Kultur Bühne

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„Die Rache von Melaten“: Im neuen Divertissementchen haben die Geister prominenter Kölner das Sagen.

„Die Rache von Melaten“: Das Divertissementchen 2018 sorgt sich um die Tradition

Köln | Seinen 175. Geburtstag feierte der Kölner Männergesangsverein „Cäcilia Wolkenburg in diesem Jahr“. Seit 142 Jahren bringt er zu Karneval ein „Divertissementchen“ auf die Bühne, die 143. Ausgabe mit dem Titel „Die Rache von Melaten“ hat am 14. Januar 2018 im Staatenhaus Premiere. Am kommenden Freitag, 24. November, beginnt ab 9 Uhr der Vorverkauf.

Köln im Jahr 2087: Karneval wird im Sommer gefeiert, Ford, 4711 und der 1. FC Köln wurden verkauft, Kölsch spricht schon lange keiner mehr. Und jetzt droht der letzte Ausverkauf: Der Dom soll ein 7-Sterne-Hotel werden. Mit Erlebnis-Brauerei in der Schatzkammer, Beauty-Salon im Glockenturm und Bowlingbahn im Seitenschiff. Ein Wunder, dass es den Dom zwischen all den neuen Hochhäusern überhaupt noch gibt.

Doch bevor der Domprobst die entscheidende Unterschrift setzt, regt sich auf dem Friedhof Melaten der Widerstand: Die Geister prominenter Kölner – darunter Willi Ostermann und Willy Millowitsch – kommen aus ihren Grüften und mahnen zur Rückkehr. Schließlich gibt es da noch einen Schatz, der Köln retten kann – doch wo ist das „joode kölsche Hätz“ vergraben?

Ein aktuelles Thema: Wie kann Kölner Tradition weitergegeben werden?

Die rund 100 Kopf starke Schauspiel- und Ballettanzgruppe des Gesangsvereins – traditionell nur Männer – greift unter der Regie von Stückeautor Lajos Wenzel ein aktuelles Thema auf: Welche Werte machen unser Zusammenleben aus? Wie kann Tradition weitergegeben werden, ohne in Kölschtümelei und Nostalgie zu erstarren? fragen sie. Und welche Weichen wurden in den vergangenen 70 Jahren falsch gestellt, die zu den heutigen Entwicklungen führten, fragt Jürgen Nimptsch, und macht vor allem den Hang zur Privatisierung für die heutigen Zustände verantwortlich. Der Ex-OB von Bonn ist nach sechs Jahren Pause wieder „Baas“ der Bühnengruppe.

Traditionell bedient sich das Divertissementchen für die Musik aus einem großen Spektrum. Die 60 Musiker spielen unter anderem Stücke von Mozart und Verdi spielen, „Thriller“ von Michael Jackson, Melodien aus den Piraten-Filmen „Fluch der Karibik“ sowie karnevalistisches von Willi Ostermann und „Kuhl un de Gäng“.

Premiere ist am 14. Januar – wie schon im Vorjahr im Staatenhaus. Insgesamt sind 27 Vorstellungen angesetzt. Karten gibt’s zu Preisen zwischen 25 und 75 Euro bei KölnTicket und dem Kartenschalter der Oper (Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße).

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