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Frank Lepke (r.) und Christian Heinisch (l.) stellen das neue Plakatmotiv am Rudolfplatz vor. Die Zahl zugeparkter Rettungswege und -zufahrten hat sich in diesem Jahr sprunghaft erhöht.

Neue Kampagne gestartet: Richtig parken kann Leben retten

Köln | Um exakt 10:10 Uhr hatten Ordnungsdienst und Feuerwehr der Stadt Köln die ersten Plakate am Rudolfplatz angebracht. 290 sollen im Rahmen ihrer heute gestarteten Kampagne insgesamt im Kölner Stadtgebiet zu sehen sein. „Rücksicht...rettet Leben!“, lautet der Slogan.

Das Problem ist nicht neu und doch gab es in den vergangenen Monaten eine deutliche Verschärfung, wie die Vertreter von Feuerwehr und Ordnungsdienst beim heutigen Kampagnenstart ausführten. Denn immer häufiger werden Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr bei ihrer Fahrt zum Einsatzort durch Falschparker behindert. So verteilte der Verkehrsdienst im Ordnungsamt rund 3200 Knöllchen wegen Parken in oder vor Feuerwehrzufahrten, hinzu kamen weitere rund 250 Fahrzeuge, die sogar abgeschleppt werden mussten. Und in einem Fall kam die Feuerwehr tatsächlich nicht am Falschparker vorbei, um ihrem Auftrag nachuzkommen.

Drastischer Anstieg im ersten Quartal 2018

Im Drei-Jahresvergleich bedeutet das einen Anstieg um rund 25 Prozent. Und in den ersten drei Monaten stiegen die Fallzahlen des Ordnungsamts in diesem Bereich mit rund 1200 Knöllchen und Abschleppaktionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um rund 50 Prozent. Grund genug für die Stadt, mit einer gemeinsamen Kampagne die Öffentlichkeit auf diesen Missstand hinzuweisen.

„Wir beobachten, dass immer mehr Menschen die Regeln der Straßenverkehrsordnung für eine lose Handlungsempfehlung halten. Das betrifft vor allem rücksichtsloses Parken in und vor Feuerwehrzufahrten. Gerade die Rettungswege aber müssen offen bleiben“, betonte Frank Lepke, Leiter des Verkehrsdienstes im Kölner Ordnungsamt. „Wir begrüßen die Kampagne des Ordnungsdienstes sehr. Denn die Behinderungen treffen nicht nur unsere Großfahrzeuge im Einsatz. Es ist ein Appell an die Vernunft“, ergänzte Feuerwehrsprecher Christian Heinisch.

Für die Feuerwehr sind gerade die Rettungswege und -zufahrten von entscheidender Bedeutung, haben ihre Einsatzfahrzeuge doch zumeist besondere Anforderungen. So ist ein Drehleiterfahrzeug zwar genauso groß wie ein Lkw. Weil ein solches Spezialfahrzeug aber eine zehn Meter lange Drehleiter hat, die alleine 14 Tonnen wiegt, ist die Wendigkeit deutlich eingeschränkt. Schon ein an einer Einmündung geparktes Fahrzeug kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass der Einsatzwagen nicht um die Ecke kommt. Und im Einsatzfall zählt jede Sekunde, wie Feuerwehrsprecher Heinisch betonte.

Gemeinsame Kontrollfahrten müssen effizienter werden

Bereits im Dezember 2000 gab es einen Vorfall, der damals für Aufregung sorgte und erste Maßnahmen nach sich zog. Ein 15-jähriger französischer Austauschschüler starb bei einem Brand in der Eichstraße im Stadtteil Nippes. Als die Feuerwehr sich dem Brandherd nähern wollte, wurden die Einsatzfahrzeuge von Falschparkern behindert und der Einsatz möglicherweise um die entscheidenden Minuten verzögert. Schon wenige Wochen später begannen Ordnungsamt und Feuerwehr mit gemeinsamen Kontrollfahrten.

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Seit Mai verfügt der Verkehrsdienst über eine zentralisierte Motorradstaffel. Die soll nun für mehr Flexibilität bei ihren Einsätzen sorgen.

Um die noch effektiver zu gestalten und vor allem im dichten Kölner Verkehr schneller voranzukommen, wurden die bisher eingesetzten Dienstmotorräder zu einer zwölf Mann Sollstärke umfassenden Einheit zusammengefasst. Die trat zum 1. Mai offiziell in Dienst und soll nun stärker und intensiver als bisher die Brennpunkte anfahren, wo es besonders notwendig ist. Und davon gibt es jede Menge. Lepke hofft, dass die Sollstärke bis zum Jahresende erreicht sein wird.

Startschuss für weitere Kampagnen gegen Falschparker

„Schwerpunkt unserer Kontrollfahrten ist eigentlich der gesamte städtische Wohnraum. Erst in den Außenbezirken entspannt sich die Situation ein wenig“, erläuterte Verkehrsdienstleiter Lepke. Zu tun gibt es aber auch hier genug. Zukünftig wolle man die bekannten Feuerwehrzufahrten mehr als einmal am Tag anfahren. Ein Umdenken scheine, so Lepke weiter, nur über das Portemonnaie zu funktionieren. Und das wolle man nun angesichts der zuletzt stark gestiegenen Verstöße gegen entsprechende Halteverbote „konsequent umsetzen“.

Die nun gestartete Kampagne soll aber nur ein erster Schritt sein, um auf Gefahrenquellen durch Falschparker hinzuweisen. Wie beide beteiligten Dienststellen betonten, werde man in den folgenden Monaten weitere Kampagnen folgen lassen. Bereits in Planung sind öffentliche Hinweise zu Parkverboten in Ladezonen sowie auf Radschutzstreifen.

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