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Krätzchensänger Philipp Oebel brillierte unter anderem mit einem Stück von Jupp Schmitz "Der alte Dattelbaum"

Kajuja Vorstellabend 2017: Musik, Musik, Musik

Köln | Allein acht Musikgruppen, von 14 Programmnummern insgesamt, präsentierte die Kajuja auf ihrem Vorstellabend im Kölner Tanzbrunnen 2017 und da ist Krätzchensänger Philipp Oebel, eine selten gewordene Spezies im Kölner Karneval, noch gar nicht eingerechnet. Philipp Oebel brillierte mit einer Neuinterpretation des Jupp Schmitz Liedes „Der alte Dattelbaum“ und Redner Volker Weininger überzeugte mit seiner Type „Der Sitzungspräsident“ nicht nur, sondern gehört mehr denn je in den Rednerolymp des Kölner Karnevals. Im Interview mit report-K der Programmgestalter des Festkomitee Kölner Karneval Dr. Joachim Wüst über den Abend im Kölner Tanzbrunnen.

Der Markt für Musikgruppen boomt

Der Markt für Musikgruppen im Kölner Karneval scheint unerschöpflich zu sein. Gleich acht Bands präsentierten sich bei der Kajuja: Fabian Kronbach & Band, Pütz und Bänd, Pläsier, Palaver, Lupo, Fiasko, Kölsche Adler und Lax. Auch der Programmgestalter des Festkomitees Dr. Joachim Wüst stellt im Interview mit report-K fest, das Köln musikalisch mit Bands aktuell gesegnet sei. Jetzt darf man allerdings gespannt sein, welche der vielen Newcomer es auch auf die Kölner Bühnen außerhalb der Vorstellabende oder zumindest schon einmal auf die kleinen und internen Veranstaltungen der Kölner Karnevalsgesellschaften schaffen.

Denn das muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden: Die Newcomer klingen alle ähnlich und stehen für Kölschpoprock der auf Partykarneval programmiert ist. Musste früher eine Band zumindest einen Song zum Mitschunkeln haben, so ist heute Mitklatsch, Animationsprogramm, die Hände in den Saalhimmel-Aufforderung anscheinend Pflichtprogramm. Und das Publikum macht dies auch brav, selbst auf dem Vorstellabend mit. Bei dieser Masse an Bands stellt sich allerdings mittlerweile die Frage, wann der Grad der Übersättigung erreicht ist.

Ein Exot

Daneben gibt es selten gewordene Gewächse und Exoten wie Krätzchensänger. Einer davon ist Philipp Oebel. Ein Mann, eine Gitarre und viele Lieder. Er überzeugte nicht nur, er begeisterte mit den Songs die er aus dem Fundus des Kölner Liedgutes ausgräbt, wie der „Alte Dattelbaum“, vorgetragen zum ersten Mal 1948 von Jupp Schmitz, der für die Musik verantwortlich zeichnete und Walter Rothenburg für den Text.

Oebel entführt uns mit dem Schmitz-Song nach Ecuador an den Chimborazo, ein Berg den Alexander von Humboldt schon bereiste und der mit über 6.000 Metern der höchste Berg des südamerikanischen Landes ist. Dort oben im ewigen Eis gibt es natürlich keine Dattelbäume. Warum das damals veröffentlichte Lied die Menschen 1948 begeisterte, lag daran, dass es in diesem Jahr nach dem Krieg wohl wieder die exotischen Südfrüchte gab. Es sind aber nicht nur die Lieder, sondern es ist die Stimme und seine Kölsch-Tonlage die Oebel so einzigartig macht. Er selbst spricht vom Liedgut, dass er den Kölnern wieder zugänglich macht, von den „Kronjuwelen Kölns“. Sein Repertoire reicht aber über Jupp Schmitz hinaus und er beschäftigt sich noch intensiv mit Ostermann, Berbuer, die vier Botze, zwei Drügge und anderen. Kölsche Krätzchensänger wie Oebel erlebt man im Kölner Karneval eher auf der Sitzung in der Wirtschaft „Jeckespill“ oder Nostalgiesitzungen. Dabei und das ist die Kunst Oebels wirkt er nie altbacken, sondern kann den Songs von Anno dazumal den Swing des 21. Jahrhunderts mitgeben.

Die Redner oder besser der Redner

Dr. Joachim Wüst spricht im Interview mit report-K von einer Rednermisere im Kölner Karneval. Die Kajuja brachte genau drei auf die Bühne. Den 12-jährigen Damian, der Witze vorträgt, die er auswendig lernt und dass in kurzer Zeit, wie er report-K verriet. Der Minze, ein Bauchredner, gebürtig aus Berlin und heute am Niederrhein lebend. Mehr Comedian als kölscher Redner.

Und Volker Weininger, der mittlerweile zu den Stars der Kölner Rednerszene zählt und nicht aus Mangel, sondern weil er eine ausgefeilte Rede mit vertiefender Auseinandersetzung um Rituale, Nickeligkeiten einer Fasteleersgesellschaft aus dem Umland perfekt in die Bütt bringt. Weininger beobachtet genau das Zeitgeschehen und was es mit dem Karneval macht, spitzt dies exakt mit Worten zu, die er gespielt leicht lallend mit rotem Faden vorträgt. In diesem Jahr stellte er sich zum sechsten Mal 2017 bei der Kajuja vor, wo er 2012 seine Karriere auf den Brettern, die den Karneval bedeuten, begann. Dabei und das zeichnet Weininger besonders aus, ist er nicht wie manch anderer im Rednerolymp abgehoben, sondern blieb seiner Type treu und baut sie Jahr um Jahr aus.

Daneben stellten sich die Tanzgruppen der Kölsche Dillendöppcher, Rheinmatrosen Minis, die Schlebuscher und die Rheinmatrosen vor.

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