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„Angst fährt mit“: Bahn stellt neues Sicherheitkonzept vor

Köln | „Die Angst fährt immer mit“, betonte Peter Tröge, Vertreter der Transmit Gesellschaft für Mitbestimmung, Bildung und Beratung bei der Vorstellung der Initiative „Security für Mitarbeiter und Fahrgäste von Verkehrsbetrieben bei der DB AG“ am heutigen Mittwoch, den 5. Februar. Gemeinsam stellen die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, der Fahrgastverband Pro Bahn zusammen mit weiteren Partnern wie der Gewerkschaft der Polizei und der DB Konzernsicherheit die Verbesserung der subjektiven Sicherheit im Schienenverkehr in den Fokus eines Kooperationsprojekts.

Die Initiative, so Projektmanagement- Teammitglied Walter Krippendorf vom IMU-Institut, sei als „Umsetzungsprojekt“ konzipiert. Es soll nachhaltig zum subjektiven Sicherheitsempfinden beitragen und nicht „bloß beschreiben“. Finanziell wird das Projekt, dessen Laufzeit drei Jahre beträgt, vom Fond soziale Sicherung unterstützt. „Wir müssen Stellschrauben identifizieren, die das Sicherheitsgefühl der Beschäftigten aber auch der Fahrgäste nachhaltig stärken.“

Mitarbeiterbefragung zeigt: Subjektives Sicherheitsgefühl stark gesunken

Das Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung der Beschäftigten in Bahnen,Bussen und auf Bahnhöfen, die im Rahmen der Initiative von der Transmit Gesellschaft konzipiert und durchgeführt wurde, bestätigt, dass das subjektive Sicherheitsempfinden oftmals mangelhaft ist. 58 Prozent der Befragten gab an, dass sich die Sicherheitslage an ihrem Arbeitsplatz in den letzten drei Jahren verschlechtert hat. Und das nicht ohne Grund: Mit 91 Prozent ist beinahe jeder der Teilnehmer an seinem Arbeitsplatz schon einmal in eine gefühlt „heikle“ Situation gekommen. „ Da stehen Pöbeleien und verbale Attacken an erster Stelle,“ so Tröge. „Die werden aber selten zur Anzeige gebracht und deshalb nicht erfasst.“ Entgegen der momentanen Debatte um gewaltbereite Fußballfans wurden diese Attacken sowie körperliche Übergriffe eher von Obdachlosen, Betrunkenen oder schwarzfahrenden Personen verübt als von Fußballfans.

Die Forderung der Mitarbeiter nach mehr Sicherheitspersonal zeichnete sich als Ergebnis der Umfrage deutlich ab. „Hier ist der Arbeitgeber in einer Bringschuld,“ betonte auch Reiner Bieck von der EVG. „Die Mitarbeiter beschweren sich zurecht. Das ist ein aktuelles Thema und es wird ignoriert.“ Bieck betonte, dass nicht nur die subjektive Angst zugenommen hat sondern auch die Zahl der objektiven Übergriffe. Bis September 2013 wurde ein Anstieg der tätlichen Übergriffe um 814 Fälle verzeichnet. Laut Bieck. „814, die definitiv zu viel sind.“

Fahrgäste: Sicherheit im Zug, Unsicherheit an Bahnhöfen

Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn gab an, dass das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste in den Zügen zwar hoch wäre, auf den Bahnhöfen und Bahnhofsvorplätzen jedoch deutlich geringer. Auch nannte er einige Gründe, die zu erhöhtem Aggressionspotenzial bei Bahnreisenden führten. So sei etwa eine schlechte Informationslage bei Verspätungen oder die oftmals schwierige Bedienung der Fahrkartenautomaten für schlechte Stimmung an den Bahnhöfen verantwortlich, die sich dann am Bahnpersonal niederschlage. „Das solche Fehler zu Aggressionen schüren, ist völlig klar,“ so Naumann. Zudem verwies er auf problematische Bahnhofsumfelder. „Wenn Räume direkt am Bahnhof etwa an ein Spielcasino vermietet werden, zieht das gewisses Klientel an, das potentiell das Sicherheitsempfinden senkt.“ Auch dunkle Tunnel und andere so genannte „Angsträume“ kritisierte er. „Der Bahnhof muss zum vorbildlichen Eingang zur Stadt werden.“

Abnehmendes Sicherheitsempfinden auch bei Polizeimitgliedern

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, machte deutlich, dass die Situationen im Schienenverkehr auch für Polizisten oftmals Stress bedeuten. „Im Schnitt kommt es zu mindestens einem gewalttätigen Übergriff pro Tag auf Beamte an Bahnhöfen.“ Oftmals sei das Motiv hier eine allgemeine Feindstellung gegenüber den Beamten. Der Arbeitsbereich, so Radek, sei der Bereich mit den meisten Übergriffen.

Er betonte, dass Videoüberwachung zwar eine gute Ergänzung zum Sicherheitsgefühl sei, die Präsenz von Beamten vor Ort aber keinesfalls ersetze. Hier appellierte er an die Bundesregierung: „ Wenn Sicherheit garantiert werden soll, brauchen wir mehr Personal!“
Auch Rainer Bieck machte abschließend noch einmal deutlich, dass es zur Verbesserung der subjektiven Sicherheit an Ressourcen fehle. In den Haushaltsdiskussionen müsse daher auch der Etat für die Sicherheit im Personennahverkehr neu diskutiert werden.

Insgesamt waren sich alle Mitglieder der „Security-“ Initiative einig und Bieck betonte es noch einmal nachdrücklich: „Wir wollen deutlich machen: Hier sind Veränderungen nötig.“

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