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Der Stellenbewerber (Gracias Devaraj) muss sich von der Personalchefin (Victoria Riccio) Fragen gefallen lassen, wie sie sonst nur Frauen gestellt werden. Foto: Dieter Kloubert / Immisitzung

9. „Immisitzung“ gefällt mit Musik, Biss und Klamauk

Köln | „Jeder Jeck ist von woanders“ – ist seit neun Jahren das Motto der „Immisitzung“. Doch in Köln angekommen ist das Team, in dem gut ein Dutzend Herkunftsländer vertreten sind, schon lange. Nicht nur im Karneval – auch die Kölschbesoffenheit beherrschen sie meisterhaft (und nur ein bisschen selbstironisch). Die kleinen Tritte gegen Düsseldorf inklusive. Und so ist den Woandersher-Jecken auch diesmal nach über drei Stunden der Beifall garantiert.

Es sind vor allem die heißen Rhythmen der Weltmusik, die satten Stimmen und das hochspringende Tanztalent der Bühnentruppe, die das Publikum regelmäßig hin- und mitreißen. Was ihnen auch keiner so schnell nachmachen kann. Dazu in den Sketchen ein Hauch Poesie, kräftig Klamauk und Nonsens sowie ihre Sicht auf die Dinge, die die Welt bewegen – sei es im Alltag oder der hohen Politik. Und da unterscheiden sie sich nicht von den eingeborenen Kölnerinnen und Kölnern.

Wenn die Chefin mit dem Stellenbewerber ins Hotel geht...

Unerfüllte Frauenquote und #metoo in der deutschen Wirtschaft? Nicht mit den Immi-Frauen – sie kehren den Spieß um. So wird in einem Sketch der Stellenbewerber von der Personalchefin ausgequetscht, wie es – umgekehrt – sonst wohl die Frauen erfahren. Verdient seine Frau nicht genug, dass er arbeiten muss? Wie will er Kind und Karriere unter einen Hut kriegen? Wie steht’s um seine Prostata? Schließlich bucht die Chefin in spe noch schnell ein Doppelzimmer im nahen Hotel – vielleicht klappt es ja danach mit dem Job.

Ordentlich Fett weg kriegt der türkische Staatschef Erdogan: Getrieben wird er von seinen Gefühlen. Gegen Freude und Stolz behält am Ende die Angst vor Impotenz und Einsamkeit die Übermacht und verbündet sich mit Wut und Hass. Hoffnungsvoll werden er und alle anderen Diktatoren mit der italienischen Widerstandshymne „Bella Ciao“ verabschiedet. Keine Schnitte kriegen auch die Selbstmordattentäter: Wegen Überlastung kündigen die Jungfrauen, die angeblich im Himmel auf sie warten. Die sind außerdem von den mangelnden Sex-Kenntnissen der selbsternannten Märtyrer sehr enttäuscht. Von deren Korankenntnissen sowieso.

„Kacken halal“ gegen klassische deutsche Flachschüssel im Klo

Auf den Spuren des Colonia-Duetts fangen sie das Publikum und eine Zugabe ein, puren DaDa-Nonsens liefert „Lady Blabla“, die beiden Domtürme erklären ihre Liebe zueinander, und Inspektor Kurkuma versucht herauszufinden, warum ausgerechnet Indien, das Land der heiligen Kühe, der Welt zweitgrößter Rindfleischexporteur ist. Ein Pärchen, dass übers Internet zum ersten Rendezvous gefunden hat, muss sich entscheiden: Küssen oder den Anordnungen der Gesundheitsapp folgen? Schließlich werden genüsslich und drastisch die Varianten zwischen der klassischen deutschen Flachschüssel und der „kultursensiblen Toilette“ nach nahöstlichem Vorbild vorgestellt, wie sie das Bürgerzentrum Alte Feuerwache – real – einbauen will, um „Kacken halal“ zu ermöglichen.

Während die temperamentgeladene Brasilianerin Myriam Chebabi als „Ihre Leiblichkeit Immi-Mymmi I.“ in bewährter Manier durchs Programm führt, erörtern die Puppenspieler Robby Göllmann und Andreas List zwischen den Programmnummern in ihren deutsch-französischen Streitgesprächen Klimawandel, Insektensterben, deutsches Wahlverhalten oder die Chancen des 1. FC Köln. Und ob man ein Mädchen aus Düsseldorf lieben kann.

Insgesamt sind in dieser Session bis zum 13. Februar 23 Vorstellungen im Bürgerhaus Stollwerck angesetzt. Informationen: www.immisitzung.de

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