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Karnevalsnachlese in der Antoniterkirche 2013

Karnevalsnachlese: „Wir müssen mehr miteinander reden“

Köln | Im Saal der Antoniterkirche traf sich heute eine illustre Runde karnevalistisch aktiver Menschen um über die gerade vergangene Session zu philosophieren und nachzudenken. Gekommen waren der Präsident der Roten Funken, Heinz-Günther Hunold, Axel Busse, Jungfrau im Kölner Dreigestirn 2013, Sven Welter, von den Paveiern, Büttenredner Jupp Menth und André Schulze Isfort, Mitbegründer der Stattgarde Colonia Ahoj. Moderiert wurde der Abend von Stadtführer und Rote Funk Günter Leitner. Themen waren die kölschen Redner, Tanzgruppen und Jugendarbeit, die Länge von Sitzungen und das neue Sessionsmotto 2014.

Die Besonderheiten der Session 2013

Für Heinz-Günther Hunold war es eine sehr musiklastige Session, geprägt durch die jungen Gruppen, die wieder Geschichten aus dem Leben der Stadt erzählen. Bestimmend sei aber auch die Kürze und die vielen Grippeopfer gewesen. Axel Busse, als Jungfrau erlebte im Dreigestirn, dass man auf den großen Bühnen der Stadt weniger Inhalte transportieren könne und mehr auf Spaß setzen müsse. Er habe auch die Kraft des Kölner Karnevals gespürt, vor allem bei den sozialen Terminen, etwa auf der Kinderkrebsstation. Leider sei sein Wunsch, den er auch gegenüber dem Festkomitee ausgesprochen habe, nicht in Erfüllung gegangen als Dreigestirn auch dort mehr präsent zu sein, wo weniger Karneval gefeiert werde, um für den Karneval zu werben. Etwa an Schulen. Für André Schulze Isfort war ein Highlight die Entführung der Jungfrau, ein Vorgang der bisher noch nicht vorgekommen sei. Er stellte aber auch das Verständnis der Stattgarde noch einmal klar und deutlich heraus. Anders als etwa die Rosa Funken, die die Provokation gesucht hatten und sich zuerst über ihr Schwulsein definierten, fänden sich bei der Stattgarde Menschen die in erster Linie Karneval feiern wollen und deren sexuelle Orientierung zweitrangig sei. Heinz-Günther Hunold pflichtete Isfort bei und stellte klar, dass man Menschen so akzeptiert, wie sie sind und man über das Thema schwul/lesbisch auch keine Späße mehr machen sollte.

Jupp Menth macht weiter

Nicht nur weil zwei Redner erkrankt seien, sondern weil er die Sendung von Stefan Raab gesehen habe, habe er beschlossen weiter zu machen, so Jupp Menth. Als „Ausländer mit kölschem Migrationshintergrund“ merke er, dass besonders bei Galasitzungen die Akzeptanz der kölschen Rede geringer werde und die kölsche Sprache nicht mehr die Kraft im Karneval besitze. Die großen Gesellschaften, die Literaten und das Festkomitee würden dagegen keinen Widerstand leisten, da man die Säle voll haben möchte. Die Comedians würden von links und rechts in die Säle drängen. Er sehe auf Jahre hinaus keinen Kölschen Redner oder Kölner im Nachwuchsbereich. Auch dass jüngere Redner ältere Typen wie die Doof Nuss übernehmen könnten, hält Menth nicht für realistisch, zudem glaube er an die Vielfalt neuer Typen. Ein Kölner Redner trage für ihn, auch aus historischen Gründen ein Kostüm und nicht wie die Comedians einen Anzug, wo das Ausgeflippteste eine verschobene Krawatte sei.

Menth kritisierte die Länge von Sitzungen. Sechs Stunden sei zu lange, als Redner würde man bei den letzten Nummern schon nur noch in die „toten Augen von Köln“ sehen. Hier pflichtete ihm Hunold bei, der klar machte dass man bei den Roten Funken schon auf neun bis zehn Programmnummern reduziert habe. Heftig ging Menth auch mit den großen Musikgruppen, die er die „Göttlichen“ nannte ins Gericht. Die würden ihre Zeiten zu Lasten der Redner überziehen und sich in einem internen Wettstreit befinden, wenn der eine länger spielt, muss der andere auch. Was Literaten oder Agenturen mit Programmen anrichten, bei denen drei dieser Gruppen hintereinander im Auftrittsplan stünden, sei diesen anscheinend nicht klar. Menth nennt das Verhalten der großen Gruppen wie Bläck Fööss oder Höhner unkameradschaftlich. Auch Herrensitzungen bei denen vier bis fünf Redner das Publikum 2,5 Stunden hintereinander weg besprechen, hält Menth für keine Lösung. Unter Hans-Horst Engels, dem früheren Festkomiteepräsidenten, habe man solche Themen nach der Session bei einem Tässchen Kaffee untereinander besprochen. Ein solches Gespräch sei mit dem neuen Festkomiteevorstand nie zu Stande gekommen. Menth regt eine Art Ombudsmann an, der sich dieser Themen annehme und Gespräche zwischen Festkomitee, den Vereinen und den Künstlern voranbringe.

Heinz-Günther Hunold stimmte der Kritik von Menth zu und will nun Gespräche anregen, dabei sollten viele Themen auf den Tisch, die Rednerproblematik, aber auch das Dreigestirn. Auch der Rote Funken Präsident ist der Auffassung das die Programmgestaltung aktiv eingreifen muss und Gruppen die zu lange spielen bremsen muss. Einig war man sich, dass eine echt kölsche Sitzung auch mindestens den Auftritt einer Tanzgruppe und eines kölschen Traditionskorps auf dem Programmzettel stehen haben muss. Das die kölschen Musikgruppen nur zu Karneval spielen sollten, erteilte Sven Welter von den Paveiern eine Absage. In den Konzerten außerhalb der Session sei das Repertoire wesentlich breiter und würde den Fans eine andere Sichtweise auf die Musikalität und die Protagonisten ermöglichen.

Zum neuen Motto gab es schon erste kreative Ideen. So ließ André Schulze Isfort durchblicken, dass man einen neue Partyveranstaltung plane und für die Session 2014 schon einmal ins Blaue getextet habe: „11 Jahre op Deck – wir fiere och in Zokunf jeck“. Damit spielt man auch auf das Jubiläum der Stattgarde im nächsten Jahr an. Hunold freut sich schon auf das Regimentsexerzieren der vier Knubbel der Roten Funken und erinnerte an den Persiflagewagen vor einigen Jahren und den Roten Funken im Raumanzug. Spannender waren die Gedanken Hunolds zur Frauenfrage im Kölner Karneval. Im 18. und 19. Jahrhundert sei der Karneval von Männerbünden geprägt worden. Heute habe man, etwa mit der Colombina Colonia, auch Damengesellschaften, die sich ehrenamtlich engagierten und warum sollte aus deren Reihen, etwa bei einem Jubiläum, nicht auch einmal ein weibliches Dreigestirn sich bilden. Da müsse man sicher nicht bis 2323 warten und der Leiter des Kölner Rosenmontagszuges Christoph Kuckelkorn hätte ja in der Mottovorstellung schon darauf angespielt. Hunold: „Die Diskussion ist im Gang.“ Jupp Menth karikierte: „Wenn man das Motto hört, merkt man, das Erfinder Kuckelkorn es mit Leuten zu tun hat, die keine Widerworte mehr geben können.“ Die rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer, meist älteren Jahrgangs, lachten Tränen.

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