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Kölner Kardinal Meisner beklagt "Katholikenphobie"- Ruhrbischof Overbeck geht auf Distanz

Köln | Nach den jüngsten innerkirchlichen Skandalen warnt Kardinal Joachim Meisner vor einer "Katholikenphobie" in der Gesellschaft. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagausgabe) schreibt, ruft der Kölner Erzbischof seinen Klerus und die Laien in der Seelsorge zu Tapferkeit im Umgang mit öffentlicher Häme und "ungerechtfertigten Vorwürfen" auf. Während der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, Verständnis für Meisners Ansicht äußerte, ging der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck auf Distanz zum Kardinal.

In einem dreiseitigen Schreiben, das der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt, reagiert Meisner auf die Diskussionen über die Zurückweisung eines Vergewaltigungsopfers an zwei Kölner Kliniken sowie den Bruch zwischen der Bischofskonferenz und dem Kriminologen Christian Pfeiffer, der den Willen der Kirche zur Aufklärung des Missbrauchsskandals bezweifelt hatte.

Meisner schreibt mit Blick auf Kliniken- und Missbrauchsskandal, die Kirche von Köln habe "in der öffentlichen Wahrnehmung einen Sturm erlebt, wie ich ihn in meinen Jahren als Bischof selten erlebt habe". Den tiefer liegenden Grund dafür sieht Meisner darin, dass "die Entschiedenheit der katholischen Positionen zum Lebensschutz, zu Ehe und Familie" sowie der "deutlichen Repräsentanz" durch Papst und Bischöfe "immer stärker polarisieren".

Glück spricht von "aggressiv-antikirchlichen Stimmungen"

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Glück, äußert Verständnis für die Ansicht Meisners, der Medien und Öffentlichkeit eine feindliche Haltung gegenüber der Kirche vorwirft. In Meisners Vorwurf einer "Katholikenphobie" sei zwar die Defensive spürbar, doch argumentiere der Kölner Erzbischof differenzierter als der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, der erst vor wenigen Tagen eine "Pogromstimmung" gegen die Kirche angeprangert hatte.

"Immerhin hatte der Kardinal den Mut, in einer Drucksituation Bewegung etwa in die Debatte über die 'Pille danach' zu bringen", sagte Glück dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Das war überraschend und verdient Anerkennung." In der Tat gebe es "aggressiv-antikirchliche Stimmungen", die zum Teil aus schlechten Erfahrungen mit der Kirche rührten, zum Teil aber auch Ausdruck einer Entfremdung gegenüber der Dimension des Religiösen überhaupt seien, sagte Glück weiter. Die katholische Kirche sei mit ihren Strukturen für antireligiöse Affekte besonders leicht greifbar.

Hingegen hält der Freiburger Sozialwissenschaftler und Theologe Michael N. Ebertz die Klage über Gehässigkeit gegenüber der Kirche für einen Ausdruck mangelnder Selbstkritik. "Moralische Arroganz und Überheblichkeit in der Kirche fallen jetzt nur auf sie selbst zurück", sagte Ebertz derselben Zeitung. Wenn die Kirche gerade in moralischen Fragen versage, sei es "kein Wunder, dass die Menschen hämisch reagieren".

Ruhrbischof Overveck ging erkennbar auf Distanz zu Meisner und Glück. "Solche Begriffe sind in der Debatte nicht hilfreich, zumal wenn sie historisch besetzt sind", sagte er den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgabe). Es gehe "nicht um Schwarz-Weiß-Malerei, sondern um eine differenzierte Debatte".

In der Sache stimmt er den beiden allerdings zu. "Tatsächlich spüre ich in letzter Zeit eine aggressive Stimmung gegen die katholische Kirche", so Overbeck. Diese habe sich die katholische Kirche aber zum Teil selbst zuzuschreiben. Die Kirche müsse ihre Haltung und ihre Standpunkte "besser vertreten als bisher" und gleichzeitig noch deutlicher machen, sagte der Bischof.

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