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Kölner Dieselnetz: NVR kritisiert DB Regio NRW wegen Ausfällen und Verspätungen

Köln | Kaum eingeführt – und das mit Verspätung – sorgen die neuen Bahnen von DB Regio auf den Strecken im Kölner Dieselnetz bei den Fahrgästen für Ärger. Laut Angaben des Nahverkehrs Rheinland (NVR) häufen sich die Beschwerden bezüglich Zuverlässigkeit, Kapazität und technischem Zustand der Züge aus der Serie Coradia LINT 54 und 81. Streckenbetreiber DB Regio NRW verweist auf den Hersteller Alstom und macht die schlechte Witterung der vergangenen Wochen für die Ausfallserie verantwortlich.

Seit Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2014 erreichten den Nahverkehr Rheinland (NVR) eine Vielzahl von Kundenbeschwerden über die mangelhafte Qualität der Schienenleistungen auf den Strecken des Kölner Dieselnetzes, zahlreiche davon über die NVR-Facebook-Präsenz. Der NVR hat nun angekündigt, vom Betreiber DB Regio NRW eine Vertragsstrafe in Millionenhöhe einzufordern. NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober spricht von "katastrophalen Zuständen".

„Es ist offensichtlich, dass die DB Regio NRW als Betreiber aktuell große Schwierigkeiten mit dem Betrieb des Kölner Dieselnetzes hat. Das machen einerseits unsere Qualitätsaufzeichnungen, andererseits die Vielzahl an Kundenbeschwerden überdeutlich. Wir sehen die DB Regio in der Pflicht, in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller die Kinderkrankheiten der Fahrzeuge schnellstmöglich zu beheben und wieder einen stabilen Betrieb auf den Strecken zu gewährleisten. Wenn dies mit den Neufahrzeugen nicht möglich ist, muss ein griffiges Ersatzkonzept erarbeitet werden. Es kann nicht sein, dass unsere Kunden in den Zügen schon seit Wochen unhaltbare Zustände erleben“, kritisiert NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek.

Während der Betrieb bei der RB 30 (Bonn Hbf – Ahrbrück) stabil laufe, häuften sich bei den anderen Linien des „Kölner Dieselnetzes“ – dazu gehören die Linien S 23 (Bonn Hbf – Euskirchen – Bad Münstereifel), RB 25 (Köln-Hansaring – Gummersbach – Marienheide – Meinerzhagen), RE 12 (Köln Messe/Deutz – Euskirchen – Gerolstein – Trier Hbf), RE/RB 22 (Köln Messe/Deutz – Euskirchen – Gerolstein – Trier Hbf) und RB 24 (Köln Messe/Deutz – Euskirchen – Kall/Gerolstein) - die Kundenbeschwerden über Unpünktlichkeit, Zugausfälle und Minderkapazitäten, so der Zweckverband.

NVR pocht auf vertraglich zugesicherte Leistungen

Gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Alstom suche man bei DB Regio Lösungen, um die betriebliche Situation im Kölner Dieselnetz so schnell wie möglich zu stabilisieren, so Dirk Helfert von DB Regio. Dazu zähle insbesondere eine zügige Abarbeitung offener Gewährleistungsfälle. Inner von vier Wochen hätten sich über 230 Mängel an den 52 Fahrzeugen bemerkbar gemacht. „Das ist inakzeptabel“, so Helfert, hier sei Alstom in der Pflicht. 18 Fahrzeugausfälle, die teilweise mehrere Wochen angedauert hätten, seien auf Probleme im Kühlkreislauf der neu eingesetzten Züge zurückzuführen. Ein 14-köpfiges Team des Herstellers sei momentan dabei, die Ursache hierfür zu beheben, so Helfert weiter.

Auch Probleme mit den ausfahrbaren Trittstufen sowie längere Türschließzeiten beeinträchtigen den Fahrplantakt, der seit Mitte Dezember im Kölner Dieselnetz gefahren wird. Helfert: „Im Vergleich zum „alten“ Dieselnetz ist die Verkehrsleistung mit Umsetzung des vareo-Konzepts um rund 10 Prozent gestiegen. Jede Abweichung vom Soll-Betrieb wirkt sich unmittelbar auf die Qualität aus.“

Zusätzlich sorgten noch nicht behobene infrastrukturelle Mängel auf den Strecken und damit verbundene Langsamfahrstellen sowie die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks in Euskirchen mit einem neuen Betriebsprogramm für Verspätungen.

Trotz dieser Probleme liegt laut Helfert die Qualität auf der S 23 seit dem Fahrplanwechsel auf Vorjahresniveau. Die Qualität auf der Eifelstrecke könne aktuell nicht aussagekräftig mit den Werten des Vorjahreszeitraums verglichen werden. Grund hierfür seien die witterungsbedingten Streckensperrungen und Fahrzeugausfälle in der letzten Wochen, vor allem in der Eifel.

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