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Hier bringt der Rettungsdienst Verletzte in Krankenhäuser

Rosenmontagszug in Köln 2018: Fünf Menschen verletzt

Köln | aktualisiert | Beim Kölner Rosenmontagszug kam es zu einem schweren Zwischenfall mit zwei Pferden, die vor eine Kutsche gespannt waren. Die Pferde gingen durch. Mehrere Menschen wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei hat die Kutsche sichergestellt und die Pferde wurden in die Obhut von Veterinären gegeben. Festkomiteesprecher Michael Kramp bedauert den Zwischenfall und hofft, dass es den Verletzten bald wieder besser gehe. Einer der Verletzten konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen, teilte das Festkomitee mit. Mehrere Menschen mussten auch psychologisch betreut werden, die das Geschehen miterlebt hatten, so die Feuerwehr. Mehrere Ärzte vor Ort, die mitfeierten leisteten Erste Hilfe.

Um 13:38 Uhr titelte die Stadt Köln in einer Pressemitteilung noch "Rosenmontagszug läuft prima!" und weiter: "Alaaf", „Strüßjer" und „Kamelle“: Bei Sonnenschein rollen seit 10 Uhr unter dem Motto „Mer Kölsche danze us der Reih" nach wie vor ohne Probleme die Wagen des Kölner Rosenmontagszuges durch die Innenstadt und die Fußgruppen sind in bunten und prächtigen Kostümen unterwegs. Die Spitze des Zuges befindet sich aktuell in der Straße „Unter Sachsenhausen“." Um 15:03 Uhr musste die Stadt Köln melden: "In der Straße Burgmauer/Ecke Neven Du Mont-Straße ist eine Kutsche mit Pferden durchgegangen. Fünf Personen wurden verletzt (Hinweis der Redaktion: Die Polizei Köln korrigierte zwischenzeitlich die Zahl). Der Zug soll in Kürze fortgesetzt werden." Was war passiert.

Die Polizei spricht davon, dass zwei Pferde an einer Kutsche in der Gruppe Treuer Husar blau-gelb durchgingen. Warum die Pferde scheuten und losrannten ist Teil der Ermittlungen der Polizei, auch ob es Fremdeinwirkung gab und etwa ein Gegenstand auf die Tiere geworfen wurde. An dieser Stelle stehen viele Jecken dicht gedrängt und die Musik wummert zudem von allen Seiten. Denn mittlerweile ist die Beschallung des Kölner Rosenmontagszuges immens. Bässe dröhnen so laut, dass der Boden vibriert. Die Jecken schießen direkt neben den Tieren auch Konfettikanonen ab. Auch am Neumarkt schreckte ein Pferd kurz auf, nachdem junge Männer den Konfettiwerfer aktiviert hatten.

Der Kutscher und drei Gäste des Rosenmontagszuges wurden verletzt. Nach Augenzeugenberichten sollen die Tiere in eine LKW-Tribüne gelaufen sein. Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem der Zug von der Burgmauer auf den Appellhofplatz einbiegt. Die Kölner Polizei setzte ihr Verkehrsunfallteam ein, um die Spuren zu sichern. Da der Vorfall innerhalb eines abgesperrten Bereiches passierte, handelt es sich wahrscheinlich nicht um einen Verkehrsunfall.

An fast der gleichen stelle kam es schon beim Rosenmontagszug 2017 zu einem schweren Zwischenfall mit einem Pferd. Dieses brach unter dem Reiter der Nippeser Bürgerwehr einfach zusammen. Tierschützer haben immer wieder auf Pferde als Fluchttiere hingewiesen und dass diese nicht im Rosenmontagszug mitgehen sollen. Beim Festkomitee Kölner Karneval setzte man auf strengere Regeln für Reiter. Michael Kramp, Pressesprecher des Festkomitees, sagte, dass man nun erst einmal die Ermittlungen der Polizei abwarten wolle. In Bonn verzichtet man auf Pferde, nachdem es auch dort zu einem Zwischenfall kam.

Der Zug ist heute mehr Event als früher

Allerdings lässt sich feststellen, dass sich der Charakter des Zuges doch sehr wandelte. Kamen früher Persiflagewagen, Fußgruppen, Reiter und Musikgruppen sortiert und teilweise auch mit Abstand hintereinander vor, so ist der Event Rosenmontagszug heute anders strukturiert. An jeder Bühne Lautsprecher, einpeitschende Moderationen und dazwischen laute Musik. Stehen die Bühnen wie etwa am Alter Markt direkt nebeneinander übertönen und vermischen sich Moderation und Musik manchmal zu einem einzigen Soundbrei. Die Ruhephasen zwischen den Musikgruppen fehlen, statt dessen setzt man auf Dauerbeschallung und Animation. Für die Pferde dürfte dies nicht weniger Stress bedeuten.

Stadt wollte strenger kontrollieren

Die Diskussion um Pferde im Rosenmontagszug dürfte nun erneut beginnen. Denn die Stadt hatte im Vorfeld des Kölner Rosenmontagszuges mitgeteilt, dass sie verstärkt Inspektionen zu den eingesetzten Pferden durchführen will. Am 7. Februar lautete die Mitteilung der Stadt: "Nach den Vorfällen mit Kutschen und Pferden während der Rosenmontagszüge in Köln und Bonn im vergangenen Jahr und wegen des kritischen Blicks von Tierschützern auf die Umzüge, erhöht das für den Tierschutz zuständige Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln die Kontrollen der im Rosenmontagszug eingesetzten Pferde, Kutschen und Transportmittel. Dieses Jahr sind am Rosenmontag, 12. Februar 2018, neun Tierärzte aus dem Sachgebiet Veterinärdienste des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes der Stadt Köln im Einsatz. In den vergangenen Jahren kontrollierten zwei bis vier Tierärzte die Pferde im Rosenmontagszug. Neben einer Inaugenscheinnahme der Pferde hinsichtlich ihres Allgemein- und Gesundheitszustandes werden auch die eingesetzten Kutschen und die Transportmittel, mit denen die Pferde nach Köln gebracht werden, überprüft. Die Tierärzte werden beim diesjährigen Rosenmontagszug stichprobenartig rund 50 Blutproben von den Pferden entnehmen. Die Blutproben werden auf unerlaubt einge-setzte Beruhigungsmittel überprüft. Die Tierärzte des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes führen ihre Inspektionen an den verschiedenen Aufstellorten, während des Zuges und im Anschluss an den Umzug durch." Also auch die verstärkten Maßnahmen der Stadt scheinen nicht zu fruchten.

Tierschützer sprachen im Vorfeld des Zuges von Unverantwortlichkeit

Die Tierschutzorganisation Peta meldete sich am 6. Februar zu Wort und appellierte an die Stadt und das Festkomitee auf Pferde im Zug zu verzichten: „Der Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen ist unverantwortlich. Durch den Lärm, die Menschenmassen und das hektische Treiben sind Menschen und Tiere einem enormen Risiko ausgesetzt“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Für die Feiernden ist der Umzug ein Vergnügen, für die Pferde hingegen purer Stress.“ Pferde sind Fluchttiere und sehr schreckhaft, so Peta. Laute Musik, fliegende Süßigkeiten und ausgelassene Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere bei Karnevalsumzügen über Stunden hohem Stress aus. Auch bei trainierten Pferden können bereits geringe Störungen den Fluchtinstinkt auslösen. Fast jedes Jahr werden Menschen und Tiere dabei verletzt.

Reker wünscht gute Besserung

Oberbürgermeisterin Reker wünscht den Verletzten eine schnelle Genesung. „Es ist tragisch, wenn so etwas passiert. Ich wünsche den Verletzten alles Gute und eine schnelle Genesung. Ich weiß, dass sowohl das Festkomitee als auch unsere Veterinäre gerade in diesem Jahr die Anforderungen an Reiter, Kutscher und Pferde noch einmal deutlich erhöht hatten."

"Pferdeschutz-Initiative 2015" kritisiert Festkomitee und Gesellschaften

Die "Pferdeschutz-Initiative 2015" setzt sich seit Ihrer Gründung für ein Verbot von Pferden auch im Rosenmontagszug ein und meldete sich nach dem Vorfall zu Wort. "Pferde sind Fluchttiere und können beim geringsten Anlass erschrecken, steigen, scheuen, austreten, in Panik geraten, durchdrehen und unkontrolliert davonstürmen", sagt Brigitte Kübbeler, Sprecherin der Pferdeschutz-Initiative 2015. "Dadurch gefährden sie sich, ihren Reiter/ihren Kutscher und andere. Ihr Einsatz ist unverantwortlich. Selbst gute und erfahrene Reiter oder Kutscher können in brenzligen Situationen Unfälle nicht verhindern." Weiter heißt es in der Mitteilung: "Durch die neuen Richtlinien, die das Festkomitee 2017 erarbeitet hat, ohne Beteiligung von Tierschützern, ändert sich für die Pferde im Rosenmontagszug nichts, denn selbst die Vorbereitung der Pferde auf den Rosenmontagszug bedeutet für die Pferde nur zusätzlichen Stress. Weil das Festkomitee aber nicht auf Pferde im Rosenmontagszug verzichten will, appellierte die Pferdeschutz-Initiative 2015 an die Teilnehmer, auf den Einsatz von Pferden im Kölner Rosenmontagszug zu verzichten. Der heutige Unfall im Kölner Rosenmontagszug wäre somit vermeidbar gewesen."

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