Kultur Bücher

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Taschen legt Kompendium zur Geschichte des Webdesigns vor

Köln | Mit „Web Design – The Evolution of the Digital World 1990-Today“ legt der Taschen-Verlag ein mächtiges Kompendium der Frühphase des digitalen Zeitalters bis heute zur Frage von Künstlicher Intelligenz vor. Auf rund 630 Seiten finden Webenthusiasten Screenshots von Tim Berners-Lee erster Website bis zur Frage, wer war eigentlich der erste Pizzalieferservice im Netz und wie bestellte Hungrige im letzten Jahrtausend ihre erste Quattro Stagioni online? Und das alles ohne die Way Back Machine von archive.org bemühen zu müssen. Dazu ordnen die Autoren die technischen Entwicklungen verständlich ein.

Herausgeber des Wälzers sind Rob Ford und Ed. Julius Wiedemann. Das Buch ist in englischer Sprache. Es geht aber nicht nur um nette Screenshots, die die Webveteranen wehmütig auf minimalistisch gestaltete mit HTML-Sprache geschriebene Visualisierungen blicken lässt. Das Buch und so sind auch seine Kapitel aufgebaut führt die Leserinnen durch die Entwicklung, etwa was möglich wurde, als 1998 Macromedia Flash auf den Markt brachte und was 2010 der Tod von Flash für das Webdesign und unseren digitalen Erlebnisraumes bedeutete. Wie veränderten die Sozialen Netzwerke unseren virtuellen Alltag in 2009 oder was veränderte der Browser Google Chrome. Das Buch liefert einen tieferen Blick hinter die Kulissen dessen, was heute und damals unseren Alltag bestimmt, in dem wir uns informieren, tindern oder einfach nur bei einem Webvideo entspannen.

Revolutionär wie die Industrielle Revolution

Rob Ford stellt in seiner Einleitung fest, dass das Internet das größte Ding sei, seit der Industriellen Revolution und untermauert seine These damit, dass seit des Beginns in den 1990er Jahren über eine Milliarde Webseiten entstanden sind. Das Buch folgt der Idee, Webseiten zu zeigen und die dazugehörige innovative Technik zu beschreiben, die die Zukunft des Netzes beeinflussten. „Wir wollten ein Buch, dass seinen eigenen Platz in der Geschichte einnimmt, als ein Schnappschuß einer Ära, die unzweifelhaft revolutionär war“, so Ford, der selbst Webdesigner ist.

Die Anfangsjahre und das Aufblühen der Ästhetik im Netz

1992 postete Tim Berners-Lee das erste Foto auf einer Webseite und 1993 gab es noch weniger als 650 Websites auf der ganzen Welt. Pizza Hut in Kalifornien bot den ersten Online-Order-Essensservice an. Und übrigens der Spiegel ging damals Online. In den 1998er Jahren war AOL die Website mit dem meisten Traffic – heute Geschichte. Auch die New Beetle Webpräsenz des Nachfolgers des legendären VW Käfers wird ausführlich beschrieben. Bis in die 1999er Jahre galt das Internet eher als hässlich und unattraktiv. Aber Seiten wie die der Agentur Ego Media ließen aufhorchen und zeigten den Weg in ein ästhetisches Internetzeitalter. In 2004 kamen Effekte wie Parallax Scrolling oder Zoom-Effekte hinzu und Trends wie dieser wurden schnell adaptiert. In diesem Jahr gründete sich zudem Anonymous, das internationale Kollektiv unbekannter Aktivisten und Hacker. 2006 nennt das Buch das Jahr der großen Budgets, als die Werber das Netz wahrnahmen und die Werbegelder verstärkt aus TV und Print in Richtung Online flossen und Nike Air auf den Screens auftauchte. 2008 folgten Seiten wie etwa der Red Bull Flugtag. 2011 löste HTML 5 die Version 4 ab und läutete damit eine neue Epoche ein und die App-Industrie wuchs rapide. 2014 waren mobile Browser genauso leistungsfähig wie die auf den Desktops.

Das Buch zeigt eines sehr deutlich. Es ist das Marketing der großen Unternehmen, die das Webdesign heute pushen, während es in der Frühphase eher die genialen Tüftler oder Studierenden waren, die Innovationen hervorbrachten. Und eine weitere Erkenntnis ist Technik und Design sind eineiige Zwillinge, wenn es um die Entwicklung des Webdesigns geht. Aber das Buch zeigt auch Kurioses: Etwa die Website, die keine Website ist: Croacia Audio. Das Schöne an dem Buch ist, es ist nicht nur ein Quell an Leseerkenntnis sondern auch ein Augenschmaus.

Web Design – The Evolution of the Digital World 1990-Today
Rob Ford und Ed. Julius Wiedemann

2019, Taschen

ISBN 978-3-8365-7267-5

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