Köln Nachrichten Köln Nachrichten

chorweiler_992012

Chorweiler soll das nächste Ziel der sogenannten Immobilien-"Heuschrecken" werden.

Köln-Chorweiler: OB Roters will Wohnungsversteigerung von 1.200 Wohnungen an internationalen Finanzinvestor verhindern - Kritik aus der Opposition

Köln  | aktualisiert |  Angesichts der bevorstehenden Zwangsversteigerung von rund 1.200 Wohnungen im Kölner Stadtteil Chorweiler (report-k.de berichtete) im Januar 2013 beabsichtigt Oberbürgermeister Jürgen Roters,alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Verkauf an einen internationalen Finanzinvestor durch die Bildung eines Erwerberkonsortiums zu verhindern. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt übt die Kölner CDU starke Kritik an den Plänen des OB. Auch von Seiten der FDP hagelte es nun Kritik.

Ziel sei es, so Roters, einer weiteren Verschlechterung der Wohnsituation in den betreffenden Wohnungen ander Stockholmer Allee sowie Osloer, Göteborger und Florenzer Straße vorzubeugen. So solle zum einen geprüft werden, wie durch eine Kooperation von Partnern unter anderem aus der Wohnungswirtschaft die Hochhäuser zu ersteigern sind. Hierzu sei der ehemalige Leiter des Amtes für Wohnungswesen der Stadt Köln, Michael Schleicher, als in diesem Thema erfahrener Berater gewonnen worden.

Die NRW-Enquetekommission solle angesichts des zunehmenden Engagements international agierender Investmentfonds auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt landes- und kommunalpolitische Handlungsspielräume ausloten, um der Verelendung von Stadtquartieren mit den Mitteln der Wohnungswirtschaft und der Wohnungsaufsicht entgegenzuwirken. „Wir werden nicht tatenlos zu sehen, wenn sich sogenannte ‚Heuschrecken’ in einem ohnehin benachteiligten Stadtteil ausbreiten und ganze Wohnblocks, ohne die notwendigen Sanierungen durchzuführen, nur für die Maximierung ihres eigenen Gewinnes herunterwirtschaften. Hierzu werden wir auch das Land um Unterstützung bitten.“, so Roters weiter.

Sollte dennoch der Fall eintreten, dass bei allen gegenteiligen Anstrengungen ein ausschließlich auf Rendite orientierter Investor die Hochhauswohnungen erwerbe, wolle die Stadt Köln dafür Sorge tragen, dass vor Ort alle der Stadt Köln zur Verfügung stehenden rechtlichen Aufsichtsinstrumente angewendet würden, um die Wohnsituation der Mieterinnen und Mietern zu verbessern und beanstandete Mietmängel durch den neuen Eigentümer zeitnah abzustellen.

CDU und FDP üben Kritik an Plänen des OB

Zu den Plänen von Oberbürgermeister Roters, erklärte Bernd Petelkau, Kreisvorsitzender der CDU Köln: „Angesichts der aktuellen städtischen Verschuldungslage und des enormen Sanierungsstaus in den betroffenen Häusern ist ein Erwerb der Wohnanlagen kritisch zu sehen. Wichtiger wäre, dass im Rahmen der Stadtentwicklung neue Konzepte für den sozialen Wohnungsbau geprüft werden. Wenn die Stadt über ausreichend alternative Wohnungen für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen verfügen würde, würde dem bisherigen Modell der Vermietung von Schrottimmobilien durch Finanzinvestoren der Boden entzogen.“

Als Rückfall in längst überwunden geglaubte Heugel-Zeiten bezeichnete Petelkau die Rechtsberatung des umstrittenen Immobilienspekulanten Erez Adani durch den Vorsitzenden der Landschaftsversammlung, Jürgen Wilhelm (SPD). „Jochen Ott mag menschlich enttäuscht sein, wir sind entsetzt! Hier agiert ein SPD-Oberer ganz klar gegen die Interessen der Stadt und der betroffenen Mieter.“

Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, zur Situation in Chorweiler:

"In der Sozialen Marktwirtschaft gilt auch für das Grundbedürfnis Wohnen der Grundsatz ‚Eigentum verpflichtet‘. Dies wurde über Jahre durch einige ‚schwarze Schafe‘ auf der Vermieterseite bei den betreffenden Wohnblöcken nicht nur in Chorweiler sträflich missachtet. Dadurch ist es zu teilweise unhaltbaren Wohnverhältnissen gekommen. Insofern ist hier ein Marktversagen festzustellen. Doch es liegt auch ein Staatsversagen vor, denn die Stadtverwaltung ist durch jahrelanges Weggucken mit Schuld an den zum Teil unhaltbaren Zuständen in zahlreichen  Wohnblocks in Köln. Die hätte längst Druck auf die Eigentümer ausüben müssen, Missstände zu beseitigen."

"Gerade in den Fällen, in denen die Stadt für die Miete entsprechend Berechtigter gerade steht, hätte sie das Instrument der Mietminderung mobilisieren müssen. Kein privater Mieter würde sich das gefallen lassen, während die Stadtkasse willfährig Geld überwiesen hat. Insofern plagt den OB, der im Wahlkampf noch Hochhäuser in Chorweiler abreißen lassen wollte, auch sein schlechtes Gewissen. Die Stadt sollte nicht allein darauf setzen, mit einem stadtnahen Konsortium in den Bieterprozess zum Erwerb der Wohnungen einzusteigen. Man ist nicht so finanzstark, dass man unbedingt internationale Konzerne aus dem Rennen schlagen kann. Außerdem sind städtische Partner wie die GAG finanziell nicht unbegrenzt in der Lage, die Probleme z.B. in Finkenberg, Meschenich und Ostheim zu lösen. Die Verwaltung ist aufgefordert, endlich ihre Hausaufgaben zu machen und im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht und als Mietzahler für vertretbare Verhältnisse zu sorgen. Dass dafür der ehemalige Leiter des Wohnungsamtes Schleicher eingesetzt wurde, begrüße ich ausdrücklich. Aber jetzt müssen den Worten Taten folgen."

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

PK-Klimastreik_brand_19092019

Köln | Es wird der wohl größte „Fridays for Future“-Streik, den Köln bisher gesehen hat. Unter dem Motto „#AlleFürsKlima“ hat die Fridays for Future-Bewegung gemeinsam mit zahlreichen Bündnispartnern zum „Klimastreik“ aufgerufen. 20 000 Menschen werden zum globalen Klimastreik am Freitag erwartet, der von 12 bis 15 Uhr für eine bessere Klimapolitik durch die Kölner Innenstadt zieht. Sogar Oberbürgermeisterin Henriette Reker rief zum Mitmachen auf: „Ich wünsche mir eine große Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen“, lies sie verlauten. Ein noch geheimer musikalischer Überraschungs-Act soll bei bei Abschlusskundgebung auftreten.

dom_pr_19092019

Köln | Sie sind drollige Besonderheiten der Kunst des Mittelalters. Drôlerien nennen Kunstwissenschaftler sie, groteske, karikaturähnliche Figuren, Teufelchen und Fabelwesen.

DJV: 530 Streikende beim WDR

Köln | Warnstreik beim WDR und bundesweit bei der ARD. Im Bundesgebiet sollen sich laut Angaben der Gewerkschaft Deutscher-Journalisten-Verband (DJV) 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt haben. Beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) waren es 530.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >