Kultur Bühne

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Erste vorbereitende Arbeiten auf dem Gelände der „Hallen Kalk“ haben schon begonnen. Hinten rechts der Giebel von Halle 71. Foto: ehu

2. Werkstattgespräch für Nutzung der „Hallen Kalk“

Köln | Elf Hektar umfasst das ehemalige Fabrikgelände von KHD in Kalk. Seit Jahren laufen die Planung für eine neue Nutzung zwischen Kapellen- und Rolshover Straße. Am Freitag stellten drei Planungsteams ihre Konzepte für die „Hallen Kalk“ vor. Gut 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren für das 2. Werkstattgespräch in die Aula der Kaiserin-Theophanu-Schule gekommen.

In einer ersten Runde des Werkstattgesprächs hatten die Bürger am 17. Mai ihre Wünsche und Vorstellungen vorgebracht. Am Ende standen als Ziel eine vielfältige Nutzung durch Wohnen, Gewerbe und Kultur, Vorrang für Fußgänger und Radfahrer sowie große Grünflächen. Knapp drei Wochen hatten die Planungsteams dann Zeit, dies in ihre Konzepte einzuarbeiten, die jetzt zur Diskussion gestellt wurden.

Drei wesentliche Vorgaben galt es dabei zu beachten: Die erhaltenen Hallen stehen unter Denkmalschutz, Halle 76 – am Ottmar-Pohl-Platz gegenüber dem Sozialdezernat gelegen – ist vertraglich an kulturelle Zwecke gebunden (zum Beispiel über die Ludwig-Stiftung als Depot für das Museum Ludwig), schließlich soll auf dem Gelände eine weiterbildende Schule gebaut werden.

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So stellen sie Architekten von „De zwarte Hond“ die künftige Bebauung vor. Im Vordergrund schräg von links nach rechts die Dillenburger Straße. Repro: ehu

"De zwarte Hond": ein ergebnisoffenes Konzept

Am offensten war das Konzept des Köln-Rotterdamer Büros „De zwarte Hond“. Es geht von von einer Schritt-für-Schritt-Entwicklung aus, die sich an der zeitlichen Umsetzung möglicher Projekte orientiert. Solche, die sich schneller verwirklichen lassen, müssten dann späteren weichen, wenn sie sich als nicht erfolgreich erwiesen haben. Während die beiden anderen Teams die künftige Schule an die Südost-Ecke des Geländes platzierten, könnte sie hier auch in einer Halle Unterkunft finden.

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Mit dichter, kleinteiliger Bebauung wollen die Kölner "trint + kreuder" das Gelände für Wohnen und Gewerbe erschließen. Oben die Dillenburger Straße. Repro: ehu

"trint + kreuder": geöffnetes Hallendach lässt Licht, Luft und Regen durch

Das markante Erkennungszeichen im Konzept des Kölner Architektenbüros "trint + kreuder" war die Nutzung der Hallen 70 und 71. Deren Dach soll in der Mitte geöffnet werden, darunter eine grüne „Allee“ gepflanzt werden. An den Längsseiten können dann von außen zugängliche Gewerberäume entstehen – mit der Vision von Produkten „Made in Kalk“. Ein dichtes Geflecht kleiner Wohn- und Gewerbehäuser mit öffentlich zugänglichen Innenhöfen soll den Raum zwischen den Hallen füllen.

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Markante „Hochhäuser“ prägen den Entwurf von„BeL Sozietät für Architektur“. Oben die Dillenburger Straße. Repro: ehu

"BeL Sozietät für Architektur": ein Bistro auf dem Ottmar-Pohl-Platz

Die Kölner „BeL Sozietät für Architektur“ kann sich auf dem Gelände sogar „Hochhäuser“ vorstellen. Ein besonderes Augenmerk richteten sie auf den Ottmar-Pohl-Platz, den sie durch ein Kiosk-Bistro beleben wollen. Die Hallen 70 und 71 sollen zu einer großen Markthalle werden. Sie legte auch schon einen Entwicklungsplan vor, der bis ins Jahr 20145 reicht und Kosten von rund 220 Millionen Euro vorsieht.

Die 3. öffentliche Werkstattrunde ist auf den 3. Juli festgelegt

Strittig blieben in der anschließenden Diskussion vor allem die Verkehrserschließung und die Gefahr, dass ein neues Viertel den Geschäften der Kalker Hauptstraße Konkurrenz macht und so zu deren weiteren Niedergang beiträgt. Bei konkreten Vorschlägen zur kulturellen Nutzung der Halle 76 – etwa für die freie Tanzszene – hielten sich die drei Teams zurück, die Entscheidung hierüber liege anderswo. Ungeklärt ist auch noch die Zukunft des Urban-Gardening-Projekts „Pflanzstelle“. Ob sich auf dem Gelände noch giftige Altlasten befinden, kann – so ein Vertreter der Stadt – erst bei künftigen Bauarbeiten festgestellt werden.

Die abschließende öffentliche 3. Werkstattrunde ist für den 8. Juli angesetzt. Bis dahin müssen die drei Architekten- und Stadtplanungsbüros die jetzt geäußerten Vorstellungen in ihre Konzepte einarbeiten.

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