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Das Foto zeigt einen Innenraum der besetzten Marktstraße 10 . | Foto: Nunnendorf

Stadt Köln bläst Räumung der Marktstraße 10 ab

Köln | aktualisiert | Die Unterstützer der Obdachlosen in der Marktstraße 10 befürchteten am heutigen Morgen eine Räumung um 5:30 Uhr durch die Kölner Polizei. Dort sollen sich derzeit 30 Menschen aufhalten. AKTUALISIERT: Wie die Kölner Polizei, die in diesem Fall Amtshilfe leistet, auf Nachfrage dieser Internetzeitung soeben mitteilte, sagte die Stadt Köln die geplante und von ihr initiierte Räumung der Marktstraße 10, heute Morgen ab. Damit findet keine Räumung der Marktstraße statt. In der Stadt regt sich massive Kritik an Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der die Verantwortung für die geplante Räumung zugeschrieben wird.

In einem Schreiben an die Medien schreibt Rainer Kippe, dass die Stadt Köln morgen mit 3 Hundertschaften gegen die dort lebenden 30 Obdachlosen vorgehen wolle. Die Unterstützer befürchten, dass die betroffenen Menschen keinen Ersatzwohnraum erhalten, obwohl sich Sozialdezernent Rau für sie eingesetzt habe. Kippe schreibt: "Damit findet ein Selbsthilfeprojekt sein Ende, das bundesweit Aufsehen erregt hat." und weiter "Die Bewohner betonen nochmals ihre Bereitschaft, das Gebäude zu verlassen, wenn Ihnen angemessener Ersatz geboten wird. Darin sehen wir eine Lösung, wie sie dem Geist und der Tradition unserer Stadt entspricht, und welche alle Stadtregierungen bisher in vergleichbaren Situationen gefunden hat. (kölsche Lösung)"

Pfarrer Hans Mörtter aus der Kölner Südstadt versucht, so schreibt er, dass die Räumung für morgen ausgesetzt werde. Die Kölner Polizei will sich zu der aktuellen Sachlage auf Nachfrage dieser Internetzeitung heute Abend zu dem Fall nicht äußern.

Die Kölner Grünen wollen keine Räumung der Marktstraße 10

Die Grüne Ratsfraktion teilte mit: "Die Grüne Ratsfraktion ruft die Oberbürgermeisterin dazu auf, die laut vorliegenden Informationen, für diese Woche angesetzte Räumung des besetzten Hauses Marktstraße. 10 vorerst auszusetzen! Sofern ein weiterer Verbleib in der Marktstraße 10 aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, soll den derzeit dort lebenden Menschen eine Alternative, in der sie gemeinsam untergebracht werden können, zur Verfügung gestellt werden."

Andreas Kossiski, SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, besuchte am Dienstag die Marktstraße 10 und erklärte sich mit den dort derzeit lebenden Menschen solidarisch.

Massive Kritik an Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Aus den Kreisen der Unterstützer der Obdachlosen wird massive Kritik und Wut am Verhalten der Stadt Köln deutlich. Vor allem die Oberbürgermeisterin Henriette Reker steht in der Kritik, die die Unterstützer als allein verantwortlich bezeichnen. Ihr schärfster Konkurrent Andreas Kossiski, SPD, besuchte das Haus und zeigte sich mit den dort lebenden Menschen solidarisch. So spricht etwa der Journalist Martin Stankowski davon, dass die Menschen in der Marktstraße 10 sich nicht nur ein neues Zuhause aufbauten, sondern eine solidarische Gemeinschaft bilden. Er spricht davon, dass von dem Objekt und den darin lebenden Menschen keine ordnungspolitische Gefährdung ausgehe. Zudem stellt Stankowski fest, dass in den städtischen Unterkünften, wohin die Menschen verwiesen worden wären, unglaublich miserable Zustände herrschten. Er stellt die Frage, warum mit den Besetzern nicht über Alternativen, wie leerstehende städtische Immobilien gesprochen werde.

Jusos solidarisieren sich mit den Bewohnern der Marktstraße

Die Vorsitzende der Jusos Köln Lena Snelting berichtet von den Vorgängen an der Marktstraße 10 heute Morgen um 5:30 Uhr. Die Hundertschaften der Polizei seien vor Ort gewesen, neben Demonstrantinnen und Demonstranten. Dann sei die Polizei abgerückt. Sie wirft Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor in der Angelegenheit "weder Plan noch Kontrolle" zu haben. Snelting wird in einer schriftlichen Mitteilung deutlich: „Wohnen ist ein Menschenrecht. Mit einer Räumung, ohne den Menschen einen alternativen Wohnort zu bieten, missachtet Oberbürgermeisterin Reker dieses Grundrecht. Das kann ein Pilotprojekt für potenzielle Folgeprojekte werden, die Stadt muss endlich das Potenzial sehen, das dahinter steckt."

Die Jusos Köln fordern deutlich, dass das bereits seit Januar besetzte Haus in der Bonner Straße erhalten bleiben soll oder es muss den darin lebenden Menschen mindestens ein vergleichbares Objekt von der Stadt Köln angeboten werden. „Was sich die dort lebenden Menschen aus eigener Kraft geschaffen haben, ist ein Paradebeispiel für das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe. Statt das Projekt ersatzlos zu zerstören, sollte eine Alternative geschaffen werden.", schreibt Timon Marland von den Jusos in Köln.

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