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Ameisenbärin "Jamile" | Foto:  Patrick Koch

Von São Paulo nach Köln: Zoo bekommt Ameisenbärigen Zuwachs

Köln | Die Ameisenbären „Dolores“ und „Yavi“ bekommen mit „Jamile“ eine neue Gefährtin aus Brasilien. Der Zoo möchte sich damit wieder in der Zucht der bedrohten Art versuchen.

Seit Ende Januar lebt die Ameisenbärdame „Jamile“  in Köln und soll hier für ein brasiliansch-deutsches Projekt Beihilfe leisten, welches die Lebensweise der Ameisenbären erforscht. Ein vom Zoo mitfinanziertes Forschungsprogramm soll das Verhalten der Tiere in freier Wildbahn analysieren.

Mittlerweile verfügt das Team aus Veterinärmedizinern und Biologen, laut eigenen Angaben, über eine umfangreiche Datenbasis und große Expertise. So soll haben die Forscher erstmalig beobachtet, dass weibliche Ameisenbären jährlich Nachwuchs bekommen können oder ein Kommunikationssystem mittels gesetzter Duftmarken nutzen.

Der Zoo knüpft daran an und möchte im Rahmen eines Europäischen Erhaltungsprogramms dafür sorgen, dass neue Gene in die Ameisenbären-Population der Europäischen Zoos kommt – „Jamile“ bekam in São Paulo bereits zweimal Nachwuchs.

„Dolores und Yavi sind viel gemeinsam unterwegs, doch paaren wollen sie sich nicht“, sagt der Pressesprecher des Kölner Zoos, Christoph Schütt und ergänzt mit einem Schmunzeln: „es sieht eher nach einer Wohngemeinschaft aus.“ Jetzt soll es also mit „Jamile“ klappen.

Ein weiter Weg für die Ameisenbärin

„Jamile“ ist per Flieger in einer „großen Kiste“ nach Frankfurt gekommen, ehe sie nach Köln transportiert worden ist. Schütt versichert, dass es die Tiere nicht stören würde, da sie sehr viel schlafen. Und tatsächlich macht sie einen sehr ruhigen aber neugierigen Eindruck und erforscht ihr „neues“ Gehege.

Anfangs hatte das Tier Probleme mit dem Stoffwechsel. Dies soll sich mittlerweile gelegt haben. Die vom Zoo als "WG" bezeichneten Kölner Ameisenbären und der brasilianische Neuzugang hatten noch keinen direkten Kontakt. Es habe aber, so der Zoo, erste Kontakte zwischen den Tieren durch einen Zaun gegeben.

Jetzt wartet das Team des Kölner Zoos darauf, die Gehege zu vereinen. „Wenn sie sich mögen, sieht das für den Menschen schon recht ungewöhnlich aus, da das Verhalten ein wenig an eine Schlägerei erinnert“, sagt Schütt.

„Jamile“ wird noch eine Zeitlang in ihrem Teil des Geheges mit Heimchen und Insekten-Trockenfutter gefüttert, bis sie dann mit „Yavi“ und „Dolores“ das Gehege teilt.

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