Kultur Bühne

baeck_theater_060215

Jonas Baeck zeigt das Theater - im Moment noch ohne Dach. Hier sollen ab 12. Februar Vorstellungen stattfinden.

Eifelwall-Paradies: Kontroverse zwischen Stadt und Künstlern über Bau des Wandertheaters

Köln | Die Stadt Köln und ihr Bauaufsichtsamt hat heute einen temporären Theaterneubau auf dem Gelände des Eifelwall 5 geschlossen. Die Begründung ist, dass eine akute Einsturzgefahr bestehe. Der Künstler Rolf Ketan Tepel und seine beiden Söhne Jean Paul Baeck und Jonas Baeck, Kölner Theaterpreisträger und Kölner Darstellerpreisträger 2014, bauen derzeit ein Wander-Theater in der Künstlerkolonie "ParaDies und Das Reich+T". Sechs Wochen lang wollten die Künstler Theater spielen und dann mit dem kompletten Bau nach Berlin auf das Tempelhofer Feld umziehen.

Stadt: Künstler hätten das Gelände zum 31.12. räumen müssen

Auf dem von den Künstlern für den Theaterbau genutzten Gelände soll im Mai, so die Künstler mit dem Bau des neuen Stadtarchivs begonnen werden. Die Stadt widerspricht dieser Aussage und schreibt: "Der „Theaterbau“ steht auf einem Geländestreifen, der ihm in einer zwischen der Stadt Köln und den Nutzern des Geländes getroffenen, schriftlichen Vereinbarung bis zum 31. Dezember 2014 überlassen wurde. Die Nutzergruppe hatte sich verpflichtet, der Stadt das Gelände zu diesem Zeitpunkt geräumt wieder zu übergeben."

Maskenball und sechswöchige Spielzeit geplant

Das Theater bestehe aus einem recycelten Western-Saloon, einem abgebrannten Zirkuswagen und einem entsorgten Dachstuhl aus der Kölner Südstadt, so die Künstler. Der Boden bestehe aus knapp 1500 alten Pflastersteinen, die der Künstler Rolf Ketan Tepel vor neun Jahren in Form einer alten Straße im Eifelwall 5 entdeckt habe. Das Theater sei weitgehend fertiggestellt. Die Stadt fordere nun die Demontage bis 9.2.2015, so die Künstler. Die hatten aber geplant das Theater an Weiberfastnacht zu eröffnen. Für den Karnevalssonntag hatten die Künstler einen Maskenball geplant. An Aschermittwoch sollte dann die sechswöchige Spielzeit des Theaters beginnen. Im April 2015 sollte der Bau demontiert und verladen werden. Man plane eine Theaterreise nach Berlin und wolle das Theater dort auf dem Tempelhofer Feld wieder aufbauen.

Einsturzgefahr und keine Baugenehmigung

Die Stadt Köln spricht von akuter Einsturzgefahr. Der Künstler, so die Stadt hätte sich den Bau genehmigen lassen müssen. Es fehle zudem der Nachweis einer Statik. Die Stadt: " Die Dachkonstruktion entspricht nicht im mindesten  Anforderungen an eine notwendige Standsicherheit. Das Dach ist nach Auskunft der Bauaufsicht akut einsturzgefährdet." Die Dachkonstruktion sei aus Holz und Plexiglas.

Die Künstler: „Wir machen weiter!“

Rolf Ketan Tepel und seine beiden Söhne Jean Paul Baeck und Jonas Baeck wollen das Theater vollenden und die erste und einzige Spielzeit am 12. Februar 2015 feierlich eröffnen. Das gesamte Projekt werde seit November 2014 filmisch begleitet. Man wolle dabei nicht den Neubau des Stadtarchivs stören, sondern nur "dem künstlerischen Leben von 9 Jahren im öffentlichen Stadtraum ein würdevolles Finale zu bereiten."

Zurück zur Rubrik Bühne

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bühne

theater_Mirko_Plengenmeyer_ehu_23_06_17

Köln | Seit Jahren treffen sich die fünf zu einer „coolen“ Silvesterparty. Doch diesmal läuft die Stimmung aus dem Ruder: Statt fröhlich auf das neue Jahr anzustoßen, sind plötzlich lautstarke Selbstzweifel angesagt. In „Nicht jetzt!“ bündeln sich die Fragen nach der Zukunft und dem Selbst. Jetzt hatte das Stück Premiere im Freien Werkstatt-Theater.

MeyerOriginals_ehu_22_06_17

Köln | „Es hat sich bewährt, die Spielzeit unter ein Motto zu stellen“, sagt Gerhard Seidel. „Man muss sich aber auch eng daran halten“, ergänzt der Ko-Chef des Freie Werkstatt-Theaters (FWT). Für die kommende Spielzeit 2017/18 steht das Programm unter dem Leitthema „Lüge und Wahrheit“. Fünf Neuproduktionen werden sich damit beschäftigen.

Berlin | Der Filmregisseur Wim Wenders hat anfängliche Vorurteile gegenüber der Kunstform Oper gehabt: "Oft habe ich in der Oper bald das Interesse verloren, visuell zumindest, und gedacht, wenn ich die Augen zumache, gefällt es mir besser", sagte Wenders anlässlich seiner Inszenierung an der Berliner Staatsoper der Wochenzeitung "Die Zeit".

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

digital_21122014

Aktuelle Nachrichten zur Netzpolitik und Netzökonomie in Deutschland.
---
Digitale Gadgets