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Nicht der erste Fall, in der deutsche Behörden die Integrationserfolge anderer Behörden zerstören. Der Fall einer 16-Jährigen und ihrer Familie macht nachdenklich.

Kölner Schülerin trotz guter Schulnoten zurück in den Kosovo

Köln | Nach Informationen der Bildungsgewerkschaft GEW droht am morgigen Freitag ein Drama. Eine 16-jährige Schülerin soll samt ihrer Familie in den Kosovo abgeschoben werden. Dabei war sie eine der Besten in der Schule. Doch Leistung hindert die Behörden nicht daran, die Falschen abzuschieben.

So sollte Integration eigentlich funktionieren. Eine Familie kommt aus dem Kosovo nach Deutschland, damals im Jahr 2015 zusammen mit vielen anderen Flüchtlingen. Die älteste Tochter der fünfköpfigen Familie übernimmt Verantwortung, wird eingeschult und gibt Gas. Schon nach wenigen Monaten hat sie so gut Deutsch gelernt, dass ihre Lehrerin an einer Kölner Gesamtschule sie aus der Vorbereitungs- in eine Regelklasse versetzt.

Es folgen zwei Jahre intensives Lernen, am vergangenen Montag dann die Zeugnisvergabe. „Mit diesem Zeugnis hätte sie es in die Oberstufe geschafft. Stattdessen hatte sie sich selbständig um einen Ausbildungsplatz im Bereich Gesundheit & Soziales beworben und schon nach geeigneten Fortbildungen und potenziellen Arbeitgebern Ausschau gehalten“, erklärte ihre damalige Lehrerin an der Gesamtschule.

Doch ein Grund zur Freude war das gute Zeugnis nicht, denn noch vor Beginn der Sommerferien muss die heute 16-Jährige trotz bestandener Fachoberschulreife (Mittlere Reife) zurück in ihre Heimat. Am morgigen Freitag startet eine Maschine am Flughafen Frankfurt, um sie zurückzufliegen. Niemand weiß derzeit, ob die 16-Jährige und ihre Familie schon in Frankfurt am Main sind.

Gute Leistungen und Integrationswille werden nicht belohnt

Die schulischen Leistungen waren nach Aussage ihrer Deutschlehrerin weit über Durchschnitt. Auch in den anderen Fächern zeigte sie Interesse und eine hohe Lernbereitschaft und -fähigkeit, wie ihr am Montag ausgestelltes Zeugnis beweist. „Ich glaube, sie hat sich einfach geschämt. Niemand sollte das erfahren und auch wir erfuhren es erst in letzter Minute“, so ihre Deutschlehrerin weiter.

Einen Tag vor der Zeugnisvergabe verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass er gegen den drohenden Pflegenotstand Pflegekräfte aus dem Kosovo nach Deutschland locken will. 50.00 zusätzliche Pflegekräfte seien notwendig. Die Tageszeitung Die Welt zitiert ihn mit den Worten: „Da werden wir auch im Ausland suchen müssen“. Worte, auf die Angela Bankert, Geschäftsführerin der Kölner Bildungsgewerkschaft GEW, nur mit Unverständnis reagiert.

„Es ist blanker Hohn, dass Gesundheitsminister Spahn Pflegekräfte ausgerechnet aus dem Kosovo anwerben möchte, während gleichzeitig gut ausgebildete junge Menschen dorthin abgeschoben werden, die jahrelang hier gelebt haben, die Sprache gut sprechen und integriert sind“, so Bankert weiter.

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