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Die beiden kleinen Gürtelvaris machten schon einen munteren Eindruck.  Bild: Werner Scheurer

Nachwuchs bei den Halbaffen

Köln | Im Kölner Zoo gab es erneut gute Nachrichten. Im Gehege der Gürtelvaris hat es Nachwuchs gegeben, gleich zwei Junge zeigten sich am heutigen Donnerstag quietschfidel der Öffentlichkeit.

Die beiden Kleinen mit Namen „Asotry“ und „Asara“ bringen dabei richtig Leben in das Gehege ihrer Eltern „Yhoda“ und „Bari“, beide sechs Jahre alt. Während Mutter „Yhoda“ vor fünf Jahren aus Belfast nach Köln kam, ist „Bari“ ein echt Kölscher Junge. Und beide sind ideale Eltern, zumindest wenn es nach den Regeln des EEP-Zuchtprogramms geht. Gürtelvaris, die ursprünglich aus Madagaskar stammen, sind nicht so häufig in europäischen Zoos, folglich sind die meisten Tiere untereinander verwandt.

In ihrer Heimat sind die Halbaffen ausgesprochen selten geworden, ja sie sind stark vom Aussterben bedroht. Der Gürtelvari ist eine seltene Unterart des Schwarzweißen Varis. Er ist, wie viele der Lemuren auf Madagaskar, stark vom Aussterben bedroht. Den namensgebenden weißen „Gürtel“ trägt er auf dem Rücken. Beheimatet ist diese Unterart im östlichen Madagaskar. Hier bewohnt sie in Familiengruppen Regenwaldgebiete des Hoch- und Tieflandes und ernährt sich vorwiegend von Samen, Blättern, Nektar und Früchten. Die Tiere werden bis zu 3,5 Kilogramm schwer.

Bei Lemuren haben Frauen das Sagen

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Bild: Werner Scheurer

Die Tragzeit dieser Lemurenart liegt bei 102 Tagen. In der Regel kommen Zwillinge zur Welt. Bei allen Vari-Arten haben die Weibchen die „Hosen an“. Männchen spielen die zweite Geige. So lassen Vari-Mütter bis etwa vier Wochen nach der Geburt weder ihr Männchen noch den Nachwuchs des vergangenen Jahres in die Nähe der neuen Jungtiere. Erst Wochen später, wenn das Weibchen an der Scheibe zum Nachbargehege anzeigt, dass es nicht mehr aggressiv zum Rest ihrer Familie ist, wird sie wieder zusammengeführt. Dann dürfen die Väter ihren Nachwuchs endlich kennenlernen.

Varis gehören zu den wenigen Primaten, die ihre Jungtiere nicht ständig am Körper tragen. Stattdessen legen sie die Neugeborenen während der ersten Lebenswochen in Nestern oder Baumhöhlen ab. Vermutlich wollen sie auf diese Weise Energie sparen. Im Alter von vier Wochen beginnt der Nachwuchs langsam mit dem Klettern. Auffangnetzte verhindern im Zoo, dass die Kleinen unkontrolliert zu Boden fallen, da sie noch nicht über die Kletterfähigkeiten ihrer Eltern verfügen.

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