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Tag des Denkmals in der Dombauhütte

Tag des offenen Denkmals: Auf den Spuren der Dom-Steinmetze

Köln | Schon lange vor der Öffnung der Dombauhütte stehen am Samstagmorgen vor der Tür und warten auf Einlass in den Ort, der ansonsten nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Dort zeigt Steinmetz-Lehrling Daniel Schubert einer kleinen Besucherin, wie man in einen Kalksteinblock ein Herz einmeißelt. „Ich bin im Rahmen eines Betriebsaustausches fünf Monate hier in der Dombauhütte. Meine Ausbildung mache ich in einem Grabmal-Betrieb in Xanten. Hier später mal zu arbeiten, wäre mein Traum.“ Geschafft hat dies bereits Frank Menden, der seit 1996 als Steinmetz am Dom arbeitet. Er zeigt den Besuchern seine filigrane Arbeit an einer Fiale für die Südseite des Dom. „Dafür brauche ich etwa zwei Monate“, erklärt der Handwerker.

Bevor der Dom 1880 fertiggestellt wurde, war der mittelalterliche Bayenturm am Rheinauhafen sechs Jahrhunderte lang das Wahrzeichen Kölns. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Turm bis zum Ende der 80er Jahre eine Ruine. 1988 begann der Wiederaufbau, 1994 erfolgte die Wiedereröffnung als Frauenmediaturm. In den oberen Geschossen befindet sich das universellste und modernst erschlossene Frauenarchiv Deutschlands mit 15000 Büchern und 26000 Zeitschriftenausgaben von 932 internationalen Titeln. Dazu kommen Presseordner, Plakate und Flugblätter der Frauenbewegung. Im Turm befindet sich auch die Redaktion der Zeitschrift Emma und das Kölner Büro der Frauenmediaturm-Gründerin Alice Schwarzer. Nach Anmeldung ist der Turm für die Öffentlichkeit besuchbar.

Eine Frau bestimmt derzeit das Innere der Jesuitenkirche Sankt Peter, die gleichzeitig auch als Kunststation dient. Gezeigt werden dort die Kunstwerke von Claire Morgen. Im Mittelpunkt des Kirchenraums hängt die Installation „Act of God“, die nur aus Fetzen von Plastiktüten und Nylonfäden besteht. Eine andere Arbeit heißt „Schmeißfliegen“ und wurde toten Insekten geschaffen. Fest zur Kirche gehört Peter Paul Rubens „Kreuzigung Petris“. Rubens Familie war Teil Gemeinde von Sankt Peter und der Künstler wurde dort auch getauft. Das Werk in der Kirche war eine Auftragsarbeit der Gemeinde.

Alt und neu verbinden sich nicht nur in der Kunststation, sondern auch in den Spichern Höfen gegenüber des Stadtgartens. Dort hat Armin Wolfgang Müller nach dem Vorbild der Hackeschen Höfe in Berlin aus sechs unterschiedlichen Gebäudeteilen in den Jahren 2001 bis 2005 ein neues Wohn- und Arbeitsquartier geschaffen und mit hellen, mediterran anmutenden Innenhöfen verbunden. Die historische Bausubstanz wurde restauriert und durch zeitgemäße Bauten wie einen Pavillon oder neue Fassaden ergänzt. In den Spichern Höfen finden sich Wohnungen und Gastronomie genauso wie Büro-Lofts, Flagship-Stors und ein Fitnesscenter. Zu den größten Herausforderungen im 9000 Quadratmeter großen Quartier gehörte die Unterkellerung des kompletten Komplexes für eine Tiefgarage.

Auch heute noch modern ist die nach den Plänen von Theodor Teichen zwischen 1936 und 1940 erbaute Großmarkthalle in Raderberg. Dorthin wurde der Großmarkt von seinem alten Ort am Heumarkt verlagert. Modern war das Baumaterial des Zweckbaus, der aus tragenden Stahlbetonrippen und einer dünnen Stahlbetonhaut besteht. Seit 2009 schützt ein Zinkdach die 132 lange, 57 Meter breite und 22 Meter hohe Halle. Das Dach schützt im Süden von Sonnenhitze und lässt durch die Fensterfront im Norden Tageslicht ins Gebäude. Was mit der denkmalgeschützten Halle nach der geplant Verlagerung der Großmarkt und der Errichtung der Parkstadt Süd derzeit noch völlig offen. Überlegt wird dort einen Food-Markt für die Öffentlichkeit einzurichten.

29.000 Menschen sollen nach Angaben der Stadt Köln den Tag des Denkmals für Besuche genutzt haben.

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