Ist der Kapitalismus zu zähmen? Dieser Frage stellen sich am Montag kommender Woche zwei Fachleute der Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften in der Kölner Stadtbibliothek.

Köln | Wie das städtische Presseamt am heutigen Dienstag ankündigte, steht die Diskussionsveranstaltung unter der Überschrift: Gibt es einen sozialverträglichen Kapitalismus? Colin Crouch und Wolfgang Streeck werden dabei ihre fachkundigen Meinungen vortragen, moderiert wird das Ganze von Smail Rapic.

Im Westen herrschte jahrzehntelang die Überzeugung, dass Demokratie und Marktwirtschaft zusammengehören. Nach dem Ende des ,real existierenden Sozialismus‘ in Osteuropa schien dem westlichen System die Zukunft zu gehören. Die Weltfinanzkrise in 2008 erschütterte jedoch das Vertrauen auf die nachhaltige Prosperität des globalisierten Marktes. In der Folge wurden in vielen Staaten wieder Stimmen laut, die nach mehr Schutz vor den Risiken globaler Entwicklungen riefen. Und mit der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA scheinen sich nun neue Konfrontationslinien zu bilden, was sich ganz aktuell durch die Diskussion um einen möglichen Handelskrieg äußert.

Hierüber diskutieren zwei international führende Experten, deren Krisendiagnose in vielen Punkten übereinstimmt, die aber unterschiedliche Zukunfts-Szenarien entwerfen. Colin Crouch ist emeritierter Professor für Governance and Public Management an der Universität Warwick. Seine Bücher „Postdemokratie“ und „Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus“ sind Klassiker der Zeitdiagnose. Wolfgang Streeck ist emeritierter Professor für Soziologie und war bis 2014 Direktor am Max Planck- Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Seine Bücher „Gekaufte Zeit“ und „How will Capitalism End?“ wurden internationale Bestseller. Smail Rapic ist Professor für Philosophie an der Universität Wuppertal.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal und der Buchhandlung Klaus Bittner in der Reihe „wissenswert – Gespräche am Puls der Zeit“ der Stadtbibliothek Köln statt. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über die Buchhandlung Klaus Bittner und an der Abendkasse. Weitere Informationen gibt es unter https://stadtbibliothekkoeln.blog/

Autor: Bernd F. Löscher