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Thüringer Rechtsruck wird Thema im Rosenmontagszug 2020

Das Festkomitee hat gestern die Entwürfe für den Rosenmontagszug präsentiert. Auch OB Henriette Reker bekommt ihr Fett ab.

Köln | Noch über Nacht ist in Köln beim Festkomitee der Entwurf für einen Wagen entstanden, der den plötzlichen Rechtsruck in Thüringen aufs Korn nimmt. Dort ist der als rechtsextrem geltende Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke als Hund, auf dessen Rücken der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alexander Gauland, und der FDP-Politiker Thomas Kemmerich sitzen. Der hatte sich mit den Stimmen von CDU und AfD zum Ministerpräsident in Thüringen wählen lassen, was bundesweit auf Entsetzen gestoßen war. Man werde den Wagen zur AfD in den kommenden zwei Wochen bis Rosenmontag noch den jeweilige aktuellen Ereignissen anpassen, erklärt der neue Zugleiter Holger Kirsch. „Wir haben jahrelang keinen Wagen zur AfD gemacht, weil wir dieser Partei keine Aufmerksamkeit schenken wollten. Das ist jetzt vorbei“, sagt Kirch weiter.

Ihr Fett bekommt auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker ab, die nach Meinung der Karnevalisten ihr Fähnchen zu sehr in den Wind hängt. Das gilt zum Beispiel für das neue Trainingsgelände des FC im Grüngürtel, gegen das Umweltschützer größte Bedenken haben. Für Ärger sorgt auch, dass die Bezirksbürgermeister mit den Problemen, Nöten und Sorgen in den Veedeln bei den Politikern im Stadtrat kein Gehör finden. Die neun ehrenamtlichen Bürgermeister aus den Bezirken werden auch auf dem eigenen Motivwagen im Zoch dabei sein.

Im Blick der Jecken ist ebenfalls die Aufregung um den „Umweltsau“-Song des WDR gerichtet – hier meinen die Karnevalisten, dass aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde. Gezeigt wird zudem Grünen-Chef Robert Habeck, der auf der Greta-Erfolgswelle reitet. Eine Frage stellt sich auch 30 Jahre nach dem Mauerfall – ist da wirklich alles zusammengewachsen, was zusammengehört. Dazu kommen die Proteste der Jungen bei „Fridays for Future“, die bei so manchen Alten auf Unverständnis und Wut stoßen, obwohl sie eigentlich Applaus verdient hätten. Die einstige große Volkspartei SPD wird als zombiehafte Mumie im Zoch mitfahren.

Natürlich ist auch die internationale Politik an Rosenmontag im Zug mit dabei. Das gilt für Weltholzköpp wie Putin, Erdogan und Trump, die mal wieder mit dem Feuer spielen. Themen sind auch der Brexit oder brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der ohne Rücksicht die Kultur und Natur seines Landes zerstört und die Ressourcen lieber dem großen Geld opfert. Trump ist als Joker, der Horrorclown, zu sehen – da hofft jeder Jeck, dass dieser Spuk mit der nächsten Wahl endlich vorbei ist. Thematisiert wird außerdem der Konflikt zwischen Hongkong und China – dort bedroht ein übergroßer Reissack die Menschen in Hongkong und dürfte, wenn er fällt, auch die gesamte Welt in Gefahr bringen.

Der rote Faden im Rosenmontagszug ist das Motto „Et Hätz schleiht em Veedel“ und der dazu passende Karnevalsklassiker „En unserem Veedel“. Die Textzeilen dieser 1973 geschaffenen Hymne schmücken alle großen Persiflagewagen und werden dort mit aktuellen Fragen und Missständen zu einem neuen Kontext verbunden. Die Bläck Fööss werden mit ihrem Kultlied auch den Zoch an der Severinstorburg eröffnen und dann mit einem roten Doppeldeckerbus hinter dem Zugleiterwagen im Jahr ihres 50-jährigen Bestehens mitfahren. Einen besonderen Part im Zug nehmen außerdem die Blauen Funken ein, die in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feiern können. Hier wollte der Zugleiter noch keine Details verraten.

Ein wichtiges Thema im Zug sind die Umwelt und die Nachhaltigkeit, die nicht nur als Persiflagewagen eine Rolle spielen. So wurden sieben der insgesamt 69 Traktoren des Festkomitees vom Unternehmen HJS mit Rußpartikelfiltern ausgestattet, die die Abgase der Trecker säubern sollen. Sollte dieser Test erfolgreich verlaufen, werden im kommenden Jahr alle Traktoren mit der mit dem Bundesumweltpreis ausgezeichneten Technik ausgestattet. Auch bei den Bagagewagen von Ford kommt neue Technik zum Einsatz. Knapp die Hälfte der Fahrzeuge bewegt sich dank des Hybridantriebs ausschließlich elektrisch durch den Zug. Die anderen 30 Wagen sind als Mild-Hybrid-Varianten ebenfalls umweltschonend in der Stadt unterwegs,

Ein neuer Partner in Sachen Sicherheit wurde mit der Dekra gefunden. Das Unternehmen überprüft im Zug alle Fahrzeuge auf Tauglichkeit und Sicherheit. Das gilt auch für die Kutschen, die mit Zweileitungs-Druckluftbremsen ausgestattet werden, so können diese bei einem Ausfall der Pferde durch Sturm auch von Zugmaschinen gezogen werden. Kontrolliert werden von der Dekra zudem die Aufstiege, die Brüstungshöhen und die Standplätze auf den Wagen im Rosenmontagszug.

„Mein erstes Jahr als Zugleiter war sehr anstrengend, aufregend und lehrreich“, sagt der neue Zugleiter Holger Kirsch, der unter anderem die Überlegung auf den Weg gebracht hat, den Zoch auch ins rechtsrheinische Deutz zu führen, was intensiv diskutiert und schließlich zumindest vorläufig aufgegeben worden war. „Ich freue mich, dass ich ein tolles Team haben, das mich den Zug verstehen lässt“, berichtet der frühere Karnevalsprinz.

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