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Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, Dompropst Norbert Feldhoff, Zentral-Dombau-Verein-Präsident Michael H.G. Hoffmann und Herausgeber Klaus Hardering bei der Veröffentlichung des Kölner Domblattes 2011

Zentral-Dombau-Verein: Kölner Domblatt 2011 ist erhältlich

Das Kölner Domblatt für das Jahr 2011 ist erschienen. Bereits zum 76. Mal erscheint das wissenschaftliche Jahrbuch des Zentral-Dombau-Vereins. Neben dem letzten ganzjährigen Dombaubericht der Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die 2012 in den Ruhestand geht, liegt der Schwerpunkt dieses Jahr anlässlich des in Ruhestand gegangenen, langjährigen Grabungsleiters Georg Hauser, auf archäologischen Themen rund um den Kölner Dom.

Heute wurde das Kölner Domblatt für das Jahr 2011 vorgestellt. Der Zentral-Dombau-Verein veröffentlicht somit schon zum 76. Mal ein Jahrbuch, in dem die wichtigsten, den Dom betreffenden Informationen, publiziert sind. Dompropst Norbert Feldhoff würdigte die Arbeit an dem 328 Seiten fassenden Werk mit seinen eigenen, ironisch gemeinten Worten: „Die Redaktion des Buches ist eine Heidenarbeit!“ Anlässlich des in Ruhestand gegangenen, langjährigen Grabungsleiter des Vereins, Georg Hauser, liegt der Schwerpunkt des Domblattes dieses Jahr auf archäologischen Themen. „Das Domblatt ist sozusagen ein kleines Abschiedsgeschenk an Georg Hauser“, so Feldhoff. Auch der Präsident des Zentral-Dombau-Vereins, Michael H.G. Hoffmann freute sich ob der Veröffentlichung: „Das Domblatt bietet dieses Jahr Einblicke, die für praktisch alle in Köln neu sein werden.“

Von Franken, Römern und antiken Gräbern

Georg Hauser, der zum 30. November 2011 in den Ruhestand verabschiedet wurde, war seit 1979 als Archäologe im Kölner Dom tätig. Den Anfang der wissenschaftlichen, der Archäologie gewidmeten Aufsätze macht der kommissarische Direktor des Römisch-Germanischen Museums, Marcus Trier, der sich mit den archäologischen Spuren auseinandersetzt, welche die Franken im fünften und sechsten Jahrhundert in Köln hinterlassen haben. An den Aufsatz Triers schließt sich die Studie von Sebastian Ristow zu Gräbern der Spätantike und frühen Mittelalters im Kirchenraum an. Ulrich Back geht in seinem Aufsatz auf die sogenannte Schola cantorum, eine Schrankenanlage, ein, die bei Ausgrabungen unter dem Domchor aufgedeckt wurden. Dorothea Hochkirchen rekonstruiert in ihrem Beitrag die äußeren Seitenschiffarkaden des Alten Domes, die im zehnten oder elften Jahrhundert beim Umbau der Kirche von einer dreischiffigen zu einer fünfschiffigen Basilika entstanden. Der letzte Beitrag der Festschrift von Ruth Stinnesbeck und Thomas Höltken beschäftigt sich mit Graffiti, die Mitarbeiter der Kölner Dombauhütte im frühen 14. Jahrhundert auf einer provisorischen Abschlusswand hinterlassen haben – von einem Löwen bis hin zu vulgären Zeichnungen.

Glocken erstmals im Dombaubericht

Auf den Festschriftteil folgt wie jedes Jahr der ausführliche Dombaubericht der Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die das Jahr 2011 „sehr arbeitsreich“ nannte. „In dem Bericht für den Zeitraum von Oktober 2010 bis September 2011 finden sich natürlich die dramatischen Geschichten des Glockensturzes“, erklärte Schock-Werner. Jedoch würden die jüngsten Geschehnisse bezüglich des neuen Glocken-Klöppels erst im Dombaubericht des nächsten Jahres Erwähnung finden. In dem diesjährigen Bericht finden sich sowohl ausführliche Informationen über eine neu installierte Wetterstation im Nordturm des Domes, den Gerüstarbeiten sowie über die neue Lautsprecheranlage im Dom selbst. Auch Ergebnisse einer Messung des Domes, die ergab, dass sich die Kirche minimal Richtung Hauptbahnhof bewege, lassen sich im Bericht finden. Dem Bericht schließen sich unter anderem weitere Aufsätze zu frühmittelalterlichen Schmuckformen am Petrusstab, zur Schönen Madonna im Südquerhaus des Domes und zum architektonischen Einfluss des Kölner Domchores auf die rheinische Hochgotik an.

Über vier Millionen für den Dom

Am Ende des Domblattes stehen die Berichte zur Tätigkeit des Zentral-Dombau-Vereins und zu weiteren Ereignissen rund um den Kölner Dom. Hoffmann erklärte, dass dem Verein im Jahr 2011 4.350.000 Euro für Arbeiten am Dom zur Verfügung gestanden hätten. Der Verein verzeichne zur Zeit über 12.000 Mitglieder und feiert im nächsten Jahr sein 170-jähriges Bestehen.

Infobox:

Kölner Domblatt 76 – 2011
Jahrbuch des Zentral-Dombau-Vereins
328 Seiten, 167 Abbildungen, Paperback, fadengeheftet, 17 x 24 cm
ISBN 978-3-922442-76-9
25,90 Euro

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