereinbarung solle dadurch nicht aufgehalten werden, hieß es dazu abschließend.

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