Köln Nachrichten Köln Nachrichten

hauptbahnhof_DB

Protest gegen Mahnwache am Kölner Hauptbahnhof am heutigen Abend

Köln | Die antifaschistische Aktion „Köln gegen Rechts“ hat Proteste gegen eine Mahnwache heute Abend am Kölner Hauptbahnhof angekündigt. Die Mahnwache wird intensiv im sozialen Netzwerk auf Facebook – unter anderem von der NPD Ortsgruppe Köln – beworben. Einer der Mitorganisatoren hetzt in einem Video und spricht von der Bundesrepublik Deutschland als einem „linksfaschistischen Staat“. Der Grund für die Mahnwache soll der Tod des 9-jährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof in dieser Woche sein.

Demagogie am Ende des Postings

Der Mitorganisator der Mahnwache hält eine demagogische Rede im Internet und verbreitet diese über das soziale Netzwerk Facebook. Alleine dieses erste Video, abgerufen am 2. August, 11:27 Uhr zeigt 759 Interaktionen, 336 Kommentare und wurde 1.663 mal geteilt. Die Aufrufzahl liegt bei weit über 50.000. In diesem ersten Video beginnt das Statement mit dem Tod des Jungen und endet in einer politischen Hass- und Schimpftirade. Der Staat sei „linksfaschistisch“ und das „linke Dreckspack“ lebe nur von der Stütze und habe nichts zu verlieren. Wer sich offen zur AfD bekenne, der verlöre seinen Job wird behauptet und am Ende steht die Behauptung im Raum: „wir werden umgebracht und es passiert nichts“. Auch hierfür kennt der Mann die Schuldigen und bennent sie: Die "abgefuckten Wixer-Richter machen milde Urteile" und "wir haben Gesetze die nicht angewandt werden" sowie "wir haben viel zu wenig Polize und die dürfen nix machen". Das Video schließt mit den Worten: "Ich habe so eine Wut, das kann ich gar nicht mehr in Worte fassen". Was dies mit Trauer um den Tod des Neunjährigen zu tun hat, bleibt offen.

In den Folge-Postings wird relativiert

In den darauf folgenden Tagen schlägt der Mitorganisator in weiteren Aufrufen zur Mahnwache einen milderen Ton an und behauptet es gehe nur um den 9-jährigen Jungen und nicht um Politik, daher fordert er die potentiellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, sich friedlich, unpolitisch und einer Trauer angemessen zu verhalten, etwa auf Parolen und Fahnen zu verzichten. Statt dessen sollen Blumen, Kerzen und Stofftiere mitgebracht und niedergelegt werden. Seine Statements seien verdreht dargestellt worden und er sei lediglich „ein besorgter Vater“, sagt er. Allerdings bleibt er, wenn auch in milderer Form dabei zu behaupten, dass es in Deutschland einen „Linksfaschismus“ gebe und er distanziert sich von Naziseiten. Auf seiner Facebookseite behauptet der Mann allerdings schriftlich in einem Kommentar: „Also wir warten gerade auf die Genehmigung von der Polizei. Der Beamte am Telefon meinte aber, dass es eine super Idee wäre. Deshalb gehen wir davon aus, die Genehmigung zu bekommen und dann bleibt es natürlich bei Freitag.“ Diese Internetzeitung fragte bei der Polizei Köln nach, ob sie oder einer ihrer Beamten diese Bewertung abgegeben habe. Der Sprecher der Polizei Köln Philipp Hüwe sagt dazu: "Der von Ihnen geschilderte Kommentar ist hier nicht bekannt. Im Übrigen ist die von Ihnen zitierte Aussage auch rechtlich falsch und stammt daher sicher nicht von der Polizei. Versammlungen müssen bei der Polizei angemeldet werden. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich. Häufig wird die Bestätigung einer Versammlung mit einer Genehmigung verwechselt. Die Bestätigung der Anmeldung erfolgte am 31.07.2019 mit den üblichen Auflagen und Hinweisen." Damit lässt Hüwe offen, ob der Beamte bei der Anmeldung die Veranstaltung als "super Idee" wertete.

Auch die NPD ruft zur Mahnwache auf

Die NPD Köln ruft ebenfalls zur Teilnahme an der Mahnwache auf. „Köln gegen Rechts“ stellt fest: „Die Anmelderin des Trauermarsches stammt aus dem Umfeld des „Begleitschutzes Köln“, und ist auch schon in der Vergangenheit bei der Facebookgruppe einer rechten Bürgerwehr aktiv gewesen, die bei sogenannten „Altstadtspaziergängen“ nach der Silvesternacht 2015/16 Jagd auf Migrant*innen gemacht hat. Der Aufruf wird in der rechten Hooliganszene und bei Nazis in Köln und darüber hinaus auf den jeweiligen Facebook Seiten heftig geteilt. Zahlreiche stadtbekannte Nazis haben schon ihre Teilnahme angekündigt.“

Reiner Krause von Köln gegen Rechts: „Nach unseren Informationen wird am Freitag ein großes Gewaltpotential der extremen Rechten in Köln am Start sein. Die Frage ist, ob die Kölner Polizei darauf vorbereitet ist. „Köln gegen Rechts“ will sich dem Trauermarsch und der Kundgebung der Rassist*innen entgegenstellen. Wir rufen dazu auf, sich an den Gegenprotesten zu beteiligen!“

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

fuehlinger_see_03082018

Köln | Die Wasserqualität der Badeseen in Köln und NRW ist in der Regel gut. Das teilte heute das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz mit.

kuepper_preis_step_26052020

Der kritische Büttenredner Karl Küpper wird zu seinem 50. Todestag mit einer Gedenkplakette im Gürzenich und mit einem jährlichen Preis mit seinem Namen geehrt.

Köln | Karl Küpper war einer der besten und bekanntesten Karnevalisten und das weit über die Stadtgrenzen Kölns hinaus. Seine Büttenreden waren in den Sälen legendär. Küpper verstand die Karnevalszeit als Zeit der Kritik und der Meinungsfreiheit. Damit wurde er zum Vorbild weit über den Karneval hinaus. Trotz brutaler Repressalien und Redeverbots vonseiten des NS-Regimes vertrat der Kölner weiter offen seinen Standpunkt und zeigte damit ein hohes Maß an Zivilcourage. „Der Narr oder Karnevalist ist nicht nur zur Unterhaltung da, er hat auch eine soziale Aufgabe: nämlich der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und damit Missstände aufzuzeigen. Das hat Küpper gemacht wie kaum ein Zweiter“, sagt Bernhard Conin, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums.

laptops_jb_

Köln | Bei der Benefizaktion „Notgeld für Notleidende in der Corona-Krise“ konnte der Verein „Kunst hilft geben e.V.“ in vier Wochen 650 000 Euro sammeln, damit bedürftige Schüler Laptops erhalten können. Über 20 000 Schüler in Köln haben zuhause keinen Zugang zu einem Computer. Ein Missstand, der in Zeiten von Home-Schooling die Bildungskluft zwischen Kindern aus einkommensschwachen und einkommensstarken Haushalten weiter vertieft. Die ersten Laptops aus den Erlösen der Aktion sollen kommende Woche über verschiedene Vereine verteilt werden.

karnevals

Über 80 Karnevalsgesellschaften, Bands, Rednerinnen und Redner folgten der Einladung von report-K und plauderten am Roten Fass über die Session, das Motto, ihre Lieblingsveedel und mehr:

Der Kölner Karneval plaudert am Roten Fass von report-K.de, Kölns Internetzeitung über die Session 2020.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Fleumes filettiert

fleumes_filettiert

In der Gastkolumne „Fleumes filettiert“ blickt Gisbert Fleumes bei report-K auf liebevoll charmante Art und mit spitzer Feder auf Köln, das Stadtleben am Nabel des Rheins und mehr ...

Folge Eins: Wir sind Weiberfastnacht breit

KARNEVAL NACHRICHTEN

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >