Kultur Bücher

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8. „Crime Cologne“ macht Köln zum Mekka der Krimi-Fans

Köln | 24 Veranstaltungsorte, 29 Lesungen und andere Veranstaltungen – darunter auch ein Krimi-Dinner –, 34 Autorinnen und Autoren: Vom 23. bis 29. September entführt das 8. Krimi Festival „Crime Cologne“ wieder in die Abgründe menschlichen Zusammenlebens. Dazu im Vorfeld „Warm ups“ und im Oktober der Nachklapp „Crime Cologne spezial“.

Newcomer wie Kai Havaii, Sänger der legendären Neuen-Deutschen-Welle- Band „Extrabreit“, sind ebenso dabei wie die Stars der Szene, so die mehrfach preisgekrönte Simone Buchholz. Gerd Köster stellt die Neuauflage von Jörg Fauser vor. Doch nicht nur deutsche, sondern auch internationale Krimis sind zu hören. Stargast in diesem Jahr dürfte Thomas Adcock sein; sein Thriller „Hell’s Kitchen“ nahm die Karriere von US-Präsident Donald Trump vorweg. Wo der Autor nicht kommen kann, wird er vorgelesen – so liest Dietmar Wunder, die deutsche Stimme von James Bond-Darsteller Daniel Craig.

Traditionelle Veranstaltungsorte sind das Institut für Rechtsmedizin, die KVB-Krimibahn und das Bestattungsinstitut Kuckelkorn. Wieder dabei sind der Harbour Club und die Synagoge an der Roonstraße. Schon ausverkauft ist – wie schon jede dritte Veranstaltung – die Lesung im Kalker Atombunker. Hier ist Platz für lediglich 60 Krimifans. Insgesamt werden wieder bis zu 6.000 Zuhörer erwartet.

Zur Eröffnung wird der „Crime Cologne Award“ verliehen

Am Zur Eröffnung wird am 22. September im Ludwig im Museum Ludwig der mit 3.000 Euro dotierte 5. „Crime Cologne Award“ verliehen – um Erscheinen in Abendgarderobe wird gebeten. 200 Einsendungen gab es hier, die Jury hat vier mögliche Gewinner ausgesucht. Das Preisgeld hat die Stadt spendiert, sie unterstützt das Festival mit insgesamt 25.000 Euro.

Eine Besonderheit ist in diesem Jahr die Tagung „KrimiMachen 4“, die in den vergangenen Jahren schon in Berlin, Frakfurt/Main und Hamburg stattfand. Am 27. und 28. September diskutieren im Bürgerhaus Stollwerck Autoren und Leser über „True Crime? Realität und Fiktion des Verbrechens“, den Trend „Serien – die lange Narrative“ in Literatur und TV, sowie über „Zusammenarbeit, Fairness, Kritik und Zwänge in der Krimibranche“. Auf den Podien sitzen unter anderem die Autoren Norbert Horst, Anna Winger, der Kritiker Thomas Wörtche und Caroline von Senden vom Hessischen Rundfunk.

Woher die in den letzten Jahren gewachsene Liebe der deutschen zu Krimis kommt? So macht „Spannungsliteratur“ – bei vergleichsweise weniger Titeln – im Bücherumsatz etwa 30 Prozent aus, im Fernsehprogramm bestimmt „Spannung“ sogar 40. Achim Mantscheff – er hob „Crime Cologne“ mit dem Kölner Verleger Hejo Emons aus der Taufe – erklärt dies mit den der aktuellen „Unsicherheit über zeitgeschichtliche Prozesse“. Krimis böten da persönliche (Ersatz-)Lösungen, die eigentlichen Probleme träten dabei in den Hintergrund.

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