Kultur Bühne

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Ausschnitte aus „Der talentierte Mr. Ripley“ nach dem Krimi von Patricia Highsmith zeigt das Freie Werkstatt-Theater in der Theaternacht. Foto: MeyerOriginals / FWT

18. „Kölner Theaternacht“: Vorverkauf hat begonnen

Köln | Bestenfalls Berlin kann sich in Sachen Theater mit Köln messen, ist Dietmar Kobboldt überzeugt. Wer mehr über Vielfalt und Qualität der hiesigen Szene wissen will, hat dazu am 2. Oktober bei der 18. „Kölner Theaternacht“ Gelegenheit.

Allein die Zahlen sind beeindruckend: 40 Spielorte auf beiden Seiten des Rheins, 48 Bühnen, mehr als 100 Ensembles, weit über über 200 Vorstellungen. In der Vergangenheit nahmen im Schnitt rund 4.300 Menschen die Gelegenheit war, sich „am Büffet Appetithäppchen abzuholen“, wie es Dietmar Kobboldt, Vorsitzender der veranstaltenden Kölner Theaterkonferenz nennt.

Appetithäppchen im Stundentakt

Die Appetithäppchen aus dem aktuellen Programm der teilnehmenden Theater und Ensembles werden in der Regel ab 20 Uhr im Stundentakt serviert. Das reicht vom „klassischen“ Theater über Tanz, szenische Lesungen, Oper und Kabarett bis zu „modernen“ Theaterformen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

In den vergangenen Jahren wurde die Theaternacht mit spektakulären Vorstellungen der „Angels Aerial“ am Schornstein des Südstadt-Heizkraftwerks eröffnet. Der steht wegen Sanierungsarbeiten diesmal nicht zur Verfügung. Die Gruppe weicht deshalb auf einen anderen „Sanierungsfall“ – so Kobboldt – aus: das Staatenhaus, derzeit Interimsspielstätte der Oper.

Auch die beiden anderen städtischen Häuser machen mit: Im Hänneschen-Theater darf an „Farina“ probegerochen werden, in der Schauspiel-Außenspielstätte am Offenbachplatz stellt sich die Nachwuchsgruppe „Import Export“ vor. Nach einer Pause oder neu wieder dabei sind die Aeruro-Schauspielschule, Café Jakubowsky und das „Theater das Spielbrett“.

Statt wilder Abschlusspartys chillen mit Freunden

In diesem Jahr entfallen die traditionellen „wilden Abschlusspartys“. Die gibt es lediglich noch in der Arturo Schauspielschule und im Raketenclub. „Die Bedürfnisse haben sich geändert“, hat Kobboldt beobachtet. Stattdessen wird Entspannung bei einem gemeinsamen Gespräch und Getränken mit Gästen und Künstlern angeboten. Im Bürgerzentrum Ehrenfeld sogar bis 4 Uhr morgens – Motto: Theatermarathon mit Theaterjukebox“.

2017 gab es erstmals die „Junge Theaternacht“ für Kinder- und Jugendtheater. Die Nachfrage war so groß, dass es in diesem Jahr eine Neuauflage gibt. Statt sechs machen neun Spielstätten und Ensembles mit, neu ist etwa das wehrli-theater (Die Wohngemeinschaft). Vorgestellt werden Stücke für Kinder ab vier Jahren und Jugendliche.

„Junge Theaternacht“ wieder ohne Comedia-Theater

Das erneute Fehlen der Comedia bei dieser Veranstaltung weist allerdings auf Uneinigkeit hinter den Kulissen der freien Szene hin. Die Comedia, schon vor Jahren aus der Kölner Theaterkonferenz ausgetreten, erklärt dazu, im Vorjahr habe man nicht teilgenommen, weil die „Junge Theaternacht“ als Experiment nur für Mitglieder der Theaterkonferenz stattgefunden habe. Auch in diesem Jahr habe man keine Einladung erhalten, allerdings auch nicht nachgefragt. In der „Erwachsenen“-Nacht ist man aber traditionell dabei und zeigt Ausschnitte aus dem Jugendstück „Value/Värde/Werte“.

In diesem Zusammenhang begrüßte Kobboldt ausdrücklich, dass Stadt und Land das Comedia-Theater zu einem „Zentrum der Kultur für Junge Bürgerinnen und Bürger in Köln und NRW" ausbauen und fördern wollen. Er warb aber dafür, darüber nicht die anderen Kölner Kinder- und Jugendtheater zu übersehen.

Der Traum vom Abend mit freiem Eintritt

Insgesamt ist er mit der gestiegenen Förderung für die freie Szene durch die Stadt zufrieden. Sein Wunsch: Dass es mit Unterstützung der Stadt ähnlich wie bei den Museen einen Abend mit freiem Eintritt gibt. Für die 18. Theaternacht werden 200 Freikarten für Theaterfans zur Verfügung, die sich eine Karte nicht leisten können.

Der Vorverkauf hat begonnen, mit der Karte bestimmt der Besucher auch sein „Start-Theater“. Genaue Planung wird die anschließenden Spielorte ist empfehlenswert, um nicht zu viel zeit zu verlieren. Fast ausverkauft sind schon die 20 „Guided Tours“, die per Taxi, Bus oder Fahrrad zu ausgesuchten Theatern in Kölns Veedeln führen.

18. Kölner „Theaternacht“ – 2. Oktober 2018. Karten: bis 19. September 21 Euro, danach 25 Euro. Guides Tours: 28 Euro. Für die „Junge Theaternacht“: 12 Euro, Guides Tours 15 Euro. Erhältlich an den Vorverkaufsstellen von KölnTicket oder unter www.koelnticket.de. Mehr Informationen: www.theaternacht.de

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