Köln Nachrichten Köln Nachrichten

stoplersteine_step_12082020

Rafi Rothenberg von der Liberalen Jüdischen Gemeinde und Wolfgang Niedecken polieren gemeinsam einen der vielen Stolpersteine in Köln.

Stolpersteine: Glanz gegen die Hetze

Aktionswoche erinnert an die Opfer der NS-Zeit in Köln

Köln | „Das ist eine Aktion gegen das Vergessen. Es gibt zu viele Menschen in der Stadt, die davon nichts mehr wissen wollen. Es ist wichtig, dass die Stolpersteine glänzen gegen den braunen Nebel des Antisemitismus und gegen das Vergessen – ein politisches Zeichen für die Menschenwürde“, sagt der Vorsitzende des Vereins EL-DE-Haus, Wolfgang Uellenberg-van Dawen, an der Straße Auf dem Rothenberg, wo Musiker Wolfgang Niedecken gerade den Stolperstein putzt, der an den jüdischen Bürger Josef Stein erinnert.

Er musste unter der NS-Herrschaft erfahren, wie Juden in Köln ausgrenzt und verfolgt wurden. Um seine christliche Familie zu schützen, ließ er sich scheiden und wurde 1943 nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Es ist einer von mehr als 2400 Stolperstein, die vom Künstler Gunter Demnig verlegt worden sind, um an die Schicksale der von den Nazis verfolgten und ermordeten Menschen zu erinnern. Die Domstadt war der erste Ort, an dem es solche Gedenksteine gab, die inzwischen in 21 Ländern zu finden sind.

Mit der Aktionswoche „Glanz gegen Hetze“, soll das Erinnern wieder mehr ins Zentrum gerückt werden. Dafür werden die Stolpersteine gereinigt und so wieder zum Glänzen gebracht. Das gilt auch für die vier Steine in der Mühlengasse, die Familie Brzezinski erinnern, die vor den Nazis nach New York geflohen ist. Als Kürschnermeister verdiente Brzezinski sein Geld, doch die Nazis sorgten dafür, dass er entlassen wurde. Mit einem eigenen Geschäft für Mützen versuchte der Kölner in der Mühlengasse zu überleben. Aber das war durch die braune Hetze schon bald nicht mehr möglich, sodass die Flucht die einzige Alternative darstellte.

„Es ist aber wichtig, nicht nur die Perspektive der Opfer, sondern auch die der Täter und Nutznieser zu betrachten. Das Geschäft und die Werkstatt wurden geplündert und die leeren Räume wurden neu bezogen“, sagt der Direktor des NS-Dokumentationszentrums, Werner Jung während Oberbürgermeisterin Henriette Reker zwei der vier Stolpersteine reinigt. „Es gibt im Internet ein Kataster über die Standorte. Es wäre schön, wenn Bürger sich um die Steine in ihrer Nähe kümmern würden, damit es kein Vergessen gibt. Die Stolpersteine sind ein Zeichen für die vielen jüdischen Menschen, die man aus Köln weggeschickt und ermordet hat. Die Steine wurden immer da verlegt, wo es einen Bezug zwischen den Menschen und dem Ort gibt“, sagt Reker.

Nicht weit entfernt, in der Salzgasse, findet sich der Stolperstein, der an Heinrich Malmedy erinnert. Der zehnjährige Aaron liest nach der Reinigung vor, was auf dem Stolperstein steht. So wurde Malmedy vorgeworfen, dass er homosexuell und „asozial“ sei. Dafür wurde er verhaftet, verurteilt und 1944 ins KZ deportiert, wo er im Januar 1945 ermordet wurde. „Wenn man die Steine putzt, gibt man den Menschen, deren Name darauf steht, neuen Glanz. Die Botschaft der Steine strahlt nach vorne in unsere heutige Zeit“, sagt Bettina Levy vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde in Köln. Die Aktionswoche läuft noch bis zum 17. August.

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

wirhaben_platzbrand_21092020

Köln | Rund tausend Menschen demonstrierten am Sonntag auf der Deutzer Werft gegen die Flüchtlingspolitik der EU und gegen die katastrophalen Zustände in europäischen Geflüchteten-Lagern. Unter dem Motto „Es reicht! Wir haben Platz“ forderte unter anderem der Kölner Flüchtlingsrat die Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus griechischen Lagern. Initiiert hatte die Demo der Verein „Seebrücke“, die „AG Bleiben“ sowie zahlreiche zivilgesellschaftliche Kölner Initiativen. Auch „Brings“ und die „Höhner“ traten auf. Auch der Kölner Oberbürgermeisterkandidat Andreas Kossiski (SPD) besuchte die Demonstration.

Köln | Auf dem Gelände von Ineos im Kölner Norden hat es einen Unfall mit einer Werksbahn gegeben. Zwei Bahnkesselwagen und eine Lokomotive sind entgleist. Die Werkfeuerwehr will die Wagen entladen bevor sie die Bergung einleitet. Produkte, so das Unternehmen seien nicht ausgetreten. Im Rahmen der Bergung kommt es zu Problemen bei der S-Bahnlinie 11 und der RE 6. Die Bahnstrecke wird gesperrt.

klimademo_04092020

Köln | Am 25. September rufen rund 27 Gruppierungen zum globalen Klimastreik auf. In Köln startet Fridays for Future am 25. September um 12 Uhr auf dem Kölner Rudolfplatz.

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >