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Kölner Zoo – Elefantenjungtier musste eingeschläfert werden - Hintergründe

Köln | aktualisiert | Das am 12. Juni geborene männliche Elefantenjungtier der Kölner Leitkuh „Kreeblamduan“ musste gestern am späten Nachmittag eingeschläfert werden. Das teilt der Kölner Zoo am heutigen Montagvormittag mit. Am vergangenen Montagmorgen war der kleine, namenlose Bulle im Elefantenpark des Kölner Zoos aufgefunden worden. Anders als sonst üblich waren weder Mutter noch andere Herdenmitglieder bei dem neugeborenen Jungtier. Das gestern eingeschläferte Elefantenjungtier soll in einer veterinärmedizinischen Pathologie untersucht werden. Ergebnisse sollen innerhalb der kommenden 14 Tage vorliegen.

14:50 Uhr > Ziel der veterinärmedizinischen Pathologie sei es, exakt herauszufinden, was hinter der gestern Nachmittag sehr plötzlich auftretenden Erkrankung steckt und ob möglicherweise zusätzlich noch etwas entdeckt wird, das die Zooexperten von außen nicht erkennen konnten.

Mutter „Kreeblamduan“ wie die gesamte Herde hatten das Jungtier bereits unmittelbar nach der Geburt missachtet, berichtet der Kölner Zoo. Dies sei eine Vorgehensweise, wie sie Elefanten in freier Wildbahn bei nicht dauerhaft lebensfähigem Nachwuchs anwenden. Der Kölner Zoo werde darüber informieren, sobald die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung vorliegen. Dies werde vermutlich innerhalb der kommenden 14 Tage der Fall sein.

Das Jungtier wies eine Nabelentzündung auf. Gestern Nachmittag kamen ad hoc akute Durchfälle und rapide sich verschlechternde Kreislaufwerte hinzu. Die Zooverantwortlichen entschlossen sich daher schweren Herzens zum Einschläfern, um dem Tier Leid zu ersparen. Zuvor hatte das gesamte Tierpfleger-Team des Elefantenparks sechs Tage lang rund um die Uhr um das Überleben des kleinen Bullen gekämpft.

Elefantenjungtier im Kölner Zoo musste eingeschläfert werden

Der Kölner Zoo entschied sich dazu, Mutter und Jungtier voneinander zu trennen, da Mutter „Kreeblamduan“ überwiegend abweisend war. Unnötige Einflüsse von auén durch andere Herdentiere sollten ebenfalls so vermieden werden. Der Zoo sperrte zudem den Innenbereich des Elefantenparks und richtete eine 24-stündige Aufsicht von je zwei Tierpflegern ein, die sich um Mutter und Jungtier kümmerten. Rund um die Uhr habe der Zoo so, bis zum Samstagmorgen, sicherstellen können, dass das Jungtier regelmäßig bei der Mutter trank. Nur noch hin und wieder soll ihn Mutter „Kreeblamduan“ weiter abgewiesen haben. Nachdem sich alles positiv entwickelt hatte, ließ der Zoo „Marlar“ mit Sohn „Moma“ und der erfahrenen Kuh „Loangdaw“ zu Mutter und Neugeborenem in den Innenbereich des Elefantenparks. Zwar durfte das Jungtier von „Kreeblamduan“ nicht bei „Marlar“ trinken, aber die Mutter erlaubte dies überwiegend weiterhin. „Loangdaw“ funktionierte als Tante hervorragend, erklärt der Kölner Zoo.

"Am Sonntag wurde das Jungtier nachmittags plötzlich sehr schwach"

Am Sonntag wurde das Jungtier nachmittags plötzlich sehr schwach und bekam Durchfall. Zoo-Tierärztin Dr. Sandra Langer wurde dazu geholt. Gemeinsam mit dem Tierpfleger-Team und Direktor Professor Theo B. Pagel musste man sich dann entschließen, das Junge einzuschläfern – ein Entschluss, der unumgänglich war und der trotzdem allem sehr schwer fiel, teilt der Kölner Zoo am heutigen Vormittag mit. „Ursächlich für unsere Entscheidung war eine vorher nichtsichtbare Nabelentzündung. Das Jungtier wird in die Tier-Pathologie gebracht. Wir wollen feststellen, was darüber hinaus hinter der Schwäche steckt und ob möglicherweise zusätzlich noch etwas entdeckt wird, das wir von außen nicht erkennen konnten. Denn es ist ungewöhnlich, dass sich anfänglich kein Elefant der Herde richtig gekümmert hat“, so Dr. Sandra Langer. Das Ergebnis der veterinärpathologischen Untersuchung werde vermutlich innerhalb der kommenden 14 Tage vorliegen.

Zoodirektor und Elefantenkurator Professor Theo B. Pagel: „Alle, vor allem das Elefantenpfleger-Team, aber auch unsere Zootierärztin, haben alles getan, was man tun konnte, um den kleinen verwaisten Bullen zur Mutter zu bekommen. Ich möchte allen für Ihren enormen Einsatz ausdrücklich danken!“ Pagel, der auch nachts bei den Tieren und den Pflegern vorbeischaute, ergänzt: „Selbstverständlich hatten wir uns mit anderen Elefantenfachleuten besprochen und wurden in unserem Vorgehen bestärkt. Es lief alles nach Plan, bis das Junge sehr plötzlich abbaute. Wir waren am Sonntagnachmittag alle sehr überrascht von der Wendung und sind sehr traurig.“

Im Kölner Elefantenpark wuchsen bereits 10 Elefantenjungtiere auf. Die Haltung und Zucht sei sehr erfolgreich und verläufe bereits in der zweiten Generation. Todesfälle wie der des jungen Bullen können vorkommen und passieren auch im Freiland, betont der Zoo.

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