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Peta kritisiert erneut Festkomitee: Das gestürzte Pferd beim Rosenmontagszug 2017 soll bereits krank gewesen sein

Köln | Das beim Kölner Rosenmontagszug 2017 gestürzte Pferd Querida litt unter einer chronischen Erkrankung und hätte nicht stundenlang im Straßenkarneval eingesetzt werden dürfen. Das wirft die Tierschutzorganisation Peta dem Festkomitee Kölner Karneval vor. Peta habe bereits am gestrigen Mittwoch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die Kölner Stadtratsfraktionen über den Sachverhalt informiert. Report-K fragt beim Festkomitee Kölner Karneval nach.

Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert das Festkomitee scharf, denn nach Angaben von Peta sei die Erkrankung von Querida bereits bekannt gewesen. Zudem schreibt die Tierschutzorganisation durch einen Whistleblower erfahren zu haben, dass Queridas 'Sturzanfälligkeit' bereits seit Jahren bekannt gewesen sei. „Eine chronische Erkrankung des Pferdes Querida war auf Seiten des Festkomitees nicht bekannt. Uns lag ein tierärztliches Attest vor, dass die Einsatztauglichkeit des Pferdes für den Rosenmontagszug bestätigt hat. In dem Attest ist keine chronische Erkrankung vermerkt. Ebenso ist uns nichts von einer besonderen 'Sturzanfälligkeit' des Tieres bekannt“, erklärt Tanja Holthaus, Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval.

Peta appelliert erneut an Politik

In einer Erklärung appelliert die Tierschutzorganisation erneut an die Kölner Politiker, Pferde bei Karnevalsveranstaltungen nicht mehr zuzulassen. „Die Richtlinie für Pferde beim Kölner Karneval ist nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist. Das Festkomitee hat sich bei einem chronisch kranken Tier über die eigene Richtlinie hinweggesetzt. Nur ein Pferdeverbot kann den Tierschutz garantieren", so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta.

Rosenmontagszug 2018 nun ohne Pferde?

Das Festkomitee Kölner Karneval bestätigt auf Anfrage von report-K den Einsatz von Pferden für den Rosenmontagszug 2018. Eine genaue Anzahl der Pferde liege zwar noch nicht vor, doch sie wird sich in einem ähnlichen Rahmen wie 2017 bewegen, sagt Holthaus. 2017 wurden beim Rosenmontagszug rund 500 Pferde eingesetzt.

Festkomitee setzt neue Pferderichtlinien um 

„Derzeit setzen die Gesellschaften die neuen Pferderichtlinien um, das verläuft bisher planmäßig. Diese Überarbeitung und Optimierung der bereits bestehenden Richtlinien erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz der Stadt Köln, dem Pferdesportverband Rheinland und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)“, erklärt Holthaus.

„Die neuen Standards sehen für Pferde den Nachweis der FN-Gelassenheitsprüfung sowie aller vorgeschriebenen Impfungen vor. Wie bisher auch wird jedes Reit- und Kutschpferd durch einen Pferdeführer begleitet. Alle Pferde werden zudem auf ihren Pflegezustand untersucht. Mehrere Veterinäre begleiten den Zug, ein Veterinärmobil vor Ort sorgt für schnelle Versorgungs- und Transportmöglichkeiten. Alle Tiere werden zudem trainiert und intensiv auf diese Situation vorbereitet, um ein mögliches Stresslevel für die Tiere so gering wie möglich zu halten“, so Holthaus-

Rückblick Rosenmontagszug 2017

Beim vergangenen Rosenmontagszug in Köln war Querida gegen 16 Uhr plötzlich zusammengebrochen und liegen geblieben, bis sie von einem Transporter in eine Pferdeklinik gebracht wurde.

Auch in Eschweiler sorgte ein blutendes Pferd im Rosenmontagszug 2017 für Debatten. „Zahlreiche weitere Vorfälle wurden von Besuchern der Umzüge im Rheinland an Behörden, Politiker und Peta gemeldet“, heißt es in einer Peta-Erklärung.

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