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In Mülheim testet die Deutsche Bahn ihre neuen Smart-City-Angebote

Bahnhofsvorplatz wird zum Versuchslabor

Köln | Der Bahnhofsvorplatz in Mülheim hat sich in seiner Geschichte immer wieder gewandelt. Lange war er nur ein Parkplatz. Dann wurde er von der Stadt umgestaltet und für die Passanten erschlossen. Allerdings war der Platz danach eher leer und aufgeräumt. Echtes Leben wollte sich nicht einstellen. Jetzt befinden sich zahlreiche gelb gestrichene Elemente mit Sitzplätzen und Blumenbeeten auf dem Bahnhofsvorplatz und vermitteln ein echtes Sommergefühl.

Der Platz ist für die Bahn in Kooperation mit der Stadt und dem Nahverkehr Rheinland ein großes Versuchslabor unter freiem Himmel. Dort werden in den kommenden Wochen und Monaten verschiedene Smart-City-Angebote bei einem Pilotprojekt, das Vorbildcharakter für NRW und ganz Deutschland hat, getestet. Mit den grünen Inseln, innovativen Sitzmöbeln, Infotafeln und verschiedenen Veranstaltungen soll die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert werden.

„Um die Mobilitätswende vom Privatauto auf öffentliche Verkehrsmittel zu schaffen, müssen wir so einen Platz attraktiver gestalten und ihn vom Durchgangs- zum Aufenthaltsraum machen. Bahnhöfe haben nicht immer ein tolles Image. Mit dem Projekt soll dieser Ort nun positiver wahrgenommen werden. Jetzt müssen wir uns darum kümmern, dass alles so schön bleibt und hoffen, dass der Platz pfleglich behandelt wird“, erklärt Verkehrsdezernentin Andrea Blome.

Zum Angebot zählen neben dem Nahverkehr mit seinen täglich 17.000 Reisenden am Bahnhof Mülheim und der Stadtbahn im Untergrund auch Taxis, Leihräder und Carsharing-Angebote. „An einem Platz, an dem man sich wohlfühlt, steigt man eher auf ein anderes Verkehrsmittel um und lässt den Privatwagen zu Hause. Die Erkenntnisse, die wir hier sammeln, nutzen uns bei anderen Bahnhöfen“, sagt Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des Nahverkehrs Rheinland. Geplant sind Smart-City-Angebote auch in Ehrenfeld und Köln-Süd. Getestet wurde bereits in anderen Großstädten wie Hamburg oder Berlin.

Für Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs ist das Projekt ein richtiger Schritt. „Der Platz war bislang leer und ungenutzt. Hier hat die soziale Kontrolle gefehlt. Unser Fokus liegt aber auf einer Fahrradstation mit einer Werkstatt und einem Café. Dazu hat es bereits Gespräche mit der Bahn gegeben. Es ist wichtig, jetzt den Ort weiterzuentwickeln.“

Erprobt werden aktuell verschiedene Konzepte, die auf dem Platz zusammengefasst worden sind. Dazu gehört zum Beispiel, welche Pflanzen in der städtischen Umgebung funktionieren. Auch das gemeinsame Warten mit Abstand von Fahrgästen an den Sitzgelegenheiten wird erprobt. Angedacht sind zudem mobile Verkaufsangebote wie ein Eisstand oder ein Foodtruck. Dazu kommen Veranstaltungen wie ein kleines Open-Air-Kino am kommenden Freitag und Samstag sowie am 14. und 15. August. Ab August startet zudem ein Kochevent, das anmeldepflichtig immer mittwochs sowie jeden zweiten Samstag stattfinden soll. Auch ein Freilufttheater ist geplant.

Im Bahnhof selbst wird die Verkehrssituation modernisiert. Dazu gehört die komplette Erneuerung des Bahnsteigs 2/3 sowie der Bahnsteigdächer an den Gleisen 2/3, 4/5 und 6/7. Der Bahnhof soll mit drei neuen Aufzügen barrierefrei gestaltet werden. Einen konkreten Termin für den Baustart gibt es derzeit noch nicht.

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