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Kommentar: FC-Ausbaupläne zeigen Schwäche der Kölner Stadtspitze

Köln | KOMMENTAR | Eigentlich ist die Sachlage eindeutig: Der Kölner Stadtrat und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wurden von allen Kölnerinnen und Kölnern gewählt. Sie haben eine Aufgabe: Sich für alle Kölnerinnen und Kölner einzusetzen und zwischen widerstrebenden Interessen einen fairen Ausgleich nach demokratischen Prinzipien herbeizuführen. Bei den Ausbauplänen des 1. FC Köln, der behauptet „Der FC und Köln sind eine Einheit“, handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Co. als Kommanditgesellschaft auf Aktien, also eine Kapitalgesellschaft. Diese ist – auch wenn das für Fußballfans schwer verständlich ist – vor allem dem eigenen Profit verpflichtet. Der Grüngürtel als Landschaftsschutzgebiet gehört allen Kölnerinnen und Kölnern. Die Schwächen und Versäumnisse der Kölner Kommunalpolitik und der OB und ihrer Verwaltung vor den Lobbyinteressen einer Kapitalgesellschaft einzuknicken, wird nirgends so deutlich wie am Beispiel des Kölner Grüngürtels und den Plänen des 1. FC Köln. Aber nur weil die Politik nicht gestalten will. Ein Kommentar von Andi Goral

Der 1. FC Köln handelt absolut richtig für seine Ziele

Der 1. FC Köln nutzt seine gesamte Medienpower um seine Pläne voranzubringen, etwa die über 700.000 Facebook-Fans um nur einen einzigen Kanal zu nennen. Wer sich unter dem vor 20 Stunden (Abruf: 15. August, 13:47 Uhr) geposteten Blogbeitrag von der FC-Homepage die Kommentare ansieht, findet nur Zustimmung für die FC-Pläne. Besonders pikant: Fans aus Hessen stimmen gegen den Grüngürtel und für Kunstrasenplätze auf einer Naturwiese. Die Propaganda des Vereins funktioniert perfekt, spricht von einer maßvollen Erweiterung des Geißbockheims und nennt als Begründung ein „wettbewerbsfähiger und Fan-naher Bundesligaclub“ bleiben zu wollen. So als ginge das nur an einem einzigen Ort in der Stadt: Auf der Gleueler Wiese. Das der 1. FC Köln alle Register zieht, wenn es um seine Interessen geht, ist ihm weder übel zu nehmen noch verwerflich. Insofern handelt die Kapitalgesellschaft genau richtig: Alleine im Sinne ihrer Interessen. Die Interessen Kölns stehen nicht an erster Stelle eines privaten Investors. Und natürlich ist es einfacher, an einem Ort der schon bekannt ist, zu erweitern.

Die schwache Oberbürgermeisterin und der schwache Rat

Wer erinnert sich noch an das Jahr 2015 als die heutige Oberbürgermeisterin Henriette Reker für sich als Kandidatin warb? Sie war damals Sozialdezernentin und für die Umwelt in Köln verantwortlich. Besonders den Klima- und Umweltschutz stellte sie, vor allem bei den Kölner Grünen, die ihre Kandidatur unterstützten, in den Vordergrund. Und jetzt? Da gibt es Greta Thunberg, die für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen ist, Friday for future Demonstrationen in Köln und eine Verwaltung, die unter der Führung von Henriette Reker den Klimanotstand ausrufen lässt. Denn der Klimanotstand war keine Forderung aus den politischen Reihen des Rates. Vor dem Hintergrund der Vorgänge um die Gleueler Wiese muss sich Reker die Frage gefallen lassen, ob sie mit dem Klimanotstand Populismus betreibt.

Jetzt liegt seit geraumer Zeit die Forderung der Kapitalgesellschaft 1. FC Köln auf dem Schreibtisch der Kölner Politik und Oberbürgermeisterin der Erweiterung der Anlagen rund um das Geisbockheim. Katzbuckelnd folgen OB und Rat dieser Forderung, befeuert durch eine mediale Öffentlichkeit, die sich in der Zwickmühle der Abhängigkeit der Popularität des Volkssports Fußball befindet. Alle haben Angst vor dem Zorn des FC-Fanblocks: Politik, Medien und Verwaltung.

Vor allem Verwaltung und Politik haben sich unverschuldet selbst in diese Situation der Alternativlosigkeit gebracht, für die jetzt SPD, CDU und FDP etwa im Regionalrat stimmten und die Grünen erst in letzter Sekunde abwinkten. Denn sie waren es, die versäumt haben, nachdem die Pläne bekannt waren, der Kapitalgesellschaft 1. FC Köln eine Alternative – es hätten auch mehrere sein können – auf Kölner Stadtgebiet anzubieten. Eine Alternative, die den Namen auch verdient hätte, die den Interessen der Kapitalgesellschaft, einem modernen Trainingszentrum, den Anforderungen an Mobilität für Fans und Mitarbeiter des FC und des Klima- und Umweltschutzes gerecht geworden wäre. Denn, dass der 1. FC Köln nur in Lindenthal auf der Gleueler Wiese ein „wettbewerbsfähiger und Fan-naher Bundesligaclub“ bleiben kann, ist eine Schimäre und widerspricht jeder Logik. Stattdessen steckten Politik und OB von Anfang den Kopf in den Kunstrasengummi und bekommen ihn nun nicht mehr heraus. Also wird passend gemacht, was eigentlich nicht passt: Ein Naturschutzgebiet für private Interessen zu öffnen.

Politik und OB hätten Konfrontation vermeiden können

Wer glaubt, dass es diese Alternative/n nicht gegeben hätte, träumt. Politik und OB waren dazu nicht willens oder in der Lage. Beides zeichnet ein desaströses Bild der Kommunalpolitik allen voran der SPD, CDU und FDP sowie von OB Reker, die verpflichtet sind im Sinne der gesamten Öffentlichkeit Köln und nicht nach den Einzelinteressen einer Kapitalgesellschaft zu gestalten. Genau das haben sie – aber auch die Grünen, die spät auf den Zug der Ausbaugegner gesprungen sind – nicht getan. Denn, hätte die Stadtpolitik echte Alternativen vorgeschlagen, hätte sie wahrscheinlich die aktuelle Konfrontation vermieden, die aller Wahrscheinlichkeit nach vor allem einen Verlierer kennen wird, wenn im Rat SPD, CDU, FDP und OB Reker für die Bebauung der Gleueler Wiese stimmen: Den Natur-, Denkmal-, Klima- und Umweltschutz in Köln und die Kölnerinnen und Kölner, denen ein Stück Freiraum genommen wird. Aber das interessiert Fußball-Fans des 1. FC Köln aus Hessen nicht.

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