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Josef Rings entwarf 1927 die später im Krieg zerstörte Gruga-Halle Essen. Foto: Bauwelt (1928) / NS-Dok

NS-Dok erinnert an die modernen Architekten Josef Rings und Erich Mendelsohn

Köln | Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus gegründet. Doch nicht alles, was heute als Bauhaus gefeiert wird, ist auch Bauhaus. Aus aktuellem Anlass erinnert das NS-Dokumentationszentrum jetzt mit seiner Ausstellung „Neues Bauen im Rheinland und in Palästina – Erez Israel“ an die beiden Architekten Josef Rings und Erich Mendelsohn. Auch sie waren Vertreter eines modernen, sachlichen Baustils.

Erich Mendelsohns „Rudolf-Mosse-Pavillon“, gebaut für die „Pressa“ in Köln, schaffte es sogar auf eine Postkarte.

Josef Rings (geboren 1878 in Bad Honnef, 1957 dort gestorben) und Erich Mendelsohn (geboren 1887 in Allenstein/Ostpreußen, gestorben 1953 in San Francisco) waren geprägt vom „Neuen Bauen“, das der Deutsche Werkbund schon lange vor dem Bauhaus forderte.

Ziel war zum einen die Wiederbelebung und Anerkennung des Handwerks, zum anderen die „Reform des Arbeiterlebens“ – eben auch durch modernes Bauen. Den Höhepunkt ihres Schaffens hatte, Rings und Mendelsohn parallel zum Aufstieg des Bauhauses. Der Machtantritt der Nationalsozialisten zwang sie zur Emigration.

Rings war Spezialist für Siedlungsbau

Rings widmete sich vor allem den Siedlungsbau, zunächst als Angestellter von Krupp, dann mit eigenem Architektenbüro insbesondere für Genossenschaften.

Im Ruhrgebiet mit Schwerpunkt Essen baute er zahlreiche „Bandsiedlungen“, die sich durch günstige Verkehrsanbindungen zu den Arbeitsstätten ihrer Bewohner auszeichneten. 1929 plante er für Köln das (Kauf-)„Haus der Frau“, das allerdings nie umgesetzt wurde.

1934 emigrierte der evangelische Rings nach Israel. Seine schwerkranke jüdische Frau musste er in Köln zurücklassen, sie starb hier 1942 im Jüdischen Krankenhaus. Im Norden Tel Avivs entstand seine „Weiße Stadt“, die 2003 zum von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Mendelsohn war der Spezialist für Villen

War Rings in seinem Anspruch der „Sozialist“, so arbeitete Erich Mendelsohn vor allem für „kapitalistische“ Auftraggeber. In Berlin baute er Villen und „Landhäuser“, ebenso in Palästina, wohin er – über London – 1934 ausgewandert war. 1941 siedelte er in die USA über. In Rehovot nahe Tel Aviv entwarf er die Villa für Chaim Weizmann, Israel ersten Staatspräsidenten. Bei der Innenausstattung konnte er sich allerdings nicht durchsetzen, die Hausherrin bestand auf British-Edwardian-Style

Banken, Kaufhäuser und Kliniken waren ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit. 1928 erregte auf der Kölner Pressa sein Pavillon für den Verleger Rudolf Mosse Aufsehen. In Deutschland erinnert noch heute sein Einstein-Turm in Potsdam an ihn. Im ehemaligen Kino des Wega-Komplexes hat heute die Berliner Schaubühne ihr Domizil.

Mit zahlreichen Fotos, Schrifttafeln und einigen Modellen dokumentiert die Ausstellung das Werk der beiden stilbildenden Architekten, deren Namen heute fast vergessen sind. Die Wanderausstellung entstand in Zusammenarbeit des Bauhaus Centers Tel Aviv, der Alten Synagoge Essen und des Moses Mendelssohn Zentrums Potsdam. Köln ist die dritte Station der „kleineren“ Ausgabe.

„Neues Bauen im Rheinland und in Palästine – Erez Israel“ – bis 14. Juli 2016. NS-Dokumentationszentrumder Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln, www.nsdok.de,Di-Fr 10-18 Uhr, Sa und So 11-18 Uhr, erster Donnerstag im Monat 10-22 Uhr. Katalog (Deutsch/Englisch/Hebräisch): 17 Euro

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