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30works_02_11_17

Neue Ausstellung bei 30works: Van Ray - One Dollar Bill

Köln | Der Herbst steht bei 30works ganz im Zeichen der Pop Art. Und so ist die Ausstellung „One Dollar Bill" von Van Ray eine Hommage an ein Genre, das die zeitgenössische Kunstwelt nachhaltig beeinflußt. In Anlehnung an die berühmte „One Cent Life"-Publikation von 1964, die erstmals Werke aller Pop Art-Granden vereinte, greift Van Ray auf die Ikonographie dieser Ära zurück. Dabei stilisiert er die Dollarnote zur zentralen Motivik seiner neuen Arbeiten und macht sowohl den Nimbus als auch das Wunschbild dieses Symbols sichtbar. Deutlich erkennbar bleiben Einflüsse der Urban Art, die Van Ray mit der Bildsprache von Pop Art zu vereinen weiß.

Es war 1962, als der chinesisch-stämmige Dichter und Künstler Walasse Ting seinen Freund Sam Francis mit einer kühnen Idee konfrontierte: Er wollte einen Gedichtband veröffentlichen, der mit Werken von Francis und einigen seiner Künstlerkollegen ausgestaltet werden sollte. Der zeitgenössischen US-Kunst, die sich damals gerade im Spannungsfeld zwischen Abstraktem Expressionismus und Pop Art befand, sollte so ein würdiges Denkmal gesetzt werden. Francis, überaus angetan von Tings Vision, übernahm den Part des Editors und rekrutierte alsbald sowohl renommierte Protagonisten als auch vielversprechende Newcomer der US-Künstlerszene sowie einige europäische Ausnahmekünstler für das Projekt. 1964 war es schließlich soweit: Das „One Cent Life“- Portfolio erschien in einer Auflage von 2000 Stück, zusätzlich wurde eine Special Edition in 100er-Auflage lanciert. Der Titel erwies sich spätestens beim Durchblättern als blanke Ironie: Tings Gedichte wurden von 68 prachtvollen Lithografien flankiert, für die 28 Kreative verantwortlich zeichneten. Darunter Andy Warhol, Tom Wesselman, Robert Rauschenberg, James Rosenquist, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg und Mel Ramos sowie Joan Mitchell, Karel Appel und Asger Jorn. „One Cent Life“ wurde somit zur ersten großen Publikation über Pop Art; und schlug noch dazu eine versöhnliche Brücke zum Abstrakten Expressionismus, der eigentlich als ihr Antipode galt.

Money, money, money...

Mit „One Dollar Bill“ erweist Van Ray dem legendären Kunst-Portfolio von 1964 seine Referenz; und wagt darin nicht nur die Annäherung respektive Aussöhnung zweier Genres, sondern ihre Fusion. Denn der Düsseldorfer Künstler verbindet Techniken und Codices der Street Art mit der Motivik und Bildsprache der Pop Art. Das wirkt überraschend harmonisch und letzten Endes überaus stringent: Wohnt beiden Stilen doch die explizite Gesellschaftskritik inne, die mittels der ironischen Kontextualisierung von Motiven, Typografien und Materialien transportiert wird. Van Ray wählt als zentrales Thema seiner neuen Werkreihe, auch in Anspielung auf den „One Cent Life“-Terminus, Geld. Und führt uns sowohl dessen Nimbus als auch dessen Malus vor Augen: Leitwährung und Symbol für die vielbeschworene „Pursuit of happiness“, dem Streben nach Glück, auf der einen Seite, Allegorie für Hegemonie, ökonomisches wie moralisches Dominanzgebaren, Verkommenheit sowie Heuchelei auf der anderen Seite. Die Dollarnote steht gleichsam für Träume und Albträume unserer Gesellschaft, wo Turbokapitalismus, Geldschwemmen und Zinstiefs längst nicht mehr nur für die monetäre Entwertung, sondern in Korrelation für den Verfall von klassischen Werten gesorgt haben. Money rules the world!: Van Ray spürt diesem Phänomen in seinen großformatigen Werken so explizit wie gewitzt nach und kleidet den Dollar in materiell nicht zwangsläufig schmeichelhafte, visuell aber höchst ästhetische Gewänder. So werden die Geldscheine, mal in echten Noten als serielle Hintergründe angelegt, kunstvoll eingetrübt und befleckt, mal zum Überformat „aufgeblasen“ und mittels eines Spezialverfahrens des Künstlers in Rost inszeniert. Angereichert wird das wahlweise mit den ihm eigenen Suggestiv-Typos wie „What if it’s all a lie?!“ und „Think outside the box“ oder mit plakativen Stencils, die sich vordergründig mit dem Hintergründigen, also dem schnöden Mammon, auseinandersetzen und dessen Omnipräsenz und Übermacht bewusst hinterfragen.

Starke Materialsprache

Hierbei spielt Van Ray genreübergreifend mit Stilmitteln und Techniken sowohl von Street Art als auch von Pop Art und gibt in „One Dollar Bill“ der Materialität den Vorzug. Zwar sind „klassische“ Motive der Urban Art wie Mickey Mouse oder Modelcharaktere noch immer präsent, dennoch scheint die reine Motivik hinter den aufwändigen Materialoberflächen zurückzutreten. Gerosteter Stahl ist der heimliche Star in Van Rays Werkreihe, den er mit hochverspiegeltem Plexi clasht und mit diesem Zusammenwirken zweier physikalisch eigentlich nicht vereinbarer Komponenten zum sprichwörtlichen Hexenkoch avanciert. Auch Anleihen beim Abstrakten Expressionismus sind erkennbar; spätestens dann, wenn der 33-Jährige seine Rostoberflächen als Drippings respektive im Stil des Action-Painting komponiert. Wofür einmal mehr das besagte „One Cent Life“- Portfolio die Inspiration lieferte.

Mit „One Dollar Bill“ untermauert Van Ray seine künstlerische Reifung, die sich in motivischer Reduktion und dem Vertrauen auf eine starke Materialität widerspiegelt. „Meine Bilder sind leiser geworden.“, sagt Van Ray. Stimmt. Denn genau dieses Leisere ist es, was die Intensität und die Nachhaltigkeit seiner neuen Arbeiten verstärkt...

Van Ray lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seine Werke sind in zahlreichen internationalen Privatsammlungen vertreten und waren bereits auf Messen wie der Art Karlsruhe und der London Art Fair zu sehen. Charakteristisch für seine Werke ist die Signatur in Form eines Enten-Piktogramms.

Van Ray „One Dollar Bill“ bei 30works

Vernissage: 10. November 2017, 19:30 Uhr

Ausstellung: 10.11. - 01.12.2017

Öffnungszeiten: Di-Fr 15-19 Uhr, Sa 12-17 Uhr

30works Galerie I - Antwerpener Str. 42 - 50672 Köln - 0221/5700250

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