Köln Nachrichten Köln Nachrichten

raddemo_08102015

Radfahrer demonstrieren für mehr Sicherheit

Köln | „Ich fahre jeden Tag mit dem Rad und finde die Situation auf den Straßen der Stadt als bedrohlich. Nur durch die maximale Aufmerksamkeit schaffe ich es, nicht umgefahren zu werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Joshua. Er ist einer von mehr als 200 Radfahrern, die sich am Mittwochabend an der Ecke Beethovenstraße/Hohenstaufenring versammelt haben. Forderungen sind Tempo 30 für die ganz Stadt und die Aufhebung der Radwegpflicht.

Dort wurde in der vergangenen Woche eine 33-jährige Frau beim Zusammenstoß mit einem Lastwagen lebensgefährlich verletzt. „Es liegt eine schlimme Woche hinter uns“, sagt Christoph Schmidt vom Kölner ADFC und zählt die Radunfälle auf, bei denen einen Frau getötet und zwei weitere Menschen schwerst verletzt worden sind. Und am Demonstrationstag für mehr Sicherheit von Radfahrern ist schon wieder eine Frau in Niehl lebensgefährlich verletzt worden.

„Das Tempo muss deutlich in der Stadt reduziert werden, dass zeigen die Verkehrsstatistiken. Bei 50 Stundenkilometern haben Radfahrer bei Unfällen keine Chance zu überleben. Bei Tempo 30 sieht das schon anders aus. Ich hoffe, dass sich die OB-Kandidaten nicht nur an der Debatte beteiligen, sondern später im Amt auch wirklich etwas ändern“, fordert Joshua.

Ähnlich sehen das auch die anderen Demonstranten an diesem Mittwochabend: „Für mich gehört Radfahren zu einer lebenswerten Stadt. Aber wenn ich sehe, wie oft ich mich nur noch durch eine Vollbremsung vor einem Unfall retten kann, dann ist das schon problematisch. Ich bin gerade auf dem Weg hierher von einem Autofahrer abgedrängt worden“, berichtet Julia. „Gefährliche Situationen sind in Köln die Regel, man weiß nie, was ein Autofahrer im nächsten Moment vor hat. Ein wichtiger Schritt wäre, die Radfahrer auf die Straße zu holen, damit sie als normale Verkehrsteilnehmer besser sichtbar werden“, fordert Matthias Schmitz die Aufhebung der Radwegpflicht.

Positiv überrascht über die gute Resonanz zum Demonstrationsaufruf zeigt man sich beim ADFC: „Mehrere 100 haben sich angemeldet. Gut ist, dass es auch Unterstützung von Leuten jenseits der Radfahrergemeinde gibt. Mit der Aktion heute hoffen wir, noch mehr Aufmerksamkeit zu erlangen, damit Politik und Verwaltung endlich wach werden“, sagt Clemens Rott, 2. Vorsitzender des ADFC.

Kritik an den Kölner Radwegen gibt es von Anne: „Der Zustand ist desaströs. Parkstreifen und Bäume machen Radler fast unsichtbar. Neben der Aufhebung der Benutzungspflicht von Radwegen wären mehr Radstraßen in Köln sehr wichtig.“ Von der Beethovenstraße zieht der Demonstrationszug über den Rudolfplatz, Neu- und Heumarkt zum Alter Markt, wo vor dem Rathaus die Abschlusskundgebung stattfindet.

Dort fasst Christoph Schmidt die Forderungen an Verwaltung und Politik zusammen: „Das was wir in den letzten Tagen erlebt haben, muss aufhören“, sagt er und erinnert auch an die toten Radfahrer im Frühjahr, darunter die 19-jährige Miriam, die bei einem illegalen Autorennen am Auenweg ums Leben gekommen ist. „Die Polizei hat auf die Raser reagiert und hart durchgegriffen. Aber auch schon bei kleinen Geschwindigkeitsüberschreitungen droht Gefahr. Und bei den Maßnahmen, die Unfälle beim Rechtsabbiegen vermeiden sollen, passiert seit Jahren nichts“, moniert Schmidt.

Das Radkonzept der Stadt sei gut, aber der Zeitplan von zehn bis 20 Jahren sei nicht akzeptabel. Die Umsetzung wäre auch in drei bis vier Jahren möglich. Zu den Forderung des ADFC gehören unter anderem, dass Radfahrer bei Grün an der Ampel einen kleinen Vorsprung bekommen und dass es im Kreuzungsbereich keine Werbetafeln und Parkplätze mehr geben darf, die die Sicht auf Radfahrer versperren. Kreuzungen sollten zudem entschleunigt und Tempo 30 stadtweit eingeführt werden. Die Benutzungspflicht von Radwegen soll zudem in ganz Köln aufgehoben werden.

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

zarella_hund_29092020

„Mit Cici ist unsere Familie wieder komplett“

Köln | Rund 300.000 Tiere leben in Deutschland derzeit in Tierheimen. Und die leiden wie das Tierheim in Zollstock in der aktuellen Corona-Krise: „Am Anfang der Corona-Zeit war es für uns so richtig schwer. Wir durften keine ehrenamtlichen Helfer mehr auf das Gelände lassen, die Hunde ausführen, Katzen streicheln oder bei der Reinigung der Anlagen helfen. Auch der Aufwand mit den Terminen bei der Vermittlung der Tiere war wegen der Auflagen deutlich größer. Außerdem fehlen uns die Spenden, auf die wir angewiesen sind. Trotzdem können wir uns noch über Wasser halten, aber das ist ziemlich anstrengend und unsere Rücklagen werden stetig aufgebraucht“, berichtet die Leiterin, Gunda Springer.

warnstreik732012

Berlin | In weiten Teilen Deutschlands sind am Dienstagmorgen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gestartet. Das Ausmaß der Einschränkungen ist dabei von Region zu Region unterschiedlich. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) legten die Beschäftigten zum Beispiel um 3 Uhr die Arbeit nieder. In Köln fahren heute seit 3 Uhr morgens keine Stadtbahnen und Busse der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), nur Busse von privaten Anbietern sind auf einigen Linien unterwegs.

Querdenkendemo-brand_koeln_27092020

Köln | Rund 1.500 Menschen nahmen nach Aussagen der Veranstalter am Samstag auf der Deutzer Werft an einer Demonstration der Bewegung „Querdenken“ teil. Unter dem Motto „Friedliche Versammlung für Grund- und Freiheitsrechte“ prangerten die Demonstranten die „Erosion des Rechtsstaates“ sowie Polizeigewalt, Behördenwillkür und Diskriminierung im Rahmen der „Corona-Krise“ an. Auf der dreistündigen Kundgebung sprach auch Querdenken-Initiator Michael Ballweg.

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >