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masern_22-01-2014

Zahl der Masern-Fälle steigt auf über 100

Köln | Die Zahl der registrierten Masern-Erkrankungen in Köln hat sich in den vergangenen Tagen weiter erhöht. Inzwischen beziffert das Kölner Gesundheitsamt die Zahl der bestätigten Fälle auf 106.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet diese Zahl einen deutlichen Anstieg, im Juni 2016 waren es gerade neun Fälle, die der Kölner Gesundheitsbehörde gemeldet wurde. Gegenüber der letzten Statusmeldung Mitte Mai (damals 55 bestätigte Fälle) hat sich die Zahl nun fast verdoppelt und liegt aktuell bei 106. Lag der Schwerpunkt der Masernfälle bis Mai in den Stadtteilen Ehrenfeld und Neuehrenfeld, so registriert das Gesundheitsamt zuletzt Fälle aus dem rechtsrheinischen Köln.

„Masern sind extrem ansteckend und keine harmlose Kinderkrankheit. Nur zwei Impfungen bieten Schutz gegen Masern. Überprüfen Sie jetzt unbedingt Ihre Impfausweise und holen Sie fehlende Impfungen nach. Schützen Sie Ihre Kinder, sich selbst und unsere Stadt“, so der Appell von Kölns Gesundheitsdezernent Dr. Harald Rau.

Die vermeintliche Kinderkrankheit Masern kann für Erwachsene und Kinder gleichermaßen gefährlich werden. Schon 2017 häuften sich die Fälle europaweit, während die Zahl der Erkrankungen in Deutschland vergleichsweise gering war und auch heute noch immer ist. Die Weltgesundheitsbehörde verzeichnete europaweit im Gesamtjahr 2017 rund 21.000 Masernerkrankungen, 35 Personen starben an den Folgen der Infektion. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das eine Vervierfachung der Krankheitsfälle, stellte die WHO im Februar dieses Jahres fest.

Auch in diesem Jahr treten die Masern besonders häufig in Ländern wie Bulgarien, Griechenland, Italien, Rumänien und Zypern. Weitere betroffene Staaten in Europa sind Frankreich, Irland und Tschechien.

Gefährlich vor allem für Erwachsene

Masern sind eine ernstzunehmende Erkrankung, die durch Viren hervorgerufen wird. Dabei handelt es sich nicht um eine harmlose Kinderkrankheit. Masern können zu erheblichen Komplikationen und Spätfolgen führen. Masern beginnen in der Regel mit hohem Fieber, Husten, Schnupfen. Innerhalb einiger Tage bildet sich ein Ausschlag im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich über den ganzen Körper aus.

Wenn sich die Beschwerden nach acht Tagen nicht lindern, steigt die Gefahr ernster Komplikationen wie Lungen- und Mittelohrentzündung oder Infektionen des Kehlkopfs und der Luftröhre. Als schlimmste Folgen einer Masernerkrankung können in seltenen Fällen eine Gehirnhaut- und Gehirnentzündung auftreten, die gegebenenfalls zum Tod führt.

Masern sind hoch ansteckend Ungeschützte Personen können sich sehr leicht anstecken, wenn eine infizierte Person in der Nähe ist. Schon fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlages sowie vier Tage, nachdem die Hautflecken sichtbar geworden sind, sind Masern ansteckend. Die Krankheitserreger werden über Tröpfchen, zum Beispiel beim Sprechen, Husten, Niesen, übertragen.

Die Behörden empfehlen eine Überprüfung des Impfschutzes. Masern-Schutzimpfungen werden als Kombinationsimpfungen, den sogenannten Masern-Mumps-Röteln -Impfungen, durchgeführt–heute oftmals in Kombination mit einem Impfstoff gegen die Windpocken. Grundsätzlich sind zwei Impfungen erforderlich, um vollständig geschützt zu sein. Masern lassen sich nicht ursächlich behandeln, nur deren Symptome können gemildert werden. Für so genannte „Kontaktpersonen“ gelten strenge Regeln, da der Erreger eben so hochansteckend ist, vor allem für Kitas und Schulen. Eine Impfung lohnt in jedem Fall. Selbst bei unvollständigem Impfschutz kann innerhalb der ersten drei Tage nach einer möglichen Infektion der Ausbruch der Krankheit verhindert werden.

Weitere Informationen dazu finden sie im Internet unter der URL: https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern/

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