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Widerstand gegen Erweiterungspläne des 1. FC Köln am Geisbockheim

Köln | Ein breites Bündnis formiert sich gegen die Expansionspläne des 1. FC Köln im Grüngürtel sein Trainingsgelände zu erweitern. Man pocht darauf, dass der Grüngürtel unter Landschaftsschutz steht, allen Menschen als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehen soll und ein Biotop für Tier- und Pflanzenarten darstelle.

„Der Grüngürtel ist ein Teil von Köln wie der Dom“, sagt der Vorsitzende des BUND NRW, Holger Sticht, der für den Naturschutzverband feststellt: „Eine Versiegelung und Ausgrenzung der meisten Kölnerinnen und Kölner ist mit dem Schutzstatus des Grüngürtels nicht vereinbar.“

Nach Auffassung von Helmut Röscheisen, vom Deutschen Naturschutzring, erfülle die vorgesehene Erweiterung nicht die Voraussetzungen für einen begründeten Ausnahmefall bei Einrichtungen der Infrastruktur oder Nutzungen im Regionalen Grünzug: „Eine Optimierung des vorhandenen Trainingsgeländes bei der Bedarfsbegründung durch den FC Köln ist nicht erfolgt. Nicht jede Mannschaft kann für Trainingszwecke einen eigenen Platz beanspruchen. Die Alternativenprüfung ist fehlerhaft, da der zentrale Faktor Planungsrecht völlig unterrepräsentiert ist. So sind den qualitätswirksamen und funktionalen Standortfaktoren insgesamt neun Unterpunkte mit jeweils maximal zwei zu vergebenden Punkten zugeordnet. Dem Planungsrecht dagegen nur zwei Unterpunkte mit jeweils zwei maximal zu erreichenden Punkten. Da hilft auch ein Gewichtungsfaktor von 1,5 nicht weiter“, so Röscheisen.

Henriette Meynen vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sagt: „Die Erweiterungsmaßnahmen des FC widersprechen dem Erhalt des Denkmals und Landschaftsschutzgebiet Äußerer Grüngürtel im Abschnitt Sülz in entscheidendem Maße. Der Sülzer Grüngürtel, den außer dem Decksteiner Weiher die parallele Abfolge von Wald- und Wiesenstreifen prägen, würde durch die Anlage der ebenen und geradlinig begrenzten, mit Kunstrasen ausgestatteten Sportplatzanlagen, einen schwerwiegenden Eingriff erfahren. Überhaupt nicht vereinbar mit dem Charakter des denkmalgeschützten Parks sind die vorgesehenen Funktionsbauten. Durch die zusätzlich exakt geraden, vermutlich asphaltierten Wegeverbindungen und die dann notwendigen Parkplätze in Nachbarschaft der bereits vorhandenen Sportanlagen und des ausgebauten Geißbockheims entstünde ein naturentfremdeter größerer Bereich. Dies ausgerechnet am Rande des signifikantesten Teils des Äußeren Grüngürtels, der für die Kölner als Naturraum geschaffen wurde.“

Friedmund Skorzenski, von der Bürgerinitiative Grüngürtel für Alle: „Als der 1. FC Köln im Jahre 2008 ein Bürogebäude vor dem Geißbockheim bauen wollte, hat er die Zusage gegeben, keine weitere Grünfläche mehr zu bebauen. Damals äußerten die Bezirksvertreter die Sorge, eine erste Bauerlaubnis könne Tür und Tor für eine weitere Bebauung öffnen. Um einen Präzedenzfall für zukünftige Investoren zu vermeiden, lehnte die Bezirksvertretung Lindenthal das Baugesuch des damaligen und heutigen Investors, der gewinnorientierten 1. FC Köln GmbH &Co. KG aA. ab. Stattdessen appellierte sie an den Rat, dem Widerspruch des Beirates der Unteren Landschaftsbehörde zu folgen. Der Rat hielt diesen Widerspruch für unberechtigt und gab grünes Licht für den Bau des neuen Gebäudes.“ Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Aktivitäten des 1. FC Köln Begehrlichkeiten auch bei den Vereinen Viktoria und Fortuna Köln, dem DJK Südwest, Blau-Weiß Köln und Borussia Hohenlind wecke, da auch diese Vereine Platzprobleme haben sollen. Nur fehlten ihnen die Mittel, derzeit Erweiterungen zu planen.

Der Freundes- und Förderkreis Äußerer Grüngürtel - Landschaftspark Belvedere wende sich gegen eine Privatisierung öffentlicher Grünflächen. "Unser Ziel ist der Ausbau des Äußeren Grüngürtels und nicht dessen Verkleinerung", so Roland Schüler vom Freundeskreis. "Wir Bürger und Bürgerinnen haben uns eingesetzt den Äußeren Grüngürtel um 50 ha durch den Landschaftspark Belvedere zu vergrößern. Nun kommt der 1. FC Köln und nimmt uns Fläche weg. Denn die heute von allen nutzbaren Gleueler Wiesen werden privatisiert, eingezäunt und nur einer Nutzung, dem Fußball und nur für einen Nutzer, dem 1. FC zugeführt. Gnädigerweise soll es noch Durchwegungen geben, doch wie lange? Das Sportband im Sinne Konrad Adenauers war immer ein Sportband für Alle. Für den 1. FC Köln gibt es genügend andere Alternativen als genau den Äußeren Grüngürtel.“

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