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Trinitatiskirche in Köln: Das evangelische Gotteshaus wurde für 1,9 Millionen Euro restauriert

Die Trinitatiskirche erstrahlt in neuem Glanz

Köln | Die Geschichte der Trinitatiskirche ist eng mit der Geschichte der Protestanten in Köln verbunden: Sie ist die erste eigens für den evangelischen Gottesdienst erbaute Kirche im linksrheinischen Köln. Über Jahrhunderte waren protestantische Gottesdienste in Köln verboten. Erst als die französischen Revolutionstruppen Köln besetzt hatten und den Bürgern das Recht auf Religionsfreiheit zusicherten, feierten die evangelischen Gemeinden ihren ersten öffentlichen Gottesdienst: im Haus der Brauerzunft an der Schildergasse. Ein erstes eigenes Gotteshaus, die Antoniterkirche, bekamen sie 1802 von der französischen Stadtverwaltung.

Im 19. Jahrhundert stieg der Anteil der evangelischen Stadtbevölkerung deutlich. Schon bald reicht der Platz in der Antoniterkirche nicht mehr aus und es wurde in Köln der Neubau einer evangelischen Kirche diskutiert. König Friedrich Wilhelm IV. unterstützte das Vorhaben von Anfang an: Während er den „gewaltigen Dom seiner Vollendung entgegenführte“, wollte er auch „für die Evangelischen eine schöne würdige Kirche, einen protestantischen Dom bauen“ lassen, schrieb der erste Chronist der Evangelischen Gemeinde Köln.

Die vom Berliner Baumeister und Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler konzipierte und unter der Leitung von Eduard Kramer 1857 bis 1860 errichtete Trinitatiskirche ist eine nach Süden gerichtete dreischiffige Emporenbasilika, der ein offener Säulengang – ein sogenannter Porticus – über die gesamte Kirchenbreite vorgelagert ist. Dem Mittelschiff schließt sich eine polygonale Apsis an. Der schlanke Turm mit seinem quadratischen Grundriss erhebt sich 41 Meter in die Höhe. Dieser Campanile gehört zu jenen Elementen des Kölner Stadtbilds, die die Skyline längs des Rheins mitprägen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Luftangriffe 1942 und 1943 fast komplett zerstört. Der Wiederaufbau dauerte von 1953 bis 1965. Jetzt, 55 Jahre später, wurde das Gotteshaus am Filzengraben umfangreich restauriert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die Trinitatiskirche ist keine Gemeindekirche mit eigenem Pfarrer. Sie wird von der evangelischen Kirche in Köln als Veranstaltungskirche genutzt. Dort findet die Feier der Osternacht genauso wie die Thomasmesse oder die zentrale Reformationsfeier statt – Termine, die es im kommenden Jahr wieder geben soll.

Neu gedeckt wurde bei den Arbeiten, die im März begonnen hatten, das Dach, die Fenster wurden erneuert und die Fassade wurde überarbeitet. Im Innenraum bekam die Kirche eine neue Beleuchtung, die auch Licht in verschiedenen Farben erzeugen kann. Auch die Beschallungsanlage wurde auf den neuesten Stand gebracht. Der helle Innenraum mit seiner eindrucksvollen Kassettendecke bekam einen neuen Anstrich. Dazu wurden auch die Sicherheitseinrichtung wie der Brandschutz auf den aktuellen Stand gebracht und das Garderobenhaus umgebaut. Insgesamt wurden 1,9 Millionen Euro in das Projekt investiert, das mit einer Orgelvesper am vergangenen Samstag seinen Abschluss fand.

Für das kommende Jahr ist in der Trinitatiskirche wieder ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm geplant. Dazu gehören zum Beispiel sechs Orgelvespern, bei denen ein Gottesdienst mit Orgelmusik gestaltet wird. Dazu kommen zahlreiche weitere Orgelkonzerte. Die imposante Orgel wurde 2009 in die Kirche eingebaut und 2010 eingeweiht. An ihr spielen regionale Gäste genauso wie internationale Organisten. Für die Orgel will man im Förderverein mit Spenden, bei den eigenen Veranstaltungen mit freiem Eintritt, einen mobilen Spieltisch anschaffen.

Die Trinitatiskirche steht zudem auch Gastveranstaltern im kommenden Jahr wieder offen, die dort gegen eine Nutzungsgebühr kostenpflichtige Konzerte veranstalten können. Dazu zählen vor allem Chöre und Orchester aus der Kölner Szene wie der Gürzenich-Chor, die Kölner Kurrente, der Bach-Verein Köln, die Kölner Kantorei, das Acht-Brücken-Festival, das Gürzenich-Orchester und der Philharmonische Chor, die alle für 2021 Veranstaltungen geplant haben. Falls durch die Pandemie Konzerte mit Publikum weiter nicht möglich sein sollte, will man künftig mit eigenem Wlan auch das Streamen der Termine ermöglichen.

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