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Kölner Dom: Eine Prinzessin als Taubenschreck

Der Kölner Dom setzt bei der Vergrämung der fliegenden Plagegeister auf einen Falkner mit seinen Greifvögeln.

Köln | Eigentlich passen Tauben als christliche Symbole für den Heiligen Geist, Liebe, Frieden und Versöhnung gut zu einem großen Gotteshaus wie dem Kölner Dom. In der Realität stellen die Vögel allerdings ein echtes Problem für die mächtige Kirche im Herzen der Stadt dar.„Der Kot von Tauben verunreinigt den Kölner Dom“, erklärt Dombaumeister Peter Füssenich. „Sein Säuregehalt beschleunigt darüber hinaus die Verwitterung der Bausubstanz. Schließlich sind Taubenfäkalien auch eine ideale Brutstätte für Parasiten.“ Damit sind die Tauben auch eine Gesundheitsgefahr für die Mitarbeiter am Dom.

Zur Abwehr der fliegenden Plagegeister hat man am Gotteshaus verschiedene Strategien. Um den Hinterlassenschaften Herr zu werden, hat die Dombauhütte viele Bereiche der Kathedrale bereits mit Schutznetzen und Spikes gesichert. Eine weitere Methode sind die Domtauben. Vögel, für die man extra gepflegte Nistkästen am Gebäude angebracht hat. „Unsere Tauben verteidigen ihr Revier gegen fremde Wildtauben und vertreiben sie so. Was sie nicht schaffen, erledigen unsere Gäste“, sagt der Dombaumeister mit Blick auf die Greifvögel von Berufsfalkner Marco Wahl aus Niederfischbach westlich von Siege

Der Einsatz dieser Tiere hat am Dom schon eine lange Tradition: Agrippina und Arnold hieß das allererste Wanderfalken-Pärchen, das der vor kurzem verstorbene „Domfalkner“ Claus Doering 1979 auf dem Kölner Dom angesiedelt hat. Viele Nachkommen folgten, doch inzwischen kommt der Nordturm als Nistplatz nicht mehr infrage, weil er für Restaurierungsarbeiten teilweise eingerüstet ist. Deshalb sind die einstigen Domfalken mittlerweile auf den benachbarten Turm von Groß St. Martin ausgewichen.

Jetzt kommen gefiederte Gäste zum Einsatz. Dazu zählen der afrikanische Lannerfalke Jambo und die amerikanischen Wüstenbussarde Abby und Akasha. Sie sind drei von insgesamt 27 Greifvögel im Tierpark von Marco Wahl, der sich nach einer zweieinhalbjährigen Ausbildung selbstständig gemacht hat. Sein Hauptjob ist das Vergrämen von Tauben. Zu seinen Kunden zählen beispielsweise der Kölner Flughafen und Gewerbegebiete in der Kölner Bucht.

Die Greifvögel sind der natürliche Feind der Tauben und sie üben Druck auf die ungewollten Gäste am Dom aus. „Die Herausforderung beim Dom ist dessen große Fläche und die vielen Nischen, in denen sich dort Tauben verstecken können. Und das beherrschen diese sehr gut. Unsere Vögel müssen die Tauben erst suchen, um sie dann zu verjagen“, sagt Wahl.

Dabei ist es nicht vorgesehen, dass die Tauben von den Greifvögeln getötet werden. Sollte das trotzdem einmal passieren, nimmt der Falkner seinen Vögel die Beute direkt ab, weil diese oft krank und somit gefährlich ist. „Erwischt werden nur alte, kranke und dumme Tauben. Das kommt aber selten vor.“

Um seine Vögel fit für die Großstadt zu machen, bildet Wahl diese sorgfältig aus. Das kann je nach Intelligenz der Tiere zwischen drei Wochen und drei Monaten dauern. Dabei „erklärt“ Wahl den Greifvögeln mögliche Gefahrenquellen wie Glasscheiben oder Querträger. Dass sie ihre Umgebung beherrscht, zeigt Akasha direkt vor Ort am Vierungsturm des Doms. Von dort startet der Wüstenbussard zum Rundflug und das direkt mit Erfolg - die Tauben werden durch die ständigen Scheinangriffe aufgeschreckt und das auch noch am nahe gelegenen Hauptbahnhof.

Nur zwei Raben stressen Akasha, weil diese in der Nähe ihres Nestes unterwegs ist. Mit Pfiffen lenkt der Falkner seine „Prinzessin“, die nach etwa einer halben Stunde wieder auf den Arm von Marco Wahl zurückkehrt. „Tauben sind sehr intelligente Tiere. Sie merken sich unsere Besuche, sodass ich immer zu anderen Zeiten zum Dom komme. Sonst hätte das Ganze keine Wirkung mehr.“ Bei der Arbeit ist Action für Mensch und Tier angesagt. So kann Jambo bis zu 200 Stundenkilometer schnell fliegen. Und auch seine Besitzer muss immer wieder seinen Standort am Dom verändern, um seine gefiederten Helfer zur Arbeit zu bewegen.

„Wir lassen diese satt fliegen, sie sollen ihre Aufgaben nicht erledigen, weil sie Hunger haben. Es geht mehr um die Lust am Finden und Jagen der Tauben.“ Trotzdem hat Wahl auch das eine oder andere „Leckerli“ in seiner Tasche. Dazu kommt das Federspiel, das Lieblingsspielzeug seiner zehn Greifvögel, die zur Vergrämung eingesetzt werden. Damit holt der Falkner seine Tiere auch zurück, wenn diese ausnahmsweise Beute machen zu drohen.

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