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Über 2.200 “Stolpersteine” hat Gunter Demnig seit 2000 allein in Köln verlegt – hier vor dem Gymnasium Kreuzgasse.

Zum 70. Geburtstag von Gunter Demnig - Ausstellung über Geschichte der „Stolpersteine“

Köln | Vor 25 Jahren verlegte der Kölner Gunter Demnig vor dem Historischen Rathaus in Köln seinen ersten „Stolperstein“. Mittlerweile sind es gut 61.000 in 21 Ländern Europas geworden. Grund genug für die Kunst- und Museumsbibliothek, die Geschichte dieses „Kunstdenkmals als Bürgerbewegung“ in einer kleinen Ausstellung zu erzählen. Zumal der Künstler im Oktober seinen 70. Geburtstag feiert.

Den Stolpersteinen vorangegangen war 1990 der „Strich des Vergessens“, den Demnig quer durch die Stadt zog, um an die Deportation von Kölner Sinti und Roma zu erinnern. Dann der 16. Dezember 1992 vor dem Historischen Rathaus: Hier hatte SS-Reichsführer Heinrich Himmel mit dem sogenannten „Auschwitz-Befehl“ den Völkermord an den „Zigeunern“ angeordnet. Diesen Befehl goss Demnig in einen 10 mal 10 Zentimeter großen Stein ein. An die Deportation von Müngersdorf zum Bahnhof erinnern heute zahlreiche in den Boden eingelassene Messingsteine mit der Inschrift „Mai 1940 – 100 Sinti und Roma“.

Den Opfernd es NS-Regimes einen Namen geben

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Foto: ehu | Auch in der tschechischen Grenzstadt Tesin war Gunter Demnig: Der Stein erinnert vor ihrem ehemaligen Wohnhaus an Rosalie Wiesner, geboren 1858, am 15. Juni 1942 in Auschwitz ermordet.

Doch Demnig wollte den Opfern einen Namen geben. 1995 verlegte er – noch anonymisiert – neun weitere Steine für Sinti und Roma vor dem Haus Thieboldsgasse 88, wo diese vor ihrer Deportation gewohnt hatte. Dies geschah noch ohne offizielle Erlaubnis. Die gab es erst im Jahr 2000 nach einem Ratsbeschluss. Der erste „erlaubte“ Kölner Stolperstein liegt seit Juli 2000 vor der Aachener Straße 28.

Seitdem erinnern alleine in etwa 2.200 an die Opfer des NS-Regimes: Juden, Sinti und Roma, Gewerkschafter, Zeugen Jehovas, politische Gegner. Es sind kleine Messingplatten, in die die Namen, Lebensdaten und – so weit – bekannt – Ort und Datum ihrer Ermordung oder auch ihrer erfolgreichen Emigration. Nicht in allen Städten wird Demings Aktion begrüßt. In München etwa lehnte der Stadtrat es bis heute ab, diese Art der Erinnerungskultur auf öffentlichen Gehwegen zu unterstützen.

In zahlreichen Fotos, Dokumenten – auch Preisurkunden – und Publikationen (sieht man, was in anderen Städten dazu erschienen ist, hat Köln einigen Nachholbedarf) wird entlang eines roten Fadens die Geschichte der politischen Kunst Demnigs erzählt. Und auch das Leben des Künstlers, der an der Universität Kassel bei Harry Kramer Kunst studierte und seit 1985 in Köln lebt und arbeitet.

„Das Projekt Stolpersteine – Ein Kunstdenkmal als Bürgerbewegung" – bis 12. November, Kunst- und Museumsbibliothek (Treppenhaus des Museums Ludwig). Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Mo 14-21 Uhr, Di-Do 10-21 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa 11-16 h

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